Mit 'Tod' getaggte Einträge

Für die Abschaffung der Religionen

So oder so ähnlich schrieb ich in einem Tweet. Ich betonte, dass ich einerseits niemandem den “Glauben” absprechen möchte, aber das Religionen selbst nutzlos sind. Und deshalb bin ich der Meinung, dass es wohl am Klügsten wäre, man würde sie abschaffen.

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Der Fall Denisa S.

Die aktuelle Ausgabe des Falters (20/09) brachte mich auf einen Fall, der mich wieder einmal hochschrecken ließ. Am 29. Jänner 2008 wurde eine Frauenleiche in der Ager gefunden, etwas außerhalb von Vöcklabruck. Die Polizei legte den Fall mit der Begründung “Selbstmord aus Liebeskummer” ad acta, selbst eine Obduktion fand nicht statt. Eine Stadt und ein Land hüllen sich in Schweigen. Was ist hier nur los?

 
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Markus Omofuma – 10 Jahre danach

Im Jahr 1999 starb Markus Omofuma während der Überstellung von Österreich nach Sofia. Drei Fremdenpolizisten hatten ihm den Mund zugeklebt, sodass er daran erstickte. Hat sich seitdem etwas geändert? Ich wage es zu bezweifeln.


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Über Amokläufe.

20. April 1999 Columbine 
26. April 2002 Erfurt
20. November 2006 Emsdetten
16. April 2007 Jokela
7. November 2007 Blacksberg
23. September 2008 Kauhajoki
11. März 2009 Winnenden

And nothing ever happens, nothing ever does. 
And the needle returns to the start of the song,
And we all sing along
Like before. 

Jedes Mal wenn genau so etwas passiert, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Wie eingebrannt sind diese Bilder von den sich rettenden Schülern an der Columbine High School, die Sprachlosigkeit in Erfurt. Und heute eben wieder. Winnenden hat es heute zu trauriger Berühmtheit geschafft. Mindestens 1z Menschen starben durch Tim Kretschmer. Tim schoß scheinbar wahllos um sich bevor er, auf der Flucht, von der Polizei getötet wurde.

Es gibt viele Bücher, die versuchen, all das zu erklären. Welche Umstände es wohl gewesen waren, die Menschen zu Amokläufern werden lassen. Für ein umfassendes Referat in der vierten Klasse meiner Schule (also im zarten Alter von 14) wagte ich mich an dieses Thema heran. Erfurt lag nur wenige Monate zurück. Und doch fand ich etwas Literatur. Morton Rhue, der Autor des Klassikers “Die Welle” schuf mit “Ich knall’ euch ab”, eine mehr als halbgare Kost. Mit aller Gewalt versucht er die Opfer zu Tätern werden zu lassen, und die Täter zu Opfern. “Der Amoklauf von Erfurt” (vom Archiv der Jugendkulturen e.V.) befasste sich mit dem ersten großen deutschen Schulmassaker. Hier wird der Fall wiedergegeben, nach all den Fakten, die man zu diesem Zeitpunkt wusste.

Die Politik, und in diesem Punkt verachte ich sie auf das Allerhöchste, versucht erst gar nicht einmal, die genaueren Umstände zu erforschen. Stichworte wie “Killerspiele”, “Waffengesetz” oder einfach purer “Wahnsinn” geben keine Erklärung. Und lassen auch keine Aufklärung erwarten. Wer hat denn nun Schuld? War der Amokläufer einfach wahnsinnig? Ist das Waffengesetz zu locker? Spielte er Egoshooter? Was hat das alles nur mit der Erklärung zu tun.

Tim Kretschmer (und all seine Vorgänger auf der traurigen Liste der Schulamokläufer) hat keinen Brief geschrieben, keine Erklärung. Er hätte es uns sagen können, was ihn zu dieser Tat bewegte. Wir werden es nie erfahren. 

Vielleicht wäre ein totales Waffenverbot in Deutschland angebracht? (Und vielleicht ist Strache einer dieser Dummköpfe, die jetzt auch noch fordern, dass jeder Schüler bzw. Lehrer eine Waffen tragen sollte, um sich vor eben so einen Amokläufer zu wehren.) Vielleicht sollten Spiele ab 18 eben nur an Leute ab 18 verkauft werden? Vielleicht sollte jeder seiner Eigenverantwortung nachkommen? Ich weiß es nicht.

Einen sehr passenden Titel schrieb der Lindwurm zu diesem Thema.

Helden sterben anders.

Um es noch einmal festzustellen: Jörg Haider war nicht James Dean und auch nicht Lady Di. Der 11. Oktober 2009 ist ebenso nicht das 9/11 Kärntens. Und die Sonne steht immer noch über diesem Bundesland. Jörg Haider ist tot, und es war beileibe kein glorreicher Abgang.

Wenn ich das Wort “Staatstrauer” höre, dann stoßt es mir immer übel auf. Dieses Wort ist so schrecklich verallgemeinernd. Und trifft meiner Meinung nach vor allem auf den Tod Jörg Haiders nicht zu. Er war ein Mann Kärntens, der “Landesvater”, wie so viele ihn nun bezeichnen. Und diese Menschen trauern auch um ihn. Er hat ihnen irgendetwas gegeben, was Außenstehende (so wie ich, ehemalige Oberösterreicher, nun Wiener) nicht verstehen werden. Er hat ihnen Kärnten vor ihren Augen scheinbar zu einem Paradies werden lassen. Auch wenn es wirtschaftlich und arbeitspolitisch nun doch relativ schlecht dasteht.

Haider war ein Mensch wie jeder andere. Er trank Alkohol wie wahrscheinlich 70% aller erwachsenen Menschen und er fuhr gerne schnell (so wie vielleicht 50% der Autofahrer es tun). Haider starb in einem Autounfall, so wie letztes Jahr 686 andere Menschen auf Österreichs Straßen. Warum sollte dann sein Tod Staatstrauer erzeugen? Warum gerade sein Tod, hatte er ihn doch mit 142 km/h und 1,8 Promille selbst verschuldet?

Ich kann mich nur noch einmal wiederholen, dass jeder Tod tragisch ist. Doch worauf ich jetzt noch einmal zu sprechen kommen möchte (um dann die Berichterstattung rund um Jörg Haider abzuschließen) ist die Tatsache, dass Jörg Haider beileibe kein Held war. Beziehungsweise nicht als Held starb. So sterben nicht Helden. Als Gefahr für alle anderen. Haider ist tot und ganz Österreich trauert nicht.

Es sind nur seine politischen Anhänger, Menschen, die von seinem Auftreten verzaubert wurden (so schräg es auch klingt). Und es ist seine Familie. Diese Menschen trauern. Diese dreißig bis fünfzig Tausend Menschen repräsentieren nicht die 8,7 Millionen Einwohner Österreichs. Das wollte ich einfach mal festhalten, damit niemand den Österreichern eine Heroisierung unterstellen kann. Heroisiert wird er von den Kärntnern, wobei ich glaube, dass viele schlussendlich doch nur Trittbrettfahrer sind, sich im Sog die Kärntner Landestrauer befinden.

Er soll in Frieden ruhen. 

Und all diese schrecklich naiven Menschen sollen endlich einsehen, dass ihr Held nicht von irgendwelchen Feinden getötet wurde. Ihr Held raste mit 142 km/h und 1,8 Promille über die Straße. Ihr Held tötete sich selbst. Und nahm glücklicherweise niemanden mit in den Tod. 

 

Und wieder bei Helge gefunden, ein Video von Robert Misik

Update: Und noch ein tolles Video von Robert Misik, passend zur Heroisierung und zur Landestrauer Kärntens

Neue Informationen zum Tod von Jörg Haider

In den frühen Morgenstunden des gestrigen Samstags verstarb mit Jörg Haider Kärntens Landeshauptmann, der Parteivorsitzende des Bündnis Zukunft Österreichs und die konstanteste politische Figur in Österreich. 

Laut heutigen Berichten soll Jörg Haider mit seinem relativ neuen VW Phaeton (ein normalerweise sehr sicheres Auto) mit 142 km/h auf der Landstraße in Richtung des Bärentals unterwegs gewesen sein. Die Geschwindigkeitsbeschränkung an der Unfallstelle liegt bei 70 km/h, einhundert Meter danach nur mehr 50 km/h. Somit hat er mit stark überhöhter Geschwindigkeit nach einem Überholmanöver die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Damit das Bündnis Zukunft Österreich nun nicht lange ohne Frontmann dasteht, wurde Stefan Petzner (er und Haider waren laut eigenen Aussagen beste Freunde, er war seit 2004 persönlicher Sprecher von ihm, zuletzt Generalsekretär) bei einer Vorstandssitzung in Wien zum Nachfolger von Jörg Haider gewählt.

“Es sind sehr große Schuhe, aber ich werde gehen, nicht fallen” – Stefan Petzner nach seiner Ernennung zum neuen Parteichef des BZÖ

Alle ausländischen Medien berichteten vom Unfalltod des Kärntner Landeshauptmannes. derStandard.at hat diese hier gesammelt und veröffentlicht. 

Und auch wenn Haiders Tod immer noch das Titelthema aller Nachrichtenhomepages und Blogs ist, hat sich u.a. derStandard.com dazu entschlossen, die Kommentarfunktion zu jenen Themen zu deaktivieren.

Aufgrund der großen Anzahl an pietätlosen Postings sieht sich derStandard.at gezwungen, zu diesem Thema ausnahmsweise kein Forum einzurichten.

Meine Meinung zu Kommentaren und Einträgen

Auch ich habe überlegt, ob ich denn für diesen einen Eintrag die Kommentarfunktion wegschalten sollte. Ich wusste, dass Haider der wohl umstrittenste Politiker Österreichs war, und dass sich hier im Web 2.0 genug radikal linke als auch radikal rechte Menschen tummeln. Und dass Pietät gerade zu einem solchen Thema oftmals nicht vorhanden ist, habe ich befürchtet, einfach nur geschmacklose Kommentare zu bekommen. Schließlich habe ich mich dagegen entschieden, da dies nicht dem Konzept des Web 2.0 entspräche. Aber ich distanziere mich hiermit noch einmal ausdrücklich von allen Kommentaren und betone erneut, dass man vom Politiker halten könne was man möchte, dass der Tod eines Menschen – egal ob er nun mit überhöhter Geschwindigkeit selbst Schuld war, oder nicht – tragisch ist. Wenn man das menschliche Leben nicht genug achtet, und einen Unterschied zwischen Menschen macht, stellt man sich vielleicht sogar auf jene Ebene, desjenigen, über dessen Tod man sich freut. 

Ich war übrigens beeindruckt von der Interesse an meinem Artikel. Und jeder mir bekannte Politblog in Österreich und Deutschland berichtete ebenfalls darüber. Überraschend und ebenso erschreckend, wie viele persönliche Blogs, Blogs über Gott und die Welt, es nötig fanden, ihre “Freude” über den Tod des Rechten in Form von niveaulosen Witzen, oder pietätlosen Einträgen zum Ausdruck brachten. Traurig, wenn wirklich so viele so denken.

Jörg Haider tödlich verunglückt

In den frühen Morgenstunden ist Jörg Haider bei einem Autounfall tödlich verunglückt.

Auf dem Heimweg von Feierlichkeiten am 10. Oktober (Volksabstimmung 1920) machte sich Haider am Steuer seines Dienstwagens auf den Weg nach Hause. Nach einem Überholmanöver kam er von der Straße ab, und fuhr mit seinem Wagen frontal auf einen Betonpfeiler, das Auto überschlug sich mehrmals. Durch schwere Verletzungen im Kopf- und Brustbereich soll er laut Aussage der Einsatzkräfte auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben sein.

Für mich ist es vor allem eine menschliche Tragödie. Ruhen sie in Frieden, Herr Haider. Mein Mitgefühl der Familie und Freunden.

Hier [derstandard.at] findet man Reaktionen der Spitzenpolitiker aller Parteien sowie des Bundespräsidenten. 

So tragisch der Unfalltod ist, so kann ich in keinster Weise verstehen, wie Politiker aller Coleurs scheinbar nur lobende Worte für ihn finden.

Zum Beispiel Wilhelm Molterer:

Der BZÖ-Chef sei eine Persönlichkeit gewesen, die in den letzten Jahren die Politik in Österreich mitgeprägt und mitgestaltet habe. Haider habe immer einen eindeutigen Standpunkt bezogen und sei jemand gewesen, der sich nie ein Blatt vor den Mund genommen und Dinge beim Namen genannt habe: “Dafür gebührt ihm großer Respekt.” 

Für mich wird bei solch tragischen Umständen oft vergessen, welche Vergangenheit die Person hatte. Nachrufe von Politikern für Politiker sind meist wenig politisch. Und dann heben die Politiker oft nur das Positive hervor. Deswegen möchte ich, bezugnehmend auf die Biografie auf Wikipedia, seine Lebensgeschichte zusammenfassen.

Das Leben des Jörg Haider

Jörg Haider wurde 1950 im inneren Salzkammergut, in Bad Goisern (Oberösterreich). Schon als er das Gymnasium in Bad Ischl besuchte, war er auch in der schlagenden Schülerverbindung “Albia” aktiv. Während seines Studiums der Rechtswissenschaften und Staatswissenschaften an der Universität Wien war er in der fakultativ schlagenden Burschenschaft Silvania Wien aktiv. Man möge dies alles möglicherweise als Jugendsünde abtun, und doch ist das keine Dummheit aus frühen Tagen.

Erste öffentliche Aufmerksamkeit gewann Haider 1966, als er sich an einem Redewettbewerb des als deutschnational eingestuften Österreichischen Turnerbundes in Innsbruck beteiligte. Er gewann mit einem Beitrag mit dem Titel „Sind wir Österreicher Deutsche?“. Von 1971 an war er Vorsitzender (die Funktionsbezeichnung: Bundesjugendführer) des Rings Freiheitlicher Jugend. 

1979 zog Haider als damals jüngster Abgeordneter in den Nationalrat ein. Als die SPÖ 1983 eine Koalition mit der FPÖ bildete, hatte er Ambitionen auf das Amt des Sozialministers. In den Folgejahren kritisierte Haider häufig den liberalen Flügel der FPÖ um Vizekanzler Norbert Steger.

Mit Hilfe des deutschnationalen Flügels schaffte es Haider 1986 an die Spitze der FPÖ. Bundeskanzler Franz Franitzky beendete die Koalition. Von nun an wurden die liberalen Anliegen der FPÖ in den Hintergrund gedrängt. Vor allem durch Haider schafften sie bei den kommenden Wahlen eine Verdopplung des Ergebnisses. Im Inlandsreport bezeichnete er die österreichische Nation als “ideologische Missgeburt”.

1989 schaffte es Haider in Kärnten Landeshauptmann zu werden. Aufgrund der Aussage in einer Debatte über Arbeitslosigkeit im Kärntner Landtag am 13. Juni 1991 („Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen.“ )  schafften es die ÖVP und die SPÖ durch einen Misstrauensantrag ihn wieder aus diesem Amt zu heben.

1999 wurde die FPÖ mit Haider als Spitzenkandidat zum ersten Mal stimmenstärkste Partei in einem Bundesland. Nur mit den Stimmen seiner Partei wurde er anschließend zum zweiten Mal zum Landeshauptmann gewählt. Darauf folgend wurde die FPÖ auf Bundesebene knapp zweitstärkste Partei und ging mit der ÖVP in die Koalition. Ab 2000 zog er sich dann aus der Bundespolitik weitesgehensd zurück. Nach internen Konflikten (Knittelfeld) und einer miserablen Wahl mit Herbert Haupt als Spitzenkandidaten (Verlust von 2/3 der Wählerstimmen) gründete er 2005 das “Bündnis Zukunft Österreich”. 2006 schaffte es seine Partei überraschend in den Nationalrat, und dieses Jahr konnten sie ihre Stimmen mehr als verdoppeln.

Warum Jörg Haider für mich politisch ewig gestrig war

„Dass es in dieser regen Zeit, wo es noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind. Und das ist eine Basis, meine lieben Freunde, die auch an uns Junge weitergegeben wird. Und ein Volk, das seine Vorfahren nicht in Ehren hält, ist sowieso zum Untergang verurteilt. Nachdem wir aber eine Zukunft haben wollen, werden wir jenen Menschen, den politisch korrekten, beibringen, dass wir nicht umzubringen sind und dass sich Anständigkeit in unserer Welt allemal noch lohnt, auch wenn wir momentan nicht mehrheitsfähig sind, aber wir sind den anderen geistig überlegen.“ – Jörg Haider, 1995, in einer Ansprache gegenüber Veteranen der Waffen-SS.

Gegenüber anderen Politikern benutzte Haider oft und bewusst beleidigende Worte, welche Kritiker als „verbale Entgleisungen“ ansahen. Hierbei äußerte er sich auch über international angesehene Persönlichkeiten nicht selten abfällig. Beispielsweise behauptete er 1991, dass das polnische Volk „arbeitsscheu“ sei, könne man am polnischen Präsidenten Lech Wałęsa sehen, der „mehr breit als hoch“ geworden sei. Den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac bezeichnete er 2000 als „Westentaschen-Napoleon“, und über den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, sagte er am 28. Februar 2001 in einer Anspielung auf das Waschmittel „Ariel“, er wundere sich, wie jemand, der Ariel heißt, „soviel Dreck am Stecken haben“ könne. Die beiden zuletzt genannten Aussagen stammen von seinem langjährigen Gag- und Redenschreiber Herbert Kickl. Weiters äußerte er sich am 13. Februar 2002 über den Präsidenten des österreichischen Verfassungsgerichtshofes,Ludwig Adamovich: „Wenn einer schon Adamovich heißt, muss man zuerst einmal fragen, ob er überhaupt eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat.“ Den österreichischen EU-Kommissar Franz Fischler bezeichnete er am 8. Juni 2004 wegen seines Verhaltens in Sachen Gentechnik als „Vaterlandsverräter“ und fügt hinzu: „normalerweise müsste man so jemandem die Staatsbürgerschaft entziehen“.

Der Nationalratsabgeordnete Peter Pilz bezeichnete Haider als „politischen Ziehvater des rechtsextremen Terrorismus“ und als „Verharmloser der NS-Vergangenheit“, wogegen sich Haider erfolglos mit einer Klage zur Wehr setzte. Der Oberste Gerichtshof wertete die Aussagen im Rahmen der politischen Auseinandersetzung als gerechtfertigt. [übernommen von Wikipedia]

Weiters erinnere ich mich noch auf die Treffen Haiders mit Saddam Hussein (oder einem seiner Doppelgänger) und Muammar al-Gaddafi. Zwei Herrscher, die ihr Volk unterdrückten oder immer noch unterdrücken. Dafür hege ich kein Verständnis. Und darüber hinaus eben die Sache mit den Ortstafeln. Im Staatsvertrag und der Verfassung verankert. Von Haider belächelt, und immer noch nicht umgesetzt.

Zum Abschluss

Noch einmal möchte ich seiner Familie und seinen Freunden mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Österreich hat mit ihm einen Menschen verloren, welcher die letzten 20 Jahre durch sein Auftreten geprägt hat. Er war die Konstante der österreichischen Politik. Seinen politischen Weg, seine Ideologie, möchte ich ausklammern. Er ist aber zumindest der einzige Mensch der österreichischen Politik, welcher seit meiner Interesse für dieses Metier ständig aufgefallen ist und omnipräsent war. Nach seinem Tod bleiben seine Frau und zwei erwachsene Töchter zurück. Seine Mutter, die heute ihren 90. Geburtstag erlebt, seine Schwester und viele Freunde. Vor allem Stefan Petzner zeigte mir zum ersten Mal seit Langem, wie menschlich Politik sein kann. Auch ihm mein ehrliches Mitgefühl.

Ruhen sie Frieden, Herr Haider.

Weitere Nachrufe:

Foto: sugarmelon.com

Auch das Koma ist eine Form des Lebens. Aber was für eine.

Seit einem schweren Autounfall 1992 liegt die nun 35-Jährige Eluana Englaro im Koma. Ohne jedwede Veränderung ihres Zustandes hängt sie an Maschinen und es besteht kaum eine Hoffnung, dass sie wieder aufwachen wird. Ihr Eltern haben jahrelang dafür gekämpft, dass ihre Tochter nicht mehr künstlich ernährt wird und dadurch sterben kann. Jetzt gab ihnen ein Mailänder Gericht Recht.

Doch sogleich ist die katholische Kirche aufgesprungen und meint: “Auch das Koma ist eine Form des Lebens.” Aber dann möchte ich einmal fragen, ob jemand weiß, wie es ist, seit 16 Jahren im Koma zu liegen. Ich weiß es nicht, und ich kann es mir auch nicht vorstellen. Aber auch ich würde den Tod einem ewig langen Koma vorziehen.

Aber was erwartet man sich von der katholischen Kirche?

Quelle: orf.at

Killing In The Name Of.

Während die unbeständige Novemberluft die Selbstmordrate ansteigen lässt, enthauptet sich ein 19-Jähriger mit der Motorsäge. Was folgt? Eine seichte Berichterstattung zum Thema Gewaltspiele.

Es hat zwar etwas länger gedauert, aber nachdem die Regionalausgabe der Rundschau begann, darüber zu berichten, stiegen auch einige weitere Zeitungen ein und verfolgten den gleichen Weg. Subjektive Aussagen, dubiose Vermutungen und den Zeigefinger in Richtung der sogenannten Killerspiele. Aber …

Hatten wir das nicht schon mal?  Schon 1999 wurden Computerspiele zum ersten Mal in Verbindung gebracht mit jugendlichen Mördern. Eric Harris und Dylan Klebold, die Schüler der Columbine High School in Littleton, die 16 Menschen hinrichteten, spielten gerne das Spiel “Doom”. Robert Steinhäuser, der Amokläufer von Erfurt und Bastian B., jener von Emsdetten, waren von Spielen wie Half Life oder Counter Strike fasziniert. Soll das nun also bedeuten, dass jeder Mensch, der Spiele spielt, in welchen man mit der Waffe auf virtuelle Menschen schießt, ein vernarrter, beinharter Mörder ist?

Wunderbar war wieder einmal die Berichterstattung der Rundschau. Die darin angeführten Aussagen eines scheinbaren Experten in Sucht- und Gewaltprävention, dem Polizisten Karl Meister, zeigen wieder einmal, wie banal das Thema gehandhabt wird. Er hätte von privaten und beruflichen Problemen gewusst, und wüsste in diesem konkreten Beispiel das eine bekannte Spieleserie der Auslöser war. Warum? Weil man darin mit der Kettensäge auf Monsterjagd geht. Als engagierter Polizist dürfe man nicht wie ein Politiker à la Edmund Stoiber agieren und die komplette Schuld auf Computerspiele abwälzen. Mir erscheint sein Grinsen eher ein Zeichen der Mediengeilheit zu sein.

Nicht anders zu erwarten, ist die Berichterstattung von ÖSTERREICH. Der “Autor” Markus Hofer zieht eine Spur von Konjunktiven hinter sich her. Objektivität war man zwar von dieser Zeitung noch nie gewohnt, doch dass man sich in einer Berichterstattung so auf die Computerspiele wirft und ein Computerspiel als “ultrabrutales Machwerk” bezeichnet, lässt einen noch heftiger den Kopf schütteln. Die Kronen Zeitung ist erwartungsgemäß um keinen Geud besser.

Nur Zeitungen wie die OÖ Nachrichten, Die Presse, Der Standard und die Salzburger Nachrichten scheinen nicht den Hauptvorwurf gegen Computerspiele zu erheben. Was bei subjektiver Berichterstattung in solchen Fällen immer sieht, ist die Tatsache, dass man vergisst, dass für eine solche Tat mehrere Faktoren Auslöser sind.

Private, berufliche oder liebestechnische Probleme hinterlassen vor allem bei Jugendlichen oft einen tiefen Eindruck. Dass man dann versucht, seine Wut gegen die Welt in Shooter-Spielen zu kondensieren, ist doch nur ein kleiner Versuch, vor diesen Problemen zu flüchten. Doch müsste schon sein soziales Umfeld darauf reagieren müssen, als er sich mehr und mehr in die virtuelle Welt flüchtete.

Bei allem kommt es darauf an, wie man es konsumiert. Ich bin zwar selber Computerspieler und hatte schon einige Male eine virtuelle Waffe in der Hand, doch so etwas wird erst gefährlich, wenn man wirklich exzessiv spielt. Spiele wie Resident Evil oder Doom sind keine ultrabrutalen Machwerke, sie spielen mit der Angst des Spielers und wurden so beide zu legendären Spieleentwicklungen. Dass dabei Blut fließt, virtuelle Menschen getötet werden, und der Krieg nachgespielt wird, hat so lange keinen Einfluss auf die normale Welt, bis man nicht mehr unterscheiden kann. Und gerade das muss man verhindern.

Solche Spiele komplett zu verbieten ist einfach Humbug. Was Österreich jetzt endlich braucht: eine Einrichtung, wie die deutsche USK, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Mit Einstufungen zwischen “Freigegeben ohne Altersbeschränkung” und dem schwarzen Quadrat “Keine Jugendfreigabe”. Und wenn das dann gesetzlich verpflichtet wird, und Verkäufer den Ausweiß kontrollieren müssen, wird zumindest einmal Teenagern der Zugang zu diesen Medien verwehrt. Was mündige Bürger ab dem 18. Lebensjahr machen, kann gesetztlich so nicht mehr nachverfolgt werden. Da kommt es einfach auf das soziale Umfeld an. Und daran hapert es eben immer öfter.

Technorati-Tags:presse, gewaltspiele, killerspiele, selbstmord, motorsäge, chainsaw, games, usk

Britney Spears – Der Nächste Medienmord?

Immerwieder erzählt man Geschichten, die davon erzählen, wie Menschen,Prominente oder Wannabes durch die ständige Medienpräsenz, der sieausgesetzt waren, durch die Verfolgung durch Paparazzis oder was auchimmer, mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kamen, und so in den Suizidgetrieben wurden. Wer wird wohl der Medien nächstes Opfer?

BritneySpears, eigentlich ein Phänomen, lebende Musiklegende und eine dererfolgreichster MusikerInnen aller Zeiten. Mit …. Baby, One More Timeoder Oops! I Did It Again schuf sie einen Hit nach dem anderen, wurdeder erfolgreichste Jungstar und das Idol für so viele Mädchen. Ob diesdenn jetzt nun positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt.

Wasaber das Traurige daran ist. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr ist sieim Zentrum der Medien. Anfangs in den Jugendmusikzeitschriften, durchdas Heranwachsen und Reifen dann auch in der normalen Regenbogenpresse.Auf jedem Cover war diese Frau mindestens einmal. Man fieberte ihrenneuen Alben entgegen, freute sich mit ihr über ihre Kinder und dasscheinbare Eheglück mit Kevin Federline. Doch dann kam es zum Sturz.

DieEhe mit ihrem Extänzer verlief glücklos, es kam zur Trennung. IhreKarriere war in einer Pause, sie musste also hart arbeiten, um wiederzurückzukommen. Und währenddessen musste sie auch noch feiern. Viel zuexzessiv, viel zu wenig bekleidet. Alles wusste man von ihr, diePaparazzi verfolgten sie überall hin. Sie war das gefundene Futter fürjeden armseligen Boulevard-Fotografen. Die Welt um sie brach zusammen,die Medien, die sie zuvor in den Himmel lobten und das PhänomenPop-Prinzesschen feierten ließen sie fallen. Ihr Comeback-Versuchmisslangte total und Ms. Spears steht vor den Ruinen ihres Erfolges.

Natürlichschimpft jetzt jeder, dass diese Frau keine Kinder erziehen kann //darf. Dass sie sowieso komplett krank im Kopf ist. Und ihre Musik wirdschon längst nicht mehr gespielt. Auf den Wannabe-Musikkanälen VH1, MTVoder VIVA macht man sich über die Eskapaden lustig und Zeitungenbetiteln sie als schlechteste Mutter. Ihr Über-die-Stränge-Schlagenmuss doch auch irgendwelche Gründe haben. Daran denkt mal wiederkeiner. Man nimmt nicht einfach so Drogen, säuft, lässt sich die Haareabrasieren, und lässt sich einfach so gehen.

Man kann jetztnatürlich noch lange so weiter machen. Sie mit Argusaugen beobachten,während nicht nur ihre Karriere sondern ihr ganzes Leben den Bachhinunter läuft. Man kann über sie schimpfen und mit den Finger auf siezeigen. Aber genauso wie es für einen solchen Star wie sie es ist,schwer ist, ein Working-Class-Leben zu führen, genauso wenig können wiruns vorstellen, wie schwer es sein muss, das Leben der Britney Spearszu führen.

Also würde ich mich freuen, ein kleines bisschen mehrObjektivität von all diesen Kritikern zu hören. Nicht nur Vorwürfe,sondern vielleicht Mitleid oder Hilfe. Lassen wir nicht einen weiterenMenschen zugrunde gehen, nur um einen weiteren Skandal in der Zeitunglesen zu können.

// zur info. nie ein fan von ihr gewesen. aber entsetzt von ihrem absturz.

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