
Danke, Jörg, wo auch immer du bist.
Mit tränengefüllten Augen hatte Stefan Petzner kurz nach dem Unfalltod von Jörg Haider, vor die Kameras zu treten, um den Tod von offizieller Seite zu bestätigen. Er habe seinen besten Freund verloren, seinen “Lebensmenschen.” Doch wer ist dieser Stefan Petzner?
Mit seinen 27 Jahren ist er der jüngste aller Parteichefs. Geboren am 17. Jänner 1981 in der Steiermark (Laßnitz bei Murau) schaffte er schnell den Sprung in die Landespolitik.
Petzner studiert(e) Publizistik an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Schon damals trat er als Sprecher des – mandatslosen – Rings Freiheitlicher Studenten auf. (Seine noch nicht vollendete Diplomarbeit ist “Die Macht der Musik am Beispiel Udo Jürgens”) 2004, im Alter von 23 Jahren, wurde er von Jörg Haider als Pressesprecher in die Kärntner Landesregierung geholt, im Juni 2006 wurde er stellvertretender BZÖ-Bundesobmann und gemeinsam mit Martin Strutz BZÖ-Generalsekretär. Weiters ist er auch bis heute noch geschäftsführender Landesparteiobmann in Kärnten, und … aufgrund des Todes Jörg Haiders auch Parteichef des BZÖ.
Petzner wuchs in Laßnitz im Bezirk Murau mit vier Geschwistern in einer freiheitlichen Familie auf. Er legt übrigens Wert auf die Unterscheidung: er sei freiheitlich, nicht national. Aufgefallen ist er jodch mit so manchen fragwürdigen Aussagen und Slogans: Er erfand z.B. “Kärnten wird einsprachig” und auch Anspielungen auf nationalsozialistische Diktion fand man immer wieder. “Wollen Sie eine endgültige Lösung der Ortstafelfrage?”. Die “Sonderanstalt” für Asylwerber in Kärnten” bezeichnete er als “Zwischenlösung”
Die letzten Jahre sah man ihn nur in/als Begleitung von Jörg Haider. Die Fernsehkameras und Pressefotografen kannten ihn, doch in Erinnerung wird er wohl nun für lange Zeit (womöglich für immer) mit seinem Auftritt nach dem Tod Haiders bleiben. “Sein Gesicht, seine Worte, seine Emotionen [...]” [derStandard.at]
Die Aufgabe Petzners wird es nun sein, zu retten, was es noch zu retten gibt. Das BZÖ ist ein Werk Haiders, er schuf die Partei und erst durch seine Rückkehr als Spitzenkandidat für seine Partei schaffte es das BZÖ, in den Wahlumfragen deutlich von der 4%-Hürde wegzukommen. Schlussendlich schaffte man es, die Prozente beinahe zu verdreifachen. Jetzt fehlt mit Jörg Haider eben das Aushängeschild der Partei, der Frontmann, welcher allein durch seine Präsenz Stimmen bekam. Für Stefan Petzner wird es nun schwierig, das BZÖ in den Bundesländern zu halten. In Kärnten ist die Unterstützung merkbar, hier werden sie wohl auch nächstes Jahr wieder Regierungspartei. Aber in allen anderen Bundesländern wird es, trotz des Ergebnisses auf Bundesebene, schwierig, die Erfolgsserie fortzusetzen. Und Experten sagen auch für die nächste Nationalratswahl (spätestens 2013) einen starken Verlust des BZÖ voraus.
Quellen:
In Portraits möchte ich zu einem großem Teil keine Wertung über den Menschen abgeben. Das kann jeder für sich tun, und auch ich habe meine Meinung zu den Personen.
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