Posts Tagged 'Robert Misik'

morgen.update #020410


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POLITIKHeinz Fischer im Interview (Teil 2), Das Sozi-Krankenbett via Misik, Nulllohnrunde für Beamte (?), Überblick der “Leider-Nein”-KandidatenGESELLSCHAFTrückläufige Arbeitslosigkeit?, schlechte Betreuung für Behinderte - MEDIENScientology-”Gegenfilm” online, Fußballrechte an ORF und Sky WEB 2.0Bloggerinnen und die Modebranche, Das Resümee des Internetfastens TECHNIKiPad-Hype scheinbar gerechtfertigt, Revolution des Computerinterfaces?ANKÜNDIGUNGUmfrage

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Wochenrückblick

Keine Zeit, andersweitige Verpflichtungen oder whatever. Diese Woche war es ruhig auf POLILOG. Aber jetzt kommt mein Wochenrückblicksrundumschlag. Versprochen.


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Kapitalismus und popkulturelle Moral

Letzten Donnerstag fand im Hörsaal 50 an der Hauptuni eine Ringvorlesung zum Thema “Kapitalistischer Realismus”. Der V0rtragende war Robert Misik, österreichischer Publizist und Videoblogger (unter anderem). Hier einige Links zu einem Podcast und Bildern.


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Politik der Paranoia

Im Kritiklager: Robert Misiks Gedanken über die Politik der Paranoia. Weiterlesen ‘Politik der Paranoia’

Fragen zur Finanzkrise

Während ich mir zurzeit eine genussvolle Auszeit nehme, mich mit Freunden treffen und die letzten Seiten von Robert Misiks (wirklich lesenswerten) Buch “Politik der Paranoia – Gegen die neuen Konservativen” lese, tauchen immer und immer wieder Fragen zu meinem persönlichen Unwort des letzten, des heurigen und des kommenden Jahres auf: der Finanzkrise.

War schon die Börse an sich für mich ein vollkommen unverständliches Unding, gegen welches ich mich von Anfang an zu sträuben begann, ist die aktuelle Krise, welche ich bis vor kurzem vollkommen unterschätzt habe (ich dachte, nur Amerika wäre wirklich schlimm davon betroffen, Österreich würde nur ganz leicht gestreift werden) ein riesiger Fragenpool.

  1. Milliarden um Milliarden [weltweit mehrere Billionen Dollar/Euro (glaubte man eigentlich jemals, dieses Wort im Kombination mit einer Währung nennen zu müssen)] pumpen die Industriestaaten in ihre Wirtschaft. Konjunkturpakete nennen sie sie, und dadurch möchte man die größte Gefahr übergehen. Doch was, wenn all das nicht fruchtet? Die USA haben schon jetzt ein Budgetloch und wären nach einem misslungenen Konjunkturpaket bankrott. Was wäre dann?
  2. Hat eigentlich noch kein einziger Politiker Robert Misiks Buch gelesen? Es beschreibt wunderbar meine Ansichten und wäre ein guter Ratgeber für die Finanzkrise (und gegen die neuen Konservativen). Warum wird zurzeit so viel Geld in die Wirtschaft hineingesteckt (vor allem in Konzerne, die für all diesen Mist heute zuständig sind), und nicht in den Sozialstaat? Warum erhöht man nicht das Arbeitslosengeld, wo bleibt das Grundeinkommen? Warum nimmt man sich jetzt nicht die Zeit und das (im Überschuss verbutterte Geld) um den Sozialstaat (in Österreich) von Grund auf zu erneuern und zu verbessern? Um die Schere zwischen Reich und Arm wieder etwas zuschnappen zu lassen? Sind denn alle Politiker so blind? Oder so verdammt konservativ?
  3. Warum geht man bei staatlichen Konzernen nicht einfach so weit, vollkommen missratene Manager wie Ötsch oder Wrabetz fristlos zu kündigen und einfach mal ganz frech gegen das Recht zu verstoßen. Sie sollten einfach mal versuchen, ihre “Abfindung”, die Prämie für ihren “Erfolg” als Manager zu verlangen: die Öffentlichkeit schafft es vielleicht genauso wie bei dem Doch-nicht-Weihbischof Wagner, ihn wieder in die Versenkung zurückzudrängen. 
  4. Was, wenn die ganze Weltwirtschaft nicht nur zusammenbricht (das ist sie zurzeit beinahe schon zu einem großen Teil), sondern explodiert. Und man mit einer neuen Zeitrechnung beginnen muss? Und plötzlich wieder alle Länder Entwicklungsländer sind?
  5. Wie groß ist die Finanzkrise nun wirklich? In der aktuellen FS Misik Folge beginnt er mit den Horrorszenarien, die schrecklich klingen, aber möglicherweise schon bald real sein könnten. Politiker sprechen von einem Ende Mitte bis Ende 2010. Andere meinen, dass erst in der Mitte des nächsten Jahrzehnt von einem neuen Aufschwung zu sprechen sein kann. Sprecht euch doch bitte mal ab, und erklärt mir ganz nüchtern, wie es denn nun um die Weltwirtschaft steht. Zurzeit schmückt mein Kopf diese unwohle Gefühl des gefährlichen Halbwissens!
  6. Und wie und warum muss eine Wirtschaft ständig wachsen? Wie ist es möglich, dass jährlich die Wirtschaft um so und so viele Prozente stieg und warum ist ein Minus von 1 Prozent so schrecklich? Gibt es denn keine Grenze nach oben? Und war nicht absehbar, dass ein rasantes Wirtschaftswachstum irgendwann ein Ende haben muss?
  7. Und wie – verdammt noch mal – funktioniert die Börse? (Ich bitte um Erklärungen, als würde man es einem Kindergartenkind erklären: wie spekuliert man? Was ist ein DAX, ATX, Nasdaq?)

Fragen über Fragen. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich mich damit an die Öffentlichkeit wende. Vielleicht kann mir jemand eine Antwort darauf geben. Ich wäre zumindest jedem, der sich die Mühe macht, darüber nachzudenken, sehr verbunden.

Gaza – Und auf welcher Seite stehst du?

Der neue Videocast von Robert Misik auf derstandard.at lässt mich jetzt, zu so später Stunde, noch einmal in die Tasten tippen. Er greift in diesem sehenswerten Video ein Thema auf, dass mir selbst schon vor einigen Tagen ungut auffiel. Denn, im Gegensatz zu all den Demonstrationen zum Irakkrieg 2002, in dem es einfach vor allem nur “Against war” ging, verläuft der aktuelle (eskalierte) Konflikt im Gaza-Streifen. In unzähligen Ländern gibt es Unterstützungsbekundungen für die Palästinenser und selbst ich wurde per Facebook zu einer Kundgebung eingeladen, um auf der Seite der Israelis zu stehen.

Dass österreichische Moslems und Juden natürlich zu einer Seite tendieren, verüble ich ihnen nicht einmal. Auch wenn es, aufgrund der Entfernung nicht wirklich nötig wäre. Aber dürfen wir Österreicher christlichen Glaubens (bzw. Atheisten) uns auf eine Seite der “Macht” stellen? Dürfen wir entscheiden, wer im Recht und wer im Unrecht ist?

190109poli

Seit ich mich erinnern kann, gibt es im Gazastreifen einen Konflikt. Immer wieder artet er aus. Aber warum gehen die Menschen weltweit nicht auf die Straße um Frieden zu fordern. Um eine diplomatische Lösung mithilfe verschiedener Berater zu finden. Mit genug Anstrengung und auch einer gehörigen Einmischung der UN (auf welche ich schon seit Jahren warte), mit Druck der EU, Amerika, Russland und was weiß ich für einer Weltmacht, könnte man eine Lösung finden. 

Was die beiden Völker verbindet, ist ihr tief verwurzelter Hass. Egal ob die Hamas oder Israel … auf beiden Seiten wurden so viele Fehler gemacht, die Einen wurden jahrzehntelang unterdrückt, die Anderen schießen ständig auf zivile Ziele. Und da wir, wir hier in Österreich, der Insel der Seeligen, keine Ahnung haben, was da unten nun wirklich abläuft, dürfen wir uns nicht für eine Seite entscheiden. 

Normalerweise müsste man gegen jedwede Art von Krieg sein. Genau das fehlt mir bei den aktuellen Meinungen vieler Linker, die sonst ihren Fahne des Pazifismus hochstrecken. Und so hoffe ich, dass ich es irgendwann noch einmal erleben werde, dass in dieser Region, dem Gaza-Streifen zwei Völker friedlich nebeneinander leben können. So würde mein utopischer Traum vom Weltfrieden ein kleines bisschen realer.

[Bildquelle: Ein Ausschnitt aus diesem Bild von Gauravonomics]

Das Leben im Web 2.0 – Übers Bloggen, Twittern und allem rundherum

Das Internet, besonders infolge des Web 2.0, kann ihr Leben vollkommen verändern. 

Was gibt es denn noch zu sagen? Über Bloggen, Twittern und über das gesamte Web 2.0 wurde schon so viel geschrieben, dass ich eigentlich nur mehr die Möglichkeit habe, zusammenzufassen, warum ich, selbst drei Jahre nachdem ich in diese Welt eingestiegen bin, immer noch von den unglaublichen Möglichkeiten beeindruckt bin. Und für alle, die vielleicht erst jetzt die ersten Schritte ins Web 2.0 wagen, und nur wenig Vorwissen vorweisen können, möchte ich auch noch einen kleinen Überblick über die wichtigsten POI, also Points of Interests, geben. (Ich werde nicht verschiedene Projekte der gleichen Idee vorstellen, sondern jende Projekte, welche auch ich nutze.)

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Web 2.0
  2. Das Bloggen
  3. Bilder, Videos, Podcasts
  4. Micro-Blogging
  5. Resümee

1. Das Web 2.0

Das Web 2.0 … wieder einmal ein Wort, welches man nicht in wenigen Worten erklären kann. Web 2.0, wenn man es bildlich machen möchte, sieht jedenfalls so aus:

Wenn ich gefragt werde, was denn nun Web 2.0 ist, fange ich immer mit meinen ersten Schritten im “alten” Internet an. Früher waren Homepages statisch (schon klar, diese gibt es immer noch), aber wenn es sich dabei um persönliche Webseiten handelte, fehlte irgendwie die Möglichkeit sich umfassend selbst zu präsentieren. Mithilfe der Blogs war es eben dann möglich, chronologisch gelistete Einträge zu schreiben, und die Leser hatten endlich die Möglichkeit zu kommentieren. Auch Wikipedia ist eine Ausgeburt des Web Zwei Null. User schreiben Inhalte für User. Der sogenannte User-generated-content. Und meiner Meinung nach ist es das, was das “neue” Internet ausmacht.

2. Das Bloggen

Das Bloggen. Es ist eine Philosophie für sich. Der Begriff “Online-Tagebuch” geistert ja schon lange herum, aber das trifft nur auf wenige Blogs in der deutschsprachigen Blogosphäre zu. Blogs befassen sich manchmal mit einem gewissen Thema, berichten etwa wie hier über Politik. Und manchmal, wie auf meinem Hauptblog eben auch sehr persönlich. Zuallererst finde ich: Es macht Spaß.

Einige Menschen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis haben es selbst schon einmal probiert. Leider haben auch einige wieder damit aufgehört. Das finde ich persönlich sehr schade, denn eingie hätten wirklich Potential, um einen wundervollen persönlichen Blog zu erschaffen. Am Anfang, nachdem die Faszination des eigenen Publizierens etwas nachgelassen hat, kommt der erste Verdruss: Die Leserzahlen steigen nicht automatisch proportional mit dem Alter des Blogs. Wenn man sich in die Blogosphäre traut, sollte man sich auch in der Nachbarschaft umsehen. Durch Kommentare auf themenverwandten Blogs kommen so wieder einige über diesen Umweg auf den Blog. Und irgendwann hat sich sowieso all das verselbstständigt.

Das Problem, vor allem der österreichischen Blogosphäre, die sich wundert, warum es noch kein österreichisches Huffington Post gibt, ist die Ernsthaftigkeit, mit der man an die Sache herangeht. Es ist noch nie ein Top-Blogger vom Himmel gefallen. Alles muss man sich langsam aufbauen, aber wenn man es erst einmal schafft, sich eine Stammleserschaft aufzubauen, und in regelmäßigen Abständen auch immer neue Einträge in die Runde wirft, wird unglaublichen Spaß daran haben. 

Für mich hat das Bloggen an sich schon so vieles ermöglicht: 3 Mal wurde ein Text von einem meiner Blogs in der Tageszeitung “Die Presse”  veröffentlicht, zum achten Mal fand man mich in den “Salzburger Nachrichten”. Ein Text von mir machte eine Redakteurin der deutschen Zeitschrift NEON auf mich aufmerksam, und nach einem Telefoninterview wird demnächst eine mehr oder weniger schlimme Story in der Zeitschrift zu finden sein. Und durch die Mitarbeit am sehr erfolgreichen Projekt NEUWAL.com von Dieter Zirnig, hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, so richtig tief in das Leben als Journalist hineinzuschnuppern, als wir von der letzten TV-Diskussion vor der Nationalratswahl live aus dem Atrium unter unzähligen Journalisten mitbloggten. Ebenso konnte ich nun schon mit POLILOG auf einer EU-MinisterInnen-Konferenz als “PRESS” teilnehmen. Und was das Wunderbarste ist: Man lernt neue Menschen kennen. Und meist sind sie in einem persönlichen Blog um einiges ehrlich, als jedes Profil der Welt auf studiVZ, Facebook oder ähnliches sein kann.

Die wichtigsten 2 Blogplattformen: de.wordpress.com, www.blogger.com

3. Bilder, Videos, Podcasts

Durch den flächendeckenden Besitz von Digitalkameras nötigt einen ja beinahe dazu, die geschossenen Kunstwerke der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich selbst habe mich damit bisher immer sehr stark zurückgehalten. Nur wenige wirklich kunstvolle Bilder fanden den Weg ins Internet. Im Laufe des nächsten Jahres werde ich aber alles daran setzen, mein bisher vergeudetes Talent für die Kunst der Fotografie endlich publik zu machen. Dafür gibt es die verschiedensten Plattformen. Die Berühmtesten sind, meiner Meinung nach, flickr und Picasa. Hier kann man sich den flickr-Account für den Blog POLILOG ansehen. Auch hier kann man kommentieren, die Bilder zu den eigenen Favoriten hinzufügen und ähnliches. Picasa, ein Produkt aus der Google-Palette, beinhaltet ein Programm, welches auch offline schnell und einfach Bilder von der Speicherkarte auf den Computer rüberladet. Natürlich kann man mit dem Programm auch Bilder verändern, anpassen, Effekte hinzufügen und wild herumtesten. Mit einem Druck auf einen Button können dann ausgewählte Bilder auch in ein Webalbum hochgeladen werden. Und das alles natürlich gratis: flickr beschränkt auf 200 Bilder (ein unbegrenzter Account kostet 24,95 Dollar im Jahr) und Picasa beschränkt auf 1 GB. 

Es ist bemerkenswert, welche Kunstwerke man auf Plattformen wie diesen findet. Für meinen persönlichen Blog Neon|Wilderness suche ich mir ständig Bilder, welcher unter Creative Commons hinaufgeladen wurden, um sie in die Einträge einzubinden. Denn mehr als 8 Millionen Bilder gibt es schon, wo man einzig und allein einen Link zum Fotografen miteinfügen muss. 

Die berühmteste Videoplattform ist natürlich YouTube. Eine immer noch ständig wachsende Community lädt mehr und mehr Videos hinauf. So findet man abertausende Musikvideos, Konzertmitschnitte, Trailer oder einfach auch nur Funvideos. Wie z.B. das Video zur österreichischen Hexapod-Meisterschaft, welches gerade der Hit der österreichischen YouTube-Szene ist.

POLILOG hat auch einen YouTube-Account, welcher aber bis jetzt noch unbenützt ist. Ich überlege immer noch, wie ich diesen Account richtig einsetzen kann. Aber das etwas kommt, das ist natürlich klar. Andere Videoplattformen sind z.B. vimeo, MyVideo oder dailymotion. Eine Möglichkeit wäre das Videobloggen, wie es Tom Schaffer auf ZurPolitik oder Robert Misik für derStandard.at. Und nun komme ich vom Videocast zum Podcast.

Neben Digitalkameras haben auch Mp3-Player eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hinter sich. Vor allem durch Apples iPod ist die mobile Musikdatenbank allgegenwärtig. Deswegen gibt es Abermillionen von Angeboten, um sich sogenannte Podcasts herunterladen. Hier sprechen Professionelle z.B. über Filme (wie auf widescreen-vision) oder eben Amateure über Themen, die ihnen gerade so in den Sinn kommen. Ich selbst habe auch schon auf meinem Hauptblog versucht, und vielleicht findet das auch bald Einzug hier auf POLILOG. Es ist schön, welch wunderbare Reaktionen man darauf bekommt. 

Video- und Podcasten ist schon sowas von selbstverständlich. Selbst wenn man nur kurz ein verwackeltes Video mit der Digitalkamera aufgenommen hat, mit Videoplattformen wie YouTube kann man sie so der Menschheit zugänglich machen. Und um auch mobil zu informieren, sind Podcasts perfekt.

4. Micro-Blogging

Twitter und Soup.io. Irgendeine Ahnung wovon ich spreche? Viele wagen sich nicht, selbst wenn sie das Bloggen als Spaß empfinden und freudig immer öfter ins Internet kucken, an Twitter. In 140 Zeichen soll man auf den Punkt kommen, und noch dazu soll all das interessant sein. Schon lange bevor die Twitterwelle losbrach, habe ich mich angemeldet. Den genauen Grund weiß ich nicht mehr, und anfangs war es, aufgrund fehlender sozialer Web 2.0-Bekanntschaften, nicht wirklich spaßig. Aber nachdem mehr und mehr Menschen, die ich kenne bzw. kennengelernt habe, einen eigenen Twitteraccount haben und so ihr Leben in 140 Zeichen abbilden, ist Twitter das wohl größte Phänomen des Web 2.0. Es ist eigentlich vollkommen sinnlos, aber auch in irgendeiner Art und Weise überaus genial. Vom Tod Jörg Haiders habe ich z.B. über Twitter erfahren, lange bevor die ersten Medien ausgiebig darüber berichteten. Hier muss ich einfach sagen: Probiert es aus, lasst euch überraschen. Irgendwann schnappt der Vogel jeden Menschen und zieht ihn in seinen Bann.

Bei soup.io handelt es sich um – ja, man mag nun verwundert die Augen ganz groß aufreißen – ein scheinbar sehr erfolgreiches Startup aus Österreich. Und das vollkommen zurecht. Denn soup.io ist sozusagen die Zusammenfassung von unglaublich vielen Web 2.0 – Accounts. Per RSS-Feed (eine Internetadresse, mit welcher man die Beiträge abonniert) oder durch die einfache Eingabe des Benutzernamens werden hier die neuesten Einträge gesammelt. So wird diese Seite zur Webfundstückdatenbank. POLILOG hat eine eigene Suppe, welche die Einträge von diesem Blog, Del.icio.us, flickr, Twitter und YouTube sammelt, und auf der Suppe von just4ikarus findet man meine persönlichen Fundstücke und Einträge. 

Ich bin der Meinung, dass all jene, die bisher nur gebloggt haben, zuerst eine kleine Hemmschwelle überwinden müssen, um sich mit Twitter und soup.io zurecht zu finden. Ich dachte mir, dass sich auf meiner Soup eigentlich dasselbe befinden wird, wie auf meinem Hauptblog, aber mehr und mehr hat sich diese Seite verselbstständigt. Wenn ich auf irgendeiner Seite bin und ein Bild auf Soup veröffentlichen möchte, schaffe ich das nun in 2 Sekunden. Einfach großartig. Und Twitter ist, wie gesagt, ein komplett eigenes Kapitel. Aber definitiv einen Versuch wert.

5. Resümee

Was ist es denn nun, was mich am Web 2.0 nach über 3 Jahren noch so fesselt und beeindruckt? Es ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich ist es die Verbindung zwischen all diesen Services. Durch das Bloggen habe ich eine Möglichkeit gefunden, mich selbst zu präsentieren, um meine Meinung und mein Leben der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch Bilder-, Video- und Podcast-Uploads habe ich ein Feld gefunden, wo ich mich noch unprofessionell hineinstürzen kann, und verschiedene Experimente probieren möchte. Twitter und Soup.io machen einfach nur Spaß und sind ein großartiger Zeitvertreib. 

Warum ich denn nun diesen sehr langen Eintrag schreibe (> 1500 Wörter)? Es gibt genügend Blogger, die nur die Bloggerplattform WordPress kennen, aber noch nie etwas von all den anderen Möglichkeiten gehört haben. Manche unter dem Vorwand, das Real Life habe eine viel höhere Priorität. Aber es funktioniert alles nebenbei, das verspreche ich. Zwar wird man mehr und mehr auch Teil des Web 2.0, aber das Real Life kommt nicht wirklich zu kurz. Ich empfehle allen Interessierten, es einfach mal zu versuchen. 

Und wer einen Überblick über all die Web 2.0 – Veranstaltungen in Wien haben möchte, dem empfehle ich die neue Seite WienWeb2.0 und die Wandinstallation im Museumsquartier.

Bilderquellen: 

Helden sterben anders.

Um es noch einmal festzustellen: Jörg Haider war nicht James Dean und auch nicht Lady Di. Der 11. Oktober 2009 ist ebenso nicht das 9/11 Kärntens. Und die Sonne steht immer noch über diesem Bundesland. Jörg Haider ist tot, und es war beileibe kein glorreicher Abgang.

Wenn ich das Wort “Staatstrauer” höre, dann stoßt es mir immer übel auf. Dieses Wort ist so schrecklich verallgemeinernd. Und trifft meiner Meinung nach vor allem auf den Tod Jörg Haiders nicht zu. Er war ein Mann Kärntens, der “Landesvater”, wie so viele ihn nun bezeichnen. Und diese Menschen trauern auch um ihn. Er hat ihnen irgendetwas gegeben, was Außenstehende (so wie ich, ehemalige Oberösterreicher, nun Wiener) nicht verstehen werden. Er hat ihnen Kärnten vor ihren Augen scheinbar zu einem Paradies werden lassen. Auch wenn es wirtschaftlich und arbeitspolitisch nun doch relativ schlecht dasteht.

Haider war ein Mensch wie jeder andere. Er trank Alkohol wie wahrscheinlich 70% aller erwachsenen Menschen und er fuhr gerne schnell (so wie vielleicht 50% der Autofahrer es tun). Haider starb in einem Autounfall, so wie letztes Jahr 686 andere Menschen auf Österreichs Straßen. Warum sollte dann sein Tod Staatstrauer erzeugen? Warum gerade sein Tod, hatte er ihn doch mit 142 km/h und 1,8 Promille selbst verschuldet?

Ich kann mich nur noch einmal wiederholen, dass jeder Tod tragisch ist. Doch worauf ich jetzt noch einmal zu sprechen kommen möchte (um dann die Berichterstattung rund um Jörg Haider abzuschließen) ist die Tatsache, dass Jörg Haider beileibe kein Held war. Beziehungsweise nicht als Held starb. So sterben nicht Helden. Als Gefahr für alle anderen. Haider ist tot und ganz Österreich trauert nicht.

Es sind nur seine politischen Anhänger, Menschen, die von seinem Auftreten verzaubert wurden (so schräg es auch klingt). Und es ist seine Familie. Diese Menschen trauern. Diese dreißig bis fünfzig Tausend Menschen repräsentieren nicht die 8,7 Millionen Einwohner Österreichs. Das wollte ich einfach mal festhalten, damit niemand den Österreichern eine Heroisierung unterstellen kann. Heroisiert wird er von den Kärntnern, wobei ich glaube, dass viele schlussendlich doch nur Trittbrettfahrer sind, sich im Sog die Kärntner Landestrauer befinden.

Er soll in Frieden ruhen. 

Und all diese schrecklich naiven Menschen sollen endlich einsehen, dass ihr Held nicht von irgendwelchen Feinden getötet wurde. Ihr Held raste mit 142 km/h und 1,8 Promille über die Straße. Ihr Held tötete sich selbst. Und nahm glücklicherweise niemanden mit in den Tod. 

 

Und wieder bei Helge gefunden, ein Video von Robert Misik

Update: Und noch ein tolles Video von Robert Misik, passend zur Heroisierung und zur Landestrauer Kärntens


Aktuelles Gezwitscher

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