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Where is my vote? – Ein Protestmarsch in Wien

Nachdem es im Iran noch immer nicht zur Ruhe bzw. zur Aufklärung des Wahlbetruges gekommen ist, und selbst US-Präsident Barack Obama den Onlinedienst Twitter bittet, ihre geplante Wartung so kurz wie möglich zu halten, setzen sich nicht nur in den iranischen Städten die Protestmärsche fort.

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Blogparade: Internetwahlkampf – Yes we can?

Thomas ruft auf seinem Blog Feuerhaken zu einer Blogparade zum Thema “Internetwahlkampf” auf, und ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, auch zu diesem Thema meinen Senf dazuzugeben.

Nach dem erfolgreichen Wahlkampf des baldigen – und 44. – amerikanischen Präsidenten, sprechen sowohl in Österreich als auch in Deutschland alle vom Start des Internetwahlkampfes auch im deutschsprachigen Raum. Let’s make it Obama hört man von jeder Seite rufen. Doch was machte denn nun dieser Herr Obama und seine Wahlkampfleute so anders? Seine Seite barackobama.com [aktuell kann man nur noch spenden] war das Zentrum seines Erfolges. Obama hatte ein Profil auf Facebook, er twitterte [oder wurde getwittert] und das Wichtigste: seine Homepage war eine Plattforum zur Vernetzung von politisch Interessierten, von Wahlkämpfern. 

Durch die Mitarbeit bei NEUWAL und die Vorträge auf dem letzten BarCamp in Wien [Bericht 1, Bericht 2] habe ich den Wahlkampf zur Nationalratswahl im Web 2.0 [Max fasst zusammen] beobachtet. Was haben die österreichischen Parteien letztes Jahrs also getan?  Die SPÖ schuf für die Jugend die Plattform “Neue Politik”, eine Ansammlung von Partypics. Faymann und Molterer bekamen Homepages, mit wundervollen Lebensläufen und Links zu flickr und YouTube. Für Molterer wurde getwittert, und Eva Lichtenberger war wohl die schillerndste Figur der Grünen im Internwahlkampf 08. FPÖ und BZÖ verzichteten vollkommen darauf, und ihre Homepages blieben relativ unverändert. Wie die Wahl ausging, wissen wir ja nun: Gerade diese zwei Parteien konnten sich als Wahlsieger sehen.

Heißt dies denn nun, dass der Internetwahlkampf in Österreich und wahrscheinlich auch in Deutschland (noch) nicht funktioniert? No, we can’t? Dazu müsste man natürlich die Bedeutung von Web 2.0 im deutschsprachigen Raum untersuchen. Meiner Meinung nach kann man das Nutzungsverhalten hier noch in keinster Weise mit jener in Amerika vergleichen. Aber vor allem der rasante Aufstieg von Facebook auch hier im deutschsprachigen Raum und die nun schon häufigere Berichterstattung über Blogs zeigt, dass wir höchstwahrscheinlich auf dem richtigen Weg sind.  Aber – so sehe es ich zumindest – ist Österreich nicht das perfekte Testobjekt, um einen “Obama-Wahlkampf” zum ersten Mal in Europa durchzuführen.

Der Grund, warum ich sowohl für die Landtagswahlen in Österreich, die Bundestagswahl in Deutschland und die EU-Wahl, keinen weltbewegenden Internetwahlkampf erwarte: weil eine Persönlichkeit, wie Obama es ist, fehlt. Weil man nicht von einer neuen Art der Politik spricht, sondern einfach nur neue Personen nach vorne stellen, welche die gleiche, (ver)alte(te) Politik vertreten. Das soll aber nicht bedeuten, dass ich nichts von einem iWahlkampf halte.

Das größte Problem ist, dass die Parteien immer erst kurz vor der Wahl an das berühmte Wort “Web 2.0″ denken. Dann muss plötzlich jeder bloggen, twittern, in jeder Community auftauchen, Videos auf YouTube online stellen, Kinderfotos auf flickr laden. Nach der Wahl – und das scheinen heutzutage die meisten Politiker vergessen – ist vor der Wahl. Jeder Politiker, der der Sprache etwas mächtig ist [und das sind sicherlich so einige; einer, der es nun Gott sei Dank wieder lässt: der ehemalige Sozialminister Buchinger] sollte bloggen. So wird Politik transparent. Nachvollziehbarer. Das ist doch etwas, was sich die Wähler schon seit langem wünschen.

Und auch wenn dieser Beitrag jetzt möglicherweise etwas unzusammenhängend wirkt [es ist spät nachts, und gesundheitlich irgendwie nicht ganz auf der Höhe], so hoffe ich doch, dass er einen kleinen Einblick in meine Meinung vom Internetwahlkampf schafft. In einer kurzen Zusammenfassung: Der Internetwahlkampf wird immer wichtiger, und ich meine spätestens bis zum Jahr 2013 [ich bin optimistisch und erwarte mir in diesem Jahr die nächste Nationalratswahl] werden die Parteien schon mehr verstanden haben, wie wichtig das Internet ist. Das Wichtigste wird aber auch hier vor allem die Vernetzung sein. Vielleicht nicht im Aufbau einer eigenen Plattform, sondern in der Nutzung vorhandener Communities. Und dann könnte man auch endlich von einer langfristigen Politik 2.0 sprechen.

Das Leben im Web 2.0 – Übers Bloggen, Twittern und allem rundherum

Das Internet, besonders infolge des Web 2.0, kann ihr Leben vollkommen verändern. 

Was gibt es denn noch zu sagen? Über Bloggen, Twittern und über das gesamte Web 2.0 wurde schon so viel geschrieben, dass ich eigentlich nur mehr die Möglichkeit habe, zusammenzufassen, warum ich, selbst drei Jahre nachdem ich in diese Welt eingestiegen bin, immer noch von den unglaublichen Möglichkeiten beeindruckt bin. Und für alle, die vielleicht erst jetzt die ersten Schritte ins Web 2.0 wagen, und nur wenig Vorwissen vorweisen können, möchte ich auch noch einen kleinen Überblick über die wichtigsten POI, also Points of Interests, geben. (Ich werde nicht verschiedene Projekte der gleichen Idee vorstellen, sondern jende Projekte, welche auch ich nutze.)

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Web 2.0
  2. Das Bloggen
  3. Bilder, Videos, Podcasts
  4. Micro-Blogging
  5. Resümee

1. Das Web 2.0

Das Web 2.0 … wieder einmal ein Wort, welches man nicht in wenigen Worten erklären kann. Web 2.0, wenn man es bildlich machen möchte, sieht jedenfalls so aus:

Wenn ich gefragt werde, was denn nun Web 2.0 ist, fange ich immer mit meinen ersten Schritten im “alten” Internet an. Früher waren Homepages statisch (schon klar, diese gibt es immer noch), aber wenn es sich dabei um persönliche Webseiten handelte, fehlte irgendwie die Möglichkeit sich umfassend selbst zu präsentieren. Mithilfe der Blogs war es eben dann möglich, chronologisch gelistete Einträge zu schreiben, und die Leser hatten endlich die Möglichkeit zu kommentieren. Auch Wikipedia ist eine Ausgeburt des Web Zwei Null. User schreiben Inhalte für User. Der sogenannte User-generated-content. Und meiner Meinung nach ist es das, was das “neue” Internet ausmacht.

2. Das Bloggen

Das Bloggen. Es ist eine Philosophie für sich. Der Begriff “Online-Tagebuch” geistert ja schon lange herum, aber das trifft nur auf wenige Blogs in der deutschsprachigen Blogosphäre zu. Blogs befassen sich manchmal mit einem gewissen Thema, berichten etwa wie hier über Politik. Und manchmal, wie auf meinem Hauptblog eben auch sehr persönlich. Zuallererst finde ich: Es macht Spaß.

Einige Menschen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis haben es selbst schon einmal probiert. Leider haben auch einige wieder damit aufgehört. Das finde ich persönlich sehr schade, denn eingie hätten wirklich Potential, um einen wundervollen persönlichen Blog zu erschaffen. Am Anfang, nachdem die Faszination des eigenen Publizierens etwas nachgelassen hat, kommt der erste Verdruss: Die Leserzahlen steigen nicht automatisch proportional mit dem Alter des Blogs. Wenn man sich in die Blogosphäre traut, sollte man sich auch in der Nachbarschaft umsehen. Durch Kommentare auf themenverwandten Blogs kommen so wieder einige über diesen Umweg auf den Blog. Und irgendwann hat sich sowieso all das verselbstständigt.

Das Problem, vor allem der österreichischen Blogosphäre, die sich wundert, warum es noch kein österreichisches Huffington Post gibt, ist die Ernsthaftigkeit, mit der man an die Sache herangeht. Es ist noch nie ein Top-Blogger vom Himmel gefallen. Alles muss man sich langsam aufbauen, aber wenn man es erst einmal schafft, sich eine Stammleserschaft aufzubauen, und in regelmäßigen Abständen auch immer neue Einträge in die Runde wirft, wird unglaublichen Spaß daran haben. 

Für mich hat das Bloggen an sich schon so vieles ermöglicht: 3 Mal wurde ein Text von einem meiner Blogs in der Tageszeitung “Die Presse”  veröffentlicht, zum achten Mal fand man mich in den “Salzburger Nachrichten”. Ein Text von mir machte eine Redakteurin der deutschen Zeitschrift NEON auf mich aufmerksam, und nach einem Telefoninterview wird demnächst eine mehr oder weniger schlimme Story in der Zeitschrift zu finden sein. Und durch die Mitarbeit am sehr erfolgreichen Projekt NEUWAL.com von Dieter Zirnig, hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, so richtig tief in das Leben als Journalist hineinzuschnuppern, als wir von der letzten TV-Diskussion vor der Nationalratswahl live aus dem Atrium unter unzähligen Journalisten mitbloggten. Ebenso konnte ich nun schon mit POLILOG auf einer EU-MinisterInnen-Konferenz als “PRESS” teilnehmen. Und was das Wunderbarste ist: Man lernt neue Menschen kennen. Und meist sind sie in einem persönlichen Blog um einiges ehrlich, als jedes Profil der Welt auf studiVZ, Facebook oder ähnliches sein kann.

Die wichtigsten 2 Blogplattformen: de.wordpress.com, www.blogger.com

3. Bilder, Videos, Podcasts

Durch den flächendeckenden Besitz von Digitalkameras nötigt einen ja beinahe dazu, die geschossenen Kunstwerke der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich selbst habe mich damit bisher immer sehr stark zurückgehalten. Nur wenige wirklich kunstvolle Bilder fanden den Weg ins Internet. Im Laufe des nächsten Jahres werde ich aber alles daran setzen, mein bisher vergeudetes Talent für die Kunst der Fotografie endlich publik zu machen. Dafür gibt es die verschiedensten Plattformen. Die Berühmtesten sind, meiner Meinung nach, flickr und Picasa. Hier kann man sich den flickr-Account für den Blog POLILOG ansehen. Auch hier kann man kommentieren, die Bilder zu den eigenen Favoriten hinzufügen und ähnliches. Picasa, ein Produkt aus der Google-Palette, beinhaltet ein Programm, welches auch offline schnell und einfach Bilder von der Speicherkarte auf den Computer rüberladet. Natürlich kann man mit dem Programm auch Bilder verändern, anpassen, Effekte hinzufügen und wild herumtesten. Mit einem Druck auf einen Button können dann ausgewählte Bilder auch in ein Webalbum hochgeladen werden. Und das alles natürlich gratis: flickr beschränkt auf 200 Bilder (ein unbegrenzter Account kostet 24,95 Dollar im Jahr) und Picasa beschränkt auf 1 GB. 

Es ist bemerkenswert, welche Kunstwerke man auf Plattformen wie diesen findet. Für meinen persönlichen Blog Neon|Wilderness suche ich mir ständig Bilder, welcher unter Creative Commons hinaufgeladen wurden, um sie in die Einträge einzubinden. Denn mehr als 8 Millionen Bilder gibt es schon, wo man einzig und allein einen Link zum Fotografen miteinfügen muss. 

Die berühmteste Videoplattform ist natürlich YouTube. Eine immer noch ständig wachsende Community lädt mehr und mehr Videos hinauf. So findet man abertausende Musikvideos, Konzertmitschnitte, Trailer oder einfach auch nur Funvideos. Wie z.B. das Video zur österreichischen Hexapod-Meisterschaft, welches gerade der Hit der österreichischen YouTube-Szene ist.

POLILOG hat auch einen YouTube-Account, welcher aber bis jetzt noch unbenützt ist. Ich überlege immer noch, wie ich diesen Account richtig einsetzen kann. Aber das etwas kommt, das ist natürlich klar. Andere Videoplattformen sind z.B. vimeo, MyVideo oder dailymotion. Eine Möglichkeit wäre das Videobloggen, wie es Tom Schaffer auf ZurPolitik oder Robert Misik für derStandard.at. Und nun komme ich vom Videocast zum Podcast.

Neben Digitalkameras haben auch Mp3-Player eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hinter sich. Vor allem durch Apples iPod ist die mobile Musikdatenbank allgegenwärtig. Deswegen gibt es Abermillionen von Angeboten, um sich sogenannte Podcasts herunterladen. Hier sprechen Professionelle z.B. über Filme (wie auf widescreen-vision) oder eben Amateure über Themen, die ihnen gerade so in den Sinn kommen. Ich selbst habe auch schon auf meinem Hauptblog versucht, und vielleicht findet das auch bald Einzug hier auf POLILOG. Es ist schön, welch wunderbare Reaktionen man darauf bekommt. 

Video- und Podcasten ist schon sowas von selbstverständlich. Selbst wenn man nur kurz ein verwackeltes Video mit der Digitalkamera aufgenommen hat, mit Videoplattformen wie YouTube kann man sie so der Menschheit zugänglich machen. Und um auch mobil zu informieren, sind Podcasts perfekt.

4. Micro-Blogging

Twitter und Soup.io. Irgendeine Ahnung wovon ich spreche? Viele wagen sich nicht, selbst wenn sie das Bloggen als Spaß empfinden und freudig immer öfter ins Internet kucken, an Twitter. In 140 Zeichen soll man auf den Punkt kommen, und noch dazu soll all das interessant sein. Schon lange bevor die Twitterwelle losbrach, habe ich mich angemeldet. Den genauen Grund weiß ich nicht mehr, und anfangs war es, aufgrund fehlender sozialer Web 2.0-Bekanntschaften, nicht wirklich spaßig. Aber nachdem mehr und mehr Menschen, die ich kenne bzw. kennengelernt habe, einen eigenen Twitteraccount haben und so ihr Leben in 140 Zeichen abbilden, ist Twitter das wohl größte Phänomen des Web 2.0. Es ist eigentlich vollkommen sinnlos, aber auch in irgendeiner Art und Weise überaus genial. Vom Tod Jörg Haiders habe ich z.B. über Twitter erfahren, lange bevor die ersten Medien ausgiebig darüber berichteten. Hier muss ich einfach sagen: Probiert es aus, lasst euch überraschen. Irgendwann schnappt der Vogel jeden Menschen und zieht ihn in seinen Bann.

Bei soup.io handelt es sich um – ja, man mag nun verwundert die Augen ganz groß aufreißen – ein scheinbar sehr erfolgreiches Startup aus Österreich. Und das vollkommen zurecht. Denn soup.io ist sozusagen die Zusammenfassung von unglaublich vielen Web 2.0 – Accounts. Per RSS-Feed (eine Internetadresse, mit welcher man die Beiträge abonniert) oder durch die einfache Eingabe des Benutzernamens werden hier die neuesten Einträge gesammelt. So wird diese Seite zur Webfundstückdatenbank. POLILOG hat eine eigene Suppe, welche die Einträge von diesem Blog, Del.icio.us, flickr, Twitter und YouTube sammelt, und auf der Suppe von just4ikarus findet man meine persönlichen Fundstücke und Einträge. 

Ich bin der Meinung, dass all jene, die bisher nur gebloggt haben, zuerst eine kleine Hemmschwelle überwinden müssen, um sich mit Twitter und soup.io zurecht zu finden. Ich dachte mir, dass sich auf meiner Soup eigentlich dasselbe befinden wird, wie auf meinem Hauptblog, aber mehr und mehr hat sich diese Seite verselbstständigt. Wenn ich auf irgendeiner Seite bin und ein Bild auf Soup veröffentlichen möchte, schaffe ich das nun in 2 Sekunden. Einfach großartig. Und Twitter ist, wie gesagt, ein komplett eigenes Kapitel. Aber definitiv einen Versuch wert.

5. Resümee

Was ist es denn nun, was mich am Web 2.0 nach über 3 Jahren noch so fesselt und beeindruckt? Es ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich ist es die Verbindung zwischen all diesen Services. Durch das Bloggen habe ich eine Möglichkeit gefunden, mich selbst zu präsentieren, um meine Meinung und mein Leben der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch Bilder-, Video- und Podcast-Uploads habe ich ein Feld gefunden, wo ich mich noch unprofessionell hineinstürzen kann, und verschiedene Experimente probieren möchte. Twitter und Soup.io machen einfach nur Spaß und sind ein großartiger Zeitvertreib. 

Warum ich denn nun diesen sehr langen Eintrag schreibe (> 1500 Wörter)? Es gibt genügend Blogger, die nur die Bloggerplattform WordPress kennen, aber noch nie etwas von all den anderen Möglichkeiten gehört haben. Manche unter dem Vorwand, das Real Life habe eine viel höhere Priorität. Aber es funktioniert alles nebenbei, das verspreche ich. Zwar wird man mehr und mehr auch Teil des Web 2.0, aber das Real Life kommt nicht wirklich zu kurz. Ich empfehle allen Interessierten, es einfach mal zu versuchen. 

Und wer einen Überblick über all die Web 2.0 – Veranstaltungen in Wien haben möchte, dem empfehle ich die neue Seite WienWeb2.0 und die Wandinstallation im Museumsquartier.

Bilderquellen: 


Aktuelles Gezwitscher

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