Mit 'Presse' getaggte Einträge

Ein Lichtermeer ums Parlament

Wie aus einem Aufruf auf Facebook eine Lichterkette wurde. Wie diese Sache wieder beweist, welche Fähigkeiten diese Social Networks selbst in Österreich haben. Und warum ich doch ein kleines bisschen enttäuscht bin. Und schließlich und endlich, warum ein klein bisschen Anarchie auf den Straßen Wiens etwas Wundervolles ist.

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Die WAZ, die Krone und der Mediamil-Komplex

„Im übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplex muss zerschlagen werden“ – Jede Woche endet Armin Thurnher seinen Leitartikel im Falter mit diesem Ceterum Censeo (übrigens macht er das schon seit 1994). Durch den Ausstieg der WAZ aus dem Krone-Imperium könnte dieser Wunsch möglicherweise in Erfüllung gehen. Weiterlesen ‘Die WAZ, die Krone und der Mediamil-Komplex’

Vom Blogger zum Publizisten

Einige wenige wissen es vielleicht: Ich möchte irgendwann einmal, in naher Zukunft aber, als Journalist arbeiten. Und schon seit einiger Zeit werden mehr und mehr die Medien 1.0 auf das Web 2.0 aufmerksam. Am 1. August 2007 druckte die österreichische Tageszeitung “Die Presse” zum ersten Mal einen Text von mir ab. Die Kategorie “Fangnetz“, welche Einträge der “besten internationalen Blogs” abdruckte [wobei ich meinen damaligen Meinungsblog beileibe nicht dazuzähle], wurde leider scheinbar mangels fehlender Interesse eingestellt. Die “Salzburger Nachrichten” geben Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis zum Alter von 25 Jahren) die Möglichkeit in ihrer Kategorie “MeinJung” Beiträge zu Wochenthemen zu veröffentlichen, 3 an der Zahl finden dann ihren Weg in die Montagsausgabe. Ich wurde bisher, seit dem 16. Juni 2008, acht Mal abgedruckt, das Honorar von 20 Euro sehe ich als weiteren Ansporn. Was mir aber immer wieder sauer aufstößt ist die Beschränkung auf 900 Zeichen. Es ist schwer, innerhalb dieser geringen Zeichenanzahl auf den Punkt zu kommen. Die Einleitung hüpft zum Hauptteil und schnell noch das Fazit. Wirklich “schöne” Texte sind somit unmöglich.

Und nachdem in Amerika das Projekt “The Printed Blog” einige kleine Wellen schlägt, hat es sich nun eine deutsche Zeitung zur Aufgabe gemacht, bei ihrem Relaunch das nicht mal mehr neue Medium Blog besser einzubinden. Man bloggt auf ihrer Seite, die Community bewertet und kommentiert, Moderatoren werden darauf aufmerksam und leiten es an die Redaktion weiter. Und so findet ein Blogeintrag auch den Weg in Richtung Printausgabe. der Freitag, eine selbstbetitelte “linke Wochenzeitung” (welche übrigens dubioserweise am Donnerstag erscheint), schafft es so, Blogger zu Publizisten zu beförden, so Herausgeber Jakob Augstein im Falter-Interview. Und noch dazu gibt es Zeilenhonorar.

Auch ich habe mir jetzt einen Blog angelegt und werde von nun an auch dort regelmäßig bloggen. Vielleicht schaffe ich es manchmal in die Printausgabe. Die Texte werden zudem auch hier veröffentlicht und werden sich meist mit den Themen (internationale) Politik und Gesellschaft beschäftigen. Sie werden darüber hinaus umfangreicher werden und ich möchte mich auch viel mehr in die Recherche stürzen.

Links:
derFreitag
mein Blog (muss erst freigeschaltet werden)

Zur Forcierung der österreichischen Blogosphäre

Für manche ist allein schon der Begriff “Blogosphäre” Grund genug, um an ein Weiterbestehen eben dieser Zusammenfassung aller Blogs zu glauben. Die geplatzte Internetblase der endenden 90er lässt immer noch viele Leute zweifeln, und das, obwohl immer mehr Medien darauf aufmerksam werden.

Ich persönlich blogge nun schon seit Ende 2005, und das mehr oder minder regelmäßig. Ich schreibe persönliche Dinge und literarische Versuche (auf Neon|Wilderness), beschäftige mich mit den Themen Politik, Medien und Web 2.0 hier auf POLILOG, und betreibe auch noch einen Lyrik-, und Fotoblog. Für manche ist das Engagement in mehreren zeitaufwändigen Projekten schon ein Grund, mich als Freak abzustempeln. Aber die Forcierung des Mediums “Blog” in Österreich wäre mir ein großes Anliegen.

Für mich war der Blog in erster Linie ein Zeitvertreib. Doch schon rasch erfreute ich mich auch an der Selbstinszenierung, und der Freude aufgrund der Selbstpublikation in einem Medium, welches theoretisch Millionen bzw. Milliarden Menschen lesen könnten. Doch so interessant war mein persönlicher Blog wohl nie, und auch “professionelle” Blogs haben nur eine begrenzte Reichweite. Was mir fehlt, ist die Vernetzung unter all den Bloggern. Schon gut, die sogenannten BarCamps, oder Webmontage – oder wie all diese (durchaus sehr interessanten und ansprechenden) Veranstaltungen heißen – haben zumindest bei mir schon dazu beigetragen, dass ich einige Blogger persönlich kennenlernen durfte. Doch zu 90 Prozent handelt es sich bei ihren Blogs um themen- bzw. anlassbezogene Weblogs. Zumeist mit dem Thema Nachhaltigkeit, die Zukunft der Medien, oder Web 2.0 im Allgemeinen. Eine Sparte der Blogosphäre geht mir in Österreich viel zu sehr unter. Die sogenannten persönlichen Blogs.

Was hat man denn nun von solchen Blogs zu halten? Sind persönliche Blogs nur für die Freunde im nähesten Umfeld interessant? Wo bestehen die Gefahren eines solchen Blogs? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass mein persönlicher Blog nur für jene Freunde interessant ist, welche selbst, teils durch mich, zu bloggen begonnen haben. Die Tatsache, dass manch andere Freunde des engsten Freundeskreis noch nie einen Eintrag auf meinem Blog gelesen haben, ist zwar zu einem Teil enttäuschend, zeigt aber andererseits auch die Abwehrhaltung gegenüber Weblogs an sich. Die Gefahr, in die man sich begibt (und diese Gefahr sehe ich nur bei persönlichen Blogs) ist, dass man zu viel von sich preisgibt. Ich denke, jeder Blogger hat zu Beginn seiner “Karriere” irgendwann einmal den Punkt erreicht, an welchem die meisten Einträge in den Entwurfsordner landen. Und man nicht weiß, ob man manche Dingen schreiben soll. Manche Dinge sind zu persönlich, andere Dinge vielleicht zu unwichtig. Irgendwann aber, sofern man bereit ist, sich weiter auf das Medium einzulassen, überschreitet man diese Schwelle und weiß nun ganz genau, wie weit man selbst bereit ist, von sich selbst preiszugeben. Die Frage nach der Privatssphäre und dem ominösen Big Brother lasse ich hingegen kaum gelten: Wer auf 123people.com nach sich selbst sucht, erkennt, dass man schon in zu vielen Communities angemeldet ist, um eine Anonymität auch nur zu versuchen. Natürlich gibt es Dinge, die viel zu persönlich sind, aber da sollte man schließlich einfach auf die eigene Ethikkommission zählen.

Die meisten Blogger in der Neon|Wilderness’schen Blogroll kommen aus Deutschland. Dort hat sich – meiner Meinung nach – das Medium Weblog zu privaten Zwecken zu einem großen Teil durchgesetzt. Jene österreichischen Blogger (aus meiner Blogroll), die über persönliche Themen bloggen, stammen entweder aus meiner näheren Umgebung, oder aus der Umgebung von Wien. Wo sind all die Blogger aus Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Burgenland und Niederösterreich? Ich bin mir sicher, es gibt sie. Aber leider fehlt, die vor kurzem angesprochene, Vernetzung.

Ich habe mich mit Luca schon einmal über das Projekt Blögger unterhalten (zur Eröffnung der Wandinstallation WienWeb2.0). Und eben dieses Problem angesprochen. Mir schwebt eine Landkarte vor, auf der alle (und ich meine wirklich alle) österreichischen Blogger verzeichnet sind. Mit dem Standort der “Schreibzentrale” (zumindest ungefähr). Und durch Filtermethoden kann man dann zwischen Web2.0-Blogs, Politik-Blogs, Kunst-Blogs und persönlichen Blogs filtern. Dadurch wäre es – so bin ich überzeugt – auch erst möglich, das tolle Konzept der “Blogtails” auf Gesamtösterreich auszuweiten. Erst wenn Blogger sich untereinander vernetzen, können so eine Unmenge neuer Blogger hinzukommen. Z.B. durch “Anwerben”, durchs Mitnehmen zu verschiedenen Veranstaltungen.

Meiner Meinung nach sind Web 2.0-Blogs und Politik-Blogs in Österreich zwei ebenso überschaubare Teile unserer Blogosphäre. Es scheint beinahe so, als kenne jeder jeden, oder als habe zumindest jeder bei jedem schon einmal kommentiert. Um diese Medien zu stärken, ist eine stärkere Einbeziehung der Medien von Nöten. Web 2.0 ist für die meisten Leute kein Begriff, für manchen nur ein großer Sammelbegriff, unter denen sie sich nichts vorstellen können und nur einige Wenige können damit etwas anfangen. Hier muss aufgeklärt werden. Was sind Weblogs? Wie kann man sie nutzen? Was unterscheidet sie von statischen Websites? Welche Möglichkeiten habe ich, im Internet aktiv zu sein. Sind Social Communities schon alles? Wo liegen die Gefahren? Leider ist es viel zu oft so, dass sich die Medienberichterstattung viel zu oft auf die Gefahren beschränken. Bevor der Sinn hinter Facebook erklärt wird, spricht man viel eher davon, dass Identitätsraub dadurch ganz einfach möglich wäre.

Würden sich Medien mit so etwas auseinandersetzen (und ich spreche hier von Tageszeitungen, von Radios (und nicht nur Ö1, welches ja leider eine etwas beschränkte Zuhörerzahl hat), vom TV, der hier eine ganz wichtige Vermittlerrolle einnehmen könnte), so könnten Weblogs als umfangreiche, subjektive Alternativmedien angesehen werden. Mit welchen man ganz einfach Zugriff zu den verschiedensten Themen bekommt. 

Das ist mein Wunsch an die Blogosphäre in Österreich. Und die Medien. Blogger, vereinigt euch.

Und das Wichtigste: Blogger sollen sich ernst nehmen. Ich glaube nicht, dass man nur für sich bloggt. Selbst persönliche Blogs leben vom Content von außen, von den Kommentaren. Und je weiter man sich öffnet, je offener man schreibt (weg mit all den umgangssprachligen Ausdrücken, zumindest wenn sie nicht erklärt werden), desto einfacher ist es, Leser zu bekommen. Leser sind wichtig, mit den Lesern, und mit den Kommentaren wächst der Blog (und der Schreiberling, der für all das verantwortlich ist).

Die Jugend und die FPÖ

BRS: Was ist der Grund, dass die FPÖ bei der Jugend so gut ankommt?
LUTZ WEINZINGER: “Das kann ich Ihnen sagen. Der Grund Eins ist, dass unsere Jugend die Ausländerproblematik am eigenen Leib am meisten verspürt, etwa in der Schule, am Arbeitsplatz oder Freizeiteinrichtung. Der zweite Grund ist, dass sie enttäuscht sind, wie die Großparteien mit ihrer Problematik umgehen, nämlich gar nicht. Und der dritte ist, dass sie in den HC Strache verliebt sind.“ 

Bezirks-Rundschau (Gmunden), Ausgabe 5, 29. Jänner 2009

Pühringer und Platter – Der Verdacht auf Geheimverrat

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Ex-Innenminister Günther Platter und andere hochrangige Politiker sollen geheime Daten über Arigona Zogajs Familie verraten haben, um ihnen in der Öffentlichkeit zu schaden. Das BIA hat Anzeige erstattet.

So berichtete diePresse.com am 22. Juli 2008. Seither sind mehr als 6 Monate vergangen, und bis heute hört man nichts Weiteres von den Ermittlungen. Neben dem Landeshauptmann von Tirol wird auch dem oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer dasselbe vorgeworfen. Doch was war nun genau geschehen?

Im Oktober 2007 hatte es eine Serie von Anfragen im Polizeicomputer gegeben – unmittelbar danach gab es Medienberichte, wonach Mitglieder der Familie Zogaj straffällig geworden seien. (1) Die angezeigten Personen sollen sich illegalerweise Polizeidaten beschafft haben. Durch dieses neu erreichte Wissen schafften sie es, der Familie Zogaj in der Öffentlichkeit systematisch zu schaden. Laut einem Geheimdossier, welches dem Falter [Ausgabe 30/08] vorliegen soll, hat Kreutner sieben Leute angezeigt: Neben Günther Platter und Josef Pühringer auch noch den stellvertretenden Bezirkshauptmann von Vöcklabruck, Martin Gschwandtner, den Sektionschef des Innenministeriums Mathias Vogl, die Ministeriums-Sprecherin Iris Müller-Guttenbrun, den Asylreferenten Karl Hutter, sowie auch Andreas Pichler, dem Verbindungsmann zwischen dem Innenministeriums im Kosovo. Der Grund: Geheimverrat. [Und natürlich, so muss man betonen, gilt für alle sieben Personen die Unschuldsvermutung].

Im Juli 2008, Maria Fekter ist schon die neue Innenministerin, wirft sie der Staatsanwaltschaft “sechs Monate Untätigkeit” vor. Laut einem Bericht des Kurier sollen laut Kreutner die Ermittlungen Mitte Februar abgeschlossen sein.

Denn bis heute weiß man nicht, was die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben. Und leider ist dieser Fall wieder viel zu sehr in Vergessenheit geraten. Ich schreibe diesen Eintrag hier für alle die, die ein Bleiberecht für die Zogajs ablehnen, da man ‘nach den Gesetzen vorzugehen’ (2)  hat. Aber: Dürfen unter Druck geratene Politiker das Datenschutzgesetz beiseiteschieben wie lästiges Gestrüpp? Dürfen ein Polizeiminister und seine Leute das ihnen anvertraute polizeiliche Wissen nützen, um ihr Image zu polieren? (3) Wohl kaum. Deswegen sollte man weg von den Gesetzen gehen (und ja, ich weiß, dass im Kosovo kein Krieg mehr ist), und einfach mal einsehen, dass die Zogajs eine gut integrierte Familie ist. Und es schrecklich wäre, wenn sie das Land verlassen müssten.

Würde es zu einer Anklage kommen, wäre es interessant, wie es in der oberösterreichischen Landespolitik weitergehen würde. Würde Josef Pühringer trotzdem dank Landeshauptmannsbonus für die ÖVP antreten? Oder lässt er aufgrund des Drucks einem Anderen in der ÖVP den Vortritt?

Was mich natürlich weiter überrascht, ist der kleine Text unter einem Eintrag der Presse am 18. Dezember 2007:

arigona-zogaj-landesregierung-2007

Denn als Maria Fekter ihre Aufgabe zur Erteilung des Bleiberechts auf die Landeshauptleute abwälzen wollte, machte Josef Pühringer keine Luftsprünge und freute sich darüber, endlich Arigona Zogaj in seinem Bundesland offiziell als Österreicherin begrüßen zu dürfen. Sondern er lehnte, wie alle Landeshauptleute, ab.

Ich werde euch natürlich über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten und hier weiter darüber berichten.

Zitate:
(1) Kurier zu den BIA-Ermittlungen
(2) Maria Fekter im Gespräch über Arigona Zogaj und ihre “Rehleinaugen”
(3) Falter 30/08 

Weitere Informationen:
Die Arigona-Spitzelaffäre – Falter.at
Pühringer: “Habe nichts Rechtswidriges getan” – diePresse.com 
Fall Zogaj: BIA zeigt Platter und Pühringer an – diePresse.com 
Falter-Presseaussendung – ots.at 
Juristisch im Niemandsland – Kurier.at 

Bildquelle:
diePresse.com 

Die Qual der Wahl.

Seit dem 7. Juli gilt der zweite Nationalratswahlkampf innerhalb von zwei Jahren als eröffnet. Und doch scheint alles irgendwie anders.

“Es reicht!” Mit diesen Worten beendete Vizekanzler Wilhelm Molterer seine Zusammenarbeit mit der SPÖ. Somit endete nach eineinhalb Jahren eine der umstrittensten Regierungen der zweiten Republik. Der Grund für den Split war schlussendlich im Ende der Kompromissbereitschaft der SPÖ zu sehen. Da die ÖVP bei den Verhandlungen zur Gesundheitsreform darauf bestand, die Beamten- und die Landwirtsversicherung nicht überprüfen zu lassen, und die SPÖ keinen Grund dafür sah, endete somit diese Koalition.

Mit dem Ende der Regierung wurde auch das Ende eines sehr klugen Menschen eingeläutet: Alfred Gusenbauer nahm seinen Hut, gab Werner Faymann den Vortritt und schaffte den wohl misslungensten Abgang eines Bundeskanzlers. Nur durch Misskredit und Kindheitsmetaphern von den Medien beachtet, steigt er als am kürzesten amtierender Bundeskanzler aus seinem Amt. Werner Faymann, der sogenannte Liebling der Boulevard-Presse (familiäre Connections zur Kronen Zeitung und zum Gratisblatt “Heute” sind nachgewiesen), muss nun etwas schaffen, was vor acht Jahren Alfred Gusenbauer, also Nachfolger Viktor Klimas, erfolgreich schaffte. Eine Partei nach einer misslungenen Zeit über Wasser zu halten.

Die ÖVP, welche diesmal nicht auf einen Kanzlerbonus setzen kann, so wie bei der letzten Wahl, muss sich Sachthemen überlegen. Viele Dinge, die die SPÖ mithilfe der ÖVP durchsetzen wollte, wurden abgewiesen, oder zur Unkennbarkeit abgewandelt. Hätte sich zum Beispiel durch den Reformvorschlag von Frau Unterrichtsministerin Schmied (SP) endlich mal etwas in der Bildung getan, so wurden daraus nur wenige Projektversuche. Dass die ÖVP nun versucht, all das, was sie nicht ermöglichten, in den Wahlkampf einzubauen und zu sagen: Wählt uns, dann bekommt ihr all das! ist mehr als bemerkenswert lächerlich. Und so unglaublich es auch sein wird, die wahrscheinlichen Verluste der ÖVP bei der Wahl dürfte dieses Jahr wohl nicht als Fehler des Wählers angesehen werden, wie vor zwei Jahren. Denn die Proteststimmen werden es schon zeigen.

À propos Protest. Die FPÖ wird dank dem Auffangnetz für Protestwähler stark zulegen. Mit ihrem Spitzenkandidaten, HC Strache, dem König des geschmacklosen Ausländerwahlkampfes, könnten sie vielleicht sogar wieder an der 20 %-Marke kratzen. Und das BZÖ, das Bündnis Zukunft Österreich, zurzeit noch in den Medien durch Verfahren gegen Peter Westenthaler und Deportationen à la Landeshauptmann Jörg Haider, könnten theoretisch durch die Rückkehr von Haider sogar wieder bis an die 10 % – Hürde kommen. Die Grünen, gerade auf dem Weg als erste der im Parlament vertretenen Parteien den Wahlkampf offensiv im Web 2.0 zu führen, werden wahrscheinlich bei der Wahl still auf ihren Prozenten verharren und können somit von dem Protest gegen die Bundesregierung nicht profitieren.

Was bemerkenswert ist: Unzählige Kleinparteien, von der Ärztegruppierung “Die Weißen”, “Rettet Österreich!” durch Karl Nowak, die “Soziale Kultur Österreichs” mit Schauspieler Karl-Heinz Hackl, “partei3″, einer Online-Formierung, bis hin zur Piratenpartei, der Liste Dinkhauser, dem Linksprojekt und den altbekannten wie die KPÖ oder das Liberale Forum, möchten zur Wahl antreten. Und ich denke, noch nie wurde diesen Kleinparteien vor der Wahl so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Am ehesten der Liste Dinkhauser könnte ein Einziehen in den Nationalrat gelingen, da er schon in Tirol einen Achtungserfolg hinlegen konnte, und auf Anhieb zweitstärkste Partei wurde.

Am 28. September 2008 wird gewählt. Die Zeit bis dahin wird spannend, die Medien werden nur mehr ein Thema haben (und dadurch vom Sommerloch verschont) und die Versprechen der Politiker wird sich häufen. Ich werde wie immer live dabei sein, und auf irgendeinem Blog wird man schon von mir lesen. Die Qual liegt nicht nur beim finden der “richtigen” Wahl, sondern das Wählen selbst wird ab einer bestimmten Häufigkeit selbst zur Qual. Aber passend zur Neuwahl findet man auf Neuwal.com, einem Gemeinschaftsblog von Dieter Zirnig initiiert, zum Wahlkampf.

Neuwal sammelt unserer Meinung nach interessante Informationen mit Meinungen und Kommentaren. Es ist interessant zu sehen, wie sich Politik im Web abspielt und was man im Web alles abbilden kann. Wie agieren Parteien im 2.0 Zeitalter über alle Medien hinweg.

Neuwal plant Interviews, Stimmungsberichte, Umfragen, Kommentare und Analysen. Es gibt Platz für jede Menge Kreativität, Kritik und “Reflektion”.

Neuwal beobachtet. Neuwal möchte nicht auf Parteien oder einzelne Politiker schimpfen oder sie zerlegen. Kritik gehört dazu.

Passend zum Thema Neuwahl eine Auswhl einiger Texte:

Der Text Neuwahl beschäftigte sich am 19. März 2008 mit der Tatsache, dass Neuwahlen sowohl für SPÖ als auch für die ÖVP ungelegen kommen würden. Am 28. Februar 2008 befasste ich mich in Wir sind Politikverdrossenheit! mit dem Lügenkarussel der Politik (passend dazu der Text Politikverdrossenheit vom 29. August 2007). In Humanitäres Abwählrecht behandelte ich die Handhabung des Asylgesetzes durch den ehemaligen Innenministers Platter (19. Dezember 2007). Ebenso wie im Text Medienwirksames Opfer der Gesetze vom 23. Oktober 2007. Hier noch etwas zur geplanten Onlineüberwachung vom 14. September 2007: Die Deutschlandisierung Österreichs. Auf Moon Safari, einem neuen Blog wurde darüber auch schon ausgiebig geschrieben: Über das Einmischen eines gewissen Herrn Zilk im Text Wie im Hühnerstall (11. Juni 2008), über den Brief der SPÖ an die Krone unter Eine Prise FPÖ/BZÖ-Populismus für die SPÖ, bitte! (27. Juni 2008), Frust machte sich bemerkbar im Text Der gelebte Stillstand und die Angst der Regierenden vor dem Ende. vom 2. Juli 2008, bis schließlich am 7. Juli 2008 die Regierung beendet wurde, zu finden im Text Es reicht. Das Ende der großen Koalition und die Wiederaufnahme des Nationalratswahlkampfes. Der letzte Text, von heute, dem 23. Juli 2008, befasst sich mit einer einzigen Partei: Die ÖVP. Warum ich nicht verstehen kann, wie man eine solche Partei wählen kann. Und auch meinem Hauptblog Neon Wilderness gab es ebenso einen Text zu Das Ende einer Regierung. Und großartig, noch vor dem Brief der SPÖ an besagte Zeitung gelang mir hier, meine subjektive Meinung niederzuschreiben: Kronisch Subjektiv. (25. Mai 2008.)

Eine Prise FPÖ/BZÖ-Populismus für die SPÖ, bitte!

Regierungskrise hin oder her. Die Bundesregierung versinkt in Lächerlichkeit und die SPÖ zieht plötzlich ganz andere Seiten auf.

Als Bundeskanzler Gusenbauer den Posten als Parteichef abgeben musste, und ihn Bundesminister Faymann nachfolgte, meinte die ÖVP, dass die Sozialdemokraten nun regierungsunfähig wären. Eine Woche später wandert Bundesminister Platter (VP) in die Landesregierung von Tirol und nun muss auch die Volkspartei umbauen.

Viele unwichtige SP-Kommunalpolitiker haben ihren Unmut über die Doppelführung der SPÖ geäußert, doch zumindest die beiden glauben an eine erfolgreiche Arbeit. Doch mit ihrer Aussendung gestern haben sie wohl einen riesig großen Fehler gemacht.

Ausgerechnet an den Herausgeber der Kronen Zeitung (Dichand) schickten sie nun ihre Kehrtwende in der EU-Politik. Bis vorgestern waren sie immer noch der Meinung, dass die Ratifizierung des EU-Vertrages richtig war, und man nicht das Volk abstimmen lassen sollte. Und ich stimme ihnen dabei auch zu. Jetzt haben die beiden, Gusenbauer und Faymann angekündigt, dass bei Abänderungen des Vertrages von Lissabon nun auch in Österreich das Volk gefragt wird. Ein Kniefall vor der Boulevard-Presse.

Lächerlich. Armselig. Schwach. Populismus steht ihnen einfach nicht, liebe (aktuelle) österreichische Sozialdemokratie.

Kronisch Subjektiv.

Jeder halbwegs gebildete Mensch aus der Mittelschicht, versucht, eine solche Tageszeitung nicht zu lesen. Aber schlussendlich erreicht sie doch eine Reichweite von rund 42 Prozent.

Die Ausgabe vom 26. Mai 2008Man kennt sie wohl, wenn man einige Zeit in Österreich verbracht hat. Sie ist die meistgelesene Zeitung des Landes und erscheint sieben Tage die Woche. Doch oft genug gibt man es nur ungerne zu, dass man sich die Krone gekauft hat.

Bei uns liegt sie jeden Sonntag, aufgrund fehlender anderer Tageszeitungen, auf dem Tisch und irgendwann blättert man auch einfach so durch. Ich habe sie wieder einmal durchgeblättert und ich bin subjektive Berichterstattung gewohnt. In der Gymnasiumzeit kaufte ich mir zum ersten (und sicherlich einzigen) Mal die BILD, rein aus Recherchezwecken, während Zugfahrten bin ich in Kontakt mit ÖSTERREICH, Heute, und Neue gekommen und mir ist auch bewusst, wie schnell man sich eine Gratiszeitung mitnimmt und Informationen aus ihr bezieht.

Doch irgendwann reicht es auch mir und ich werde von nun an nicht mal mehr kurz durchblättern. Mit dem Aufhänger “Muss es doch eine Volksabstimmung geben? EU-Vertrag jetzt vor deutschem Gericht” griffen sie ein Thema auf, dass nun schon seit 3 Monaten durch die Zeitungen der subjektiven Berichterstattung geisterten. Doch schon auf Seite 2 ging es los. Hans-Peter Martin, EU-Abgeordneter in Brüssel schimpft jeden Sonntag über die österreichische Bundesregierung, über die EU und seine Kollegen. Er gilt als der große Aufdecker, findet heraus, wenn jemand den EU-Gehalt erhält, selbst wenn man bei den meisten Sitzungen nicht dabei ist. Und selbst bezog Hans-Peter Martin über 160.000 Euro unrechtmäßiger Sektretariatszulage. Das sind einem ja die Liebsten: Verpetzen die Anderen, nur um den eigenen Dreck am Stecken zu verheimlichen. Wäre das Europaparlament eine Schulklasse wäre er das Arschloch vom Dienst.

Mit kleinen Ecken wie “Herrn Strudls Sonntags-Notizen”, “In den Wind gereimt …” und “kuaz und guad” ermöglicht der Herausgeber Hans Dichand seinen Schützlingen Möglichkeit um etwas Politsatire zu betreiben. Die ständige Dauerbelastung der Leser wegen des EU-Vertrages-Themas dauert an. Immer und überall greifen sie das Thema auf, behandeln es nicht objektiv, erklären nicht die Ungenauigkeiten, die Fehler des Vertrages von Lissabon, sie schreiben nicht, was sie daran stört, sondern sie betreiben pure Angstmache. Die amerikanische Medienlandschaft lässt grüßen.

Im Impressum (Seite 72) wird die Richtung der Zeitung erklärt:
Richtung der Zeitung: Die Vielfalt der Meinungen ihres Herausgebers und der Redakteure
Es ist bemerkenswert, wie einig sich die Redakteure untereinander und mit ihrem Herausgeber sind. Objektive Berichterstattung geht anders, und ich würde mich zu Tode schämen, für so eine Zeitung irgendeinen Mist schreiben zu müssen.

Die Kronen Zeitung ist an Unwichtigkeit nicht zu überbieten. Sie ist keinen Cent wert, und wenn man am Sonntag nun aber doch wirklich eine Zeitung braucht, fährt man eben ein paar Kilometer weiter zum nächsten Kurier-Zeitungsstand. Die Frage bleibt nur, warum doch noch so viele Menschen die Zeitung kaufen und wer. Welche Gruppe von Menschen? Die Unterschicht? Die Oberschicht? Die Mittelschicht? Menschen mit Lehrberuf oder Menschen mit Matura? Mich würde das sehr stark interessieren …

Informationen: Meine Kritik bezieht sich auf die Oberösterreich-Ausgabe der Kronen Zeitung vom 25. Mai 2008. Homepage der Zeitung: krone.at. Kosten für die Sonntagsausgabe: 90 ct.

Oh Du Mein.

Abscheuliches Österreich.

24 Jahre. Eingesperrt, misshandelt, bedroht. Sieben Kinder gebärend. Der Täter? Der Vater. – Die Titelseiten sind gesäumt mit Reportagen rund um diesen Fall. Das weltweite Interesse, der Fokus der internationalen Nachrichtenlandschaft zeigt auf eine kleine Stadt in Niederösterreich.

Wir sind. Sind wir ein Volk voller verrückter, abscheulicher Sexualstraftäter. Hat jeder irgendein Geheimnis in seinem Keller oder dem Raum unter seiner Garage. Kann man sich überhaupt noch auf die Straße trauen, oder muss man als Frau schon Angst haben, entführt und vergewaltigt zu werden. Ich weiß es nicht. Vielleicht steckt so ein Gen in uns allen. In allen Bewohnern der Alpenrepublik. Die Einen leben es aus und die anderen unterdrücken es und werden zu Mördern, zu Amokläufern und zu Briefbombenbauern.

2006 der Fall rund um Natascha Kampusch und ihrem Entführer Priklopil. Achteinhalb Jahre gefangen, in einem Raum unter der Garage. Manchmal mit Ausgang, sie war sogar Einkaufen und einmal sogar Skifahren. Flüchten konnte sie nie. In zahlreichen Fernsehinterviews und geplanten Zeitungsreportagen wurden mehr und mehr Teile aufgedeckt. Und erst kürzlich der Tabubruch einer österreichischen Gratistageszeitung. Sie hat Akten der Staatsanwaltschaft irgendwie in die Hände bekommen und sie veröffentlicht. Ohne auf Aktengeheimnis und Arztgeheimnis zu achten. Der Fall Natascha Kampusch ruht noch lange nicht.

2008 nun der Fall rund um Elisabeth F. und ihren Vater Josef. Um die 7 Kinder, eines verstorben, drei im Keller aufgewachsen, drei andere wiederum bei ihrem Vater und gleichzeitig Großvater und ihrer Großmutter im Haus. Dutzende Medien belagern nun die Stadt und suchen nach Antworten auf das Unfassbare.

Antworten auf das Unfassbare. Wie kann man so etwas je wirklich verstehen. Dass jemand seine eigene Tochter 24 Jahre in einem Kellerverlies gefangen hält. Dass 24 Jahre lang niemand, nicht die Nachbarn, nicht die Bewohner des Hauses, dass rein niemand etwas bemerkt haben soll. Dass drei Kinder noch nie das Tageslicht gesehen haben. Man findet keine Antworten darauf.

Man kann nur Fakten und Erzählungen zu einer Geschichte zusammenfügen. Zum Tathergang. Man kann erfahren, wie sie gelebt haben, aber man kann es nie irgendwie richtig erfassen. Doch Medien versuchen manchmal erst gar nicht, etwas zu erfassen. Sie kombinieren.

Erste weltweit interessante Geschichte nach der Mitte-Rechtsregierung 2000? Natascha Kampusch 2006, stimmt. Zweite weltweit interessante Geschichte? Elisabeth F. 2008. Das heißt, ja. Oh, du mein abscheuliches Österreich.

“Warum werden in Österreich solche Bestien geboren?” (Dziennik, Polen)

“Die österreichischen Politiker sind schockiert. Oder sind sie verantwortlich? In Österreich zeigen die Politiker gerne, wie erschüttert sie sind. Sie haben dabei keine Angst, dass sie vielleicht zur Verantwortung gezogen werden könnten.” (Jutarnji list, Zagreb, Kroatien)

“Perversion oder Krankheit… Schon wieder in Österreich. Wieder erreichen uns aus Österreich Nachrichten, die uns umwerfen. So wie die Entführung von Natascha Kampusch. (…) Wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte.” (EL Pais, Madrid, Spanien)

“Die Österreicher rufen nun nach Gesetzen, doch neue Gesetze werden kaum neue Grausamkeiten verhindern. Wirkungsvoller ist das Entsetzen, das der Skandal in Amstetten hervorgerufen hat. Eine der Lehren aus dieser Tragödie ist, dass eine Gemeinschaft ohne wirkliche zwischenmenschliche Kommunikation keine Gemeinschaft ist.” (The Times, London, Großbritannien)

Weitere Pressestimmen

Österreich. Oh du mein abscheuliches Österreich. Land der Bestien, der Massenmörder, der Ewiggestrigen. Land der Sexualstraftäter, Land der Entführer und Wahnsinnigen. Land des Schweigens, Land des Entsetzens. Was richtest du nur mit uns an. Oh du mein abscheuliches Österreich.

Was lernen wir daraus? Ich habe keine Ahnung. Der Fall Kampusch hat mir gezeigt, dass mich die bis ins Detail gehende Aufklärung des Falles nicht interessiert. Ich muss nicht alles wissen. Und Frau Kampusch hat ein gewisses Gespür zum richtigen Zeitpunkt Fernsehinterviews zu geben. Sie ist unwiderbringlich Teil der Medienwelt und wie sagt die Berliner Tageszeitung:

“Die Verantwortung der Medien liegt darin, wenigstens jetzt die Würde der Opfer zu wahren. Natascha Kampusch kämpft – recht erfolgreich – bis heute gegen die Medien um dieses Recht. Dass sie überhaupt kämpfen muss, ist beschämend. Denn der Grat zwischen legitimem Interesse und entwürdigender Belästigung mag schmal sein – zu verfehlen ist er eigentlich nicht.” (Tageszeitung, Berlin, Deutschland)

Wir müssen den Opfern mit Würde begegnen. Das ist schon ein kleiner Teil. Das sich Österreich den Vorwurf des Schweigens, des Nicht-Nachfragens gefallen lassen muss, kann ich nachvollziehen. Was weiß man schon. Österreich ist nicht das Land der gefeierten Nachbarschaftsparties. Mit dem einen versteht man sich, mit dem anderen nicht. Und war doch der Täter und seine Familie eine nette, unscheinbare Familie in dieser Kleinstadt, die dem Fall den Namen gibt. Fall Amstetten.

Für mich ist es unfassbar. Ich finde nicht genug Worte, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was diese Menschen erleiden mussten. Aber vielleicht sollte dieser Fall uns wirklich etwas zu denken geben. Unsere Gesellschaft ist marode. Alte Menschen sterben alleine in Wohnungen und werden erst bemerkt, als ihr Leichnam schon schrecklich stinkt. Das liest man oft in Zeitungen. Und eben die zwei Entführungsfälle. Wir sind nicht alle abscheulich. Wir haben genausoviele verabscheuungswürdige Kreaturen wie ihr alle, ihr, in euren Ländern, die nun über Österreich schreiben, als hätten wir eigene Schulen für Sexualstraftäter, für Pädophile, Entführer. Wir sind Österreich und ich bin stolz darauf.

Österreich. Oh du mein Österreich. Ein Land, welches leider nur dadurch ins globale Nachrichtennetzwerk eingeschleust wird. Was können wir schon leisten, um gerecht beurteilt zu werden. Natürlich fallen zwei solch schwerwiegende Fälle ins Gewicht und Österreich wird abgestempelt. Ein bisschen mehr Objektivität bitte, meine lieben Medien. Vor allem Belgien und die Niederlande sprechen wunderschön von Österreich.

“Das kann doch kein Zufall sein. Ist die soziale Kontrolle in dem etwas desolaten Bergland vielleicht geringer, und können Menschen dadurch leichter verschwinden?” (Belgien)

Gerade Belgien. Ich habe zumindest auch nicht von diesem kleinen Land geglaubt, dass es druch Marc Dutroux, zum Land der Kinderschänder geworden ist. Man müsste halt nur mal überlegen und differenzieren. Verallgemeinern hilft vielleicht beim Verstehen, beim Aufarbeiten des Ganzen, kann es aber vielmehr ein Hindernis sein.

Was bist du nun, oh du mein. Österreich? Das Land der Entführer, der Sexualstraftäter, der Bombenleger. Das Geburtsland von Adolf Hitler. Alles nur Verrückte? Vielleicht. Vielleicht sind wir das. Vielleicht bin auch ich nur verrückt. Aber vielleicht findet man noch mehr. Noch mehr, was man in Österreich sein kann. Aber dafür müsste man ja genauer hinsehen. Mit mehr Objektivität. Und das dauert, meine Lieben. Das dauert. Also. Oh du mein Österreich, Land der Verrückten und des Sexualstraftäter, der Entführer, der Wegschauer, der Bombenleger. Oh du mein abscheuliches Österreich.

lahja’s Gedanken

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