Mit 'Kronen Zeitung' verschlagwortete Einträge

Arigona: Eine Geschichte mit Maria und Josef, Krone, Geheimnis und Scham.

Arigona-Bild

Die Kronen Zeitung berichtet über einen Asylbescheid, der erst zugestellt wird (und nur wenige schreien auf), Arigona Zogaj droht nun doch die Abschiebung in den Kosovo (und niemand besetzt das Innenministerium), und Österreich ist noch um ein weiteres Stück unlebenswerter geworden (und niemand kümmert es).

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Es reicht 2.0

Was habe ich Herrn Molterer für seine Worte „Es reicht“ gehasst. War er es doch, der die Regierung Gusenbauer von Anfang an sterben ließ, nur weil die ÖVP es nicht verkraftete, wieder auf Platz zwei gelandet zu sein. Durch ihre Verhinderungspolitik folgen auf 6 Jahre Stillstand und Repression weitere Monate, in denen nichts umgesetzt werden konnte.

Jetzt, nach rund einem Jahr Regierung Faymann würde ich es der ÖVP aber keineswegs verübeln, wenn sie ein weiteres Mal, diesmal mit Pröll’schem vorwurfsvollen Unterton, „Es reicht“ in die Runde schreien würden. Nachdem Schmied im Regen stehen gelassen wurde, setzt man jetzt nun alles daran, ihre Vorstellungen umzusetzen. Nachdem die Volksabstimmungsidee bei Nichtgelingen des Lissabon-Vertrages zum Auflösen der Regierung Gusenbauer führte, muss man das ja jetzt nun wieder einmal wiederholen und es von Tschechien abhängig zu machen.

Faymann ist für mich gerade einfach nur dumm. Was die Krone vor eineinhalb Jahren war, ist heute „Heute“. Boulevardpolitik mit nicht einmal annähernder sozialdemokratischem Geruch. Das müffelt nur, Herr Faymann. Und sie scheinbar ja auch. Es reicht. Ganz ehrlich!

Der langweilige Vorwahlkampf um ein langweiliges Amt

Der alte Dichand hat mit einem Interview in seiner hauseigenen Zeitschrift „Live“ eine Welle losgetreten. Und somit, inoffiziell und hoffentlich auf längere Sicht unerfolgreich, den Wahlkampf um das Präsidentenamt, welches wir ja erst im Herbst 2010 wieder wählen werden, eröffnet. Die Freak-Show hat also begonnen.

Kaiser

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Franz Voves gegen die Bundes-SP

Zwei Tage sind seit der größten Wahlniederlage der SPÖ in der 2. Republik vergangen. Man kann vielen Menschen die Schuld geben. Ob es nun Hannes Swoboda Wackelkurs im Wahlkampffinale war, die Regierungsarbeit der letzten Monate oder eben auch der berühmte Gusenbauer-Faymann’sche Brief an Hans Dichand. Oder möglicherweise auch einfach die Strukturlosigkeit der SPÖ, die sich nun schon seit Jahren durch die österreichische Sozialdemokratie zieht? Franz Voves, der rebellische Steirer, sagt nun offen Werner Faymanns schwammigen Kurs den Krieg an.

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Die Krone: Hans-Peter Martin und die WAZ

Die Krone hat eine nicht zu leugnende politische Macht. Hans Dichand machte Werner Faymann im September 2008 zum Bundeskanzler, und im Juni 2009 Hans-Peter Martin zum erfolgreichen Kämpfer gegen die EU-Bürokratie. Der steirische Landeshauptmann Franz Voves kritisiert den Bundeskanzler aufgrund seiner Beziehung zur Krone und auch Armin Wolf spricht in seinem Blog immer mal wieder über eine der erfolgreichsten Zeitungen weltweit.

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Alle gegen Strache

Haben sich in der Schule oder im Job alle gegen einen zusammengetan, spricht man ja bekanntlich von Mobbing. Aber dass jetzt plötzlich alle gegen Strache sind, ist einzig und allein die nötige Distanzierung.

 
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Der Fall Denisa S.

Die aktuelle Ausgabe des Falters (20/09) brachte mich auf einen Fall, der mich wieder einmal hochschrecken ließ. Am 29. Jänner 2008 wurde eine Frauenleiche in der Ager gefunden, etwas außerhalb von Vöcklabruck. Die Polizei legte den Fall mit der Begründung „Selbstmord aus Liebeskummer“ ad acta, selbst eine Obduktion fand nicht statt. Eine Stadt und ein Land hüllen sich in Schweigen. Was ist hier nur los?

 
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Hans-Peter Martin – Der Wahnsinn kehrt zurück.

Hans Peter Martin meldet sich etwas mehr als ein Monat vor der anstehenden Europawahl mit einer eigenen Liste zurück. Nachdem schon Gerüchte im Umlauf waren, dass er für die aus Irland kommende Partei „Libertas“ antreten würde, hat er nun schließlich seinen „Alleingang“ angekündigt. Es gruselt mir.


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Die WAZ, die Krone und der Mediamil-Komplex

„Im übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplex muss zerschlagen werden“ – Jede Woche endet Armin Thurnher seinen Leitartikel im Falter mit diesem Ceterum Censeo (übrigens macht er das schon seit 1994). Durch den Ausstieg der WAZ aus dem Krone-Imperium könnte dieser Wunsch möglicherweise in Erfüllung gehen. weiterlesen ‘Die WAZ, die Krone und der Mediamil-Komplex’

Im Portrait: Helmut Zilk

Gestern früh verstarb der Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk im Alter von 81 Jahren an einem Herzversagen. Hier möchte ich nun einen Überblick über sein Leben, sein politisches Schaffen und einen kleinen Nachruf anfügen.

Helmut Zilk uwde am 9. Juni 1927 im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten geboren. Sein Vater, ein Zeitungsangestellter und Antifaschist, verbot seinem Sohn, bei den Werbern der Nationalsozialisten zu unterschreiben. Dies tat Helmut Zilk auch als einziger der Klasse nicht.

Nach dem zweiten Weltkrieg arbeitete er als „Schulhelfer“ im 2. Bezirk und für kurze Zeit war er bei der KPÖ. 1951 promovierte er und ‘55 legte er die Lehramtsprüfung für Pädagogik. Seit dieser Zeit arbeitete er – anfangs nebenbei, später hauptberuflich – für den ORF: In den frühen ‘60er Jahren gestaltete er z.B. die Fernsehsendung „Was könnte ich werden“? mit, die Schüler über verschiedene Berufsbilder aufklärte. Im Jahre 1967 wurde er von Generalintendant Gerd Bacher zum Fernsehdirektor ernannt. In dieser Funktion begründete  er das Schulfernsehen, die endungen „In eigener Sache“, „Stadtgespräche“ und „Auslandsecho“ sowe das 2. Fernsehprogramm. 

1974 unter der Regierung Kreiskys,  und dem dadurch stärkeren Einfluss der SPÖ im ORF, wurde der Intendant ausgetauscht. Zilk wechselte zur Kronen Zeitung und arbeitete bis 1970 als Ombudsmann, in denen er Kritik und Beschwerden der Leser an die Verantwortlichen weiterleitete und den Sachverhalt pointiert kommentierte. 1978 war Zilk Kreiskys Wunschkandidat für den Posten des Generalintendanten, gewählt wurde aber noch einmal Gerd Bacher.

1979 begann Helmut Zilks Politikerkarriere. Der SPÖ-Bürgermeister Leopold Gratz holte ihn als Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst ins Wiener Rathaus. Aufgrund siener langjährigen Tätigkeit in den Medien hatte Zilk als Politiker von Anfang an mehr Medienaufmerksamkeit als die meisten anderen Mandatsträger.

Als die SPÖ 1983 bei der Nationalratswahl die absolute Mehrheit verlor und mit der FPÖ koalierte, folgte Helmut Zilk Fred Sinowatz, welcher Bundeskanzler wurde, als Bundesminister für Unterricht und Kunst nach. Interessant ist, dass er in dieser Funktion an Gymnasien das Fach Informatik als Pflichtgegenstand einführte. Somit war Österreich eines der ersten Läder Europas. Zilk berief auch Claus Peymann als neuen Burgtheaterdirektor, welcher 1986 sein Amt antrat.

Nach zehnjähriger Amtszeit von Gratz wurde Helmut Zilk 1984 zum Bürgermeister der Stadt Wien, und damit auch zum Landeshauptmanns des Bundeslandes Wien gewählt. 

„Der Dr. Zilk“ war nun in Wien allgegenwärtig – mit gewichtiger Stimme und spektakulären Entscheidungen. Von der Verbannung der Autos vom Rathausplatz über den Einbau von teuren Filtern in Wiens Müllverbrennungsanlagen, den Bau des Schulschiffes, das Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz, den „Adventzauber“ und den „Silvesterpfad“ bis zur Volksbefragung über die für 1995 geplante gemeinsame Weltausstellung Wien/Budapest, die vom Volk abgelehnt wurde. 1988 entschied Zilk nach längeren Diskussionen persönlich den Aufstellungsort des 1983 von der Stadt beiAlfred Hrdlicka in Auftrag gegebenen Mahnmals gegen Krieg und Faschismus, das noch im selben Jahr (vorerst provisorisch, feierliche Fertigstellung 1991) auf demAlbertinaplatz errichtet wurde.

Zilk kümmerte sich aber auch um so genannte „Kleinigkeiten“, die Bürger verärgerten. Selbst in der Altstadt wohnhaft, streifte er oft zu Fuß durch die Innere Stadt, neben sich einen Assistenten, der die Aufträge des Bürgermeisters sofort notierte. Dienststellen, die mit seinem Arbeitstempo nicht mitkamen, mussten damit rechnen, mit seiner Billigung in Medien kritisiert zu werden. Infolge dessen schrieb man Zilk große Durchschlagskraft zu. [Wikipedia]

Außergewöhnlich war Zilks möglichst weitreichende Fernhaltung von „reiner Parteipolitik“. Das Amt des Wiener SPÖ-Vorsitzenden überließ er dem Vizebürgermeister Hans Mayr. Und auch rethorisch war er anders, als die gewohnten SPÖ-Politiker: Telegen, gebildet, bei Bedarf goschert, laut und polemisch, aber im Ernstfall auch von großer Sensibilität.

Am 5. Dezember 1993 wurde Zilk Opfer einer Briefbombe. Der Terrorist Franz Fuchs schickte eine Briefbombe an den Wiener Bürgermeister um das von ihm geschaffene multikulturelle, weltoffene Wien zu kritisieren und zu bekämpfen. Helmut Zilk wurde an der linken Hand schwer verletzt. Anschließend beendete er vorzeitig seine politische Karriere und übergab das Amt des Bürgermeisters dem noch amtierenden Michael Häupl. Nur noch einmal, 2003 während der Regierung Schüssel II, wurde er zum Leiter einer Reformkomission zu Fragen der zukünftigen Organisatoin des Bundesheeres bestellt. 

Helmut Zilk war drei Mal verheiratet, 1978 heiratete er die Sängerin Dagmar Koller. Aus seiner zweiten Ehe hatte er einen Sohn. Seit 1995 hatte er seine eigene Sendung im ORF. In „Lebenskünstler“ interviewte er vier bis fünf Mal im Jahr verschiedene Persönlichkeiten.

Nachruf

Mit Helmut Zilk starb ein großer Politiker. Und das sage ich vielleicht vor allem deshalb, da er von strikter Parteipolitik immer genügend Abstand nahm. Das machte ich zu einem volksnahen Politiker, der sich wirklich um die Sorgen der Leute und die Zukunft der Stadt Wien annahm. Ich kann sein politisches Wirken nicht richtig bewerten, zu jung bin ich hierfür leider noch. Aber er kommt mir teilweise als vorausschauender Politiker, aber auch als ein solcher vor, der sich eben dann mal kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Kritik am Höhepunkt der Gusenbauerdemontage fand ich überhaupt nicht angebracht. Aber Wiener Bürgermeister haben sich schon immer für zu wichtig genommen. 

Mit Helmut Zilk ist innerhalb von zwei Wochen ein zweiter großer Politiker verstorben. Diesmal ein Altlandeshauptmann. Und ich wette einmal darauf, dass definitiv nicht ein solch großes Tamtam gemacht wird.

Quellen:

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