Man betrachte diesen Eintrag hier als ein kleiner Einschub zum reinen Dampf ablassen. Mehr soll er auch nicht sein. Aber der Ärger ist da. Ich bin schon ganz still und blicke mit bösen Augen ins Nichts. Hmpf.

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Man betrachte diesen Eintrag hier als ein kleiner Einschub zum reinen Dampf ablassen. Mehr soll er auch nicht sein. Aber der Ärger ist da. Ich bin schon ganz still und blicke mit bösen Augen ins Nichts. Hmpf.

Laut derStandard.at scheint der Konflikt zwischen Lehrergewerkschaft und Unterrichtsministerin Schmied nun beigelegt. Ich habe auf der Nachrichtenseite zwar bis jetzt nur eine vage Überschrift zu lesen bekommen, aber ich dachte, ich berichte auch hier (nachdem das Thema in den letzten Tagen ja mehrmals behandelt wurde) über diese Wende. Mal sehen, zu welchem Kompromiss es nun gekommen ist, ob es denn nun eine Budgetaufstockung durch Finanzminister Josef Pröll gibt und. Naja. Ich lasse das hier einfach mal so stehen und werde mich dann morgen mit mehr Informationen zurückmelden.
A neverending story? Der Streit der Lehrergewerkschaft mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied gipfelte zuletzt im Auftritt des Chefs der Pflichtschullehrergewerkschaft, Walter Riegler in der Zeit im Bild 2 und wird am Donnerstag in einer Woche in einen StreikProtesttag überlaufen.

Weiterlesen ‘Man streikt nicht fürs Leben, sondern für die Schule’
Es war beinahe wie ein Feiertag für die Medien. Anstatt vom ständigen “Kuschelkurs” zu berichten, konnten die Medien wieder einmal ihr Minister-Bashing starten. Wovon ich rede? Von Claudia Schmied und ihrer Rolle als Unterrichtsministerin.
Man fragt sich natürlich: Was kann man eigentlich alles falsch machen? Schmied offenbarte den Medien ihre Pläne von budgetorientierter Schulreform. Ohne die Lehrergewerkschaft in irgendeiner Art und Weise getroffen, dazu befragt, und mit ihnen diskutiert zu haben. Alleine schon deshalb kann ich den Unmut der Lehrer verstehen. Anschließend sah sie sich auf verlorenen Posten: Sie müsse einfach die Verpflichtung der Lehrer um zwei Stunden erhöhen, denn jeder müsse seinen Beitrag zur Finanzkrise leisten. Und das Budget für Bildung ist sowieso auch dieses Mal nicht wirklich groß. Und das wäre auch schon Fehler Nummer zwei: Wie konnte man die finanziellen Mitteln für Bildung nur wieder so knapp berechnen? Sind sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied (ehemaliges Vorstandsmitglied der Kommunalkredit) und Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll nicht bewusst, dass vor allem in Zeiten des globalen Erzitterns das Investieren in die Bildung langfristig nur Positives bringen würde? Und warum zieht sich plötzlich Herr Pröll ganz heimlich aus der Affäre? Ist doch er einer der zwei wichtigen Personen im Bezug auf das Budget für ein Ministerium. Oder ist das nur der abgewürgte Neustart nach dem Molterer-Stillstand? Kehren sie etwa zur alten VP-Politik zurück? Und was macht Faymann? Er stellt nur die Forderung, doch bitteschön bis Ende April mit den Streitereien fertig zu sein.
Und zu den Lehrern selbst: Ich glaube, dass engagierte und vor allem Lehrer mit wirklich pädagogischer Ausbildung mehr als ihre 20 Stunden (+ geschätzter 20 Stunden Vor- und Nachbereitung) für die Schule aufbringen. Natürlich kenne ich auch Lehrer, ich habe selbst mal solche gehabt, die mit dem geringsten Aufwand gearbeitet haben: alte Unterlagen, fehlende Technik-Affinität, pädagogischer Griff ins Klo. Aber die Mehrheit der Lehrer meiner Schullaufbahn war engagiert, schaffte es, das zu unterrichtende Thema interessant aufzubereiten. Deswegen finde ich es schade, dass Lehrer vor allem in den Boulevard-Medien ebenso schlecht wegkommen wie Airbrush-Lady Schmied.
Eines Tages (Nachforschungen ergaben: es war der 4. März dieses Jahres) drohte Unterrichtsministerin Claudia Schmied sogar mit ihrem Rücktritt. Auch das zeigt ihr Unvermögen an, Politik zu betreiben. Jahrelang motzten Lehrer (und das waren wirklich Lehrer aller politischen Richtungen) gegen Unterrichtministerin Elisabeth Gehrer und ihren Reformunwillen. In kürzester Zeit schafft es aber nun Claudia Schmied mithilfe schrecklicher Kommunikationsfehler, einer falschen Budgetpolitik und überzeugenden politischen Auftritten Frau Gehrer als Feindbild der Lehrer abzulösen.
Wie das nun ausgehen soll? Vielleicht mit einer Erhöhung des Budgets (denn, und das sagt wohl ein jeder Experte: Sparen ist natürlich super … aber nicht an der Bildung!) Oder mit einem Kompromiss zwischen der Lehrergewerkschaft und der Unterrichtsministerin. Oder vielleicht aber auch mit dem vorangekündigten Rücktritt. Aber damit wäre zumindest erneut ein neues Kapitel aufgeschlagen, um zu zeigen, wie sozialdemokratische Politik (sozial: von lat. socius = gemeinsam, verbunden, verbündet; demokratisch: gr. Δημοκρατία, von δήμος [démos], „Volk“, und κρατία [kratía], „Herrschaft“, vgl. -kratie) nicht aussehen sollte.
Und nein: Ich konzentriere mich hier nicht auf das Bashing der österreichischen Sozialdemokratie. Es ist sicherlich keine Absicht. Aber zurzeit scheinen sich die SP-Politiker einfach nur zu gerne nebeneinander aufzustellen, um eine Ohrfeige abzubekommen.
In der ZIB 24 habe ich von einer neuen Studie zum Thema “Islamischer Religionsunterricht” erfahren. Der Islamwissenschaftler und Soziologe Mouhanad Khorchide zeigt nun in seiner Studie “Der islamische Religionsunterricht zwischen Intergration und Parrallelgesellschaft: Einstellungen der islamischen ReligionslehrerInnen an öffentlichen Schulen”, wie die Einstellungen einiger Religionslehrer sind.
Demnach lehnen 22% der 199 Befragten (von rund 350 Religionslehrerin insgesamt laut ZIB24) “die Demokratie ab, weil sie sich mit dem Islam nicht vereinbaren lässt.” 28% sehen einen “Widerspruch zwischen Muslim und Europäer sein.” Ein weiteres Detail der Studie, welches im Beitrag auf ZIB 24 verschiegen wurde, ist, dass 37% der aktuell tätigen Religionslehrer keine theologische, 41% keine pädagogische Ausbildung vorweisen können.
Für mich sind das erschreckende Ergebnisse. Österreich ist das erste Land in der EU, welches den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen eingeführt hat. Diese Tatsache empfinde ich als extrem lobenswert. Ich bin ein großer Verfechter der Religionsfreiheit. Aber dass viele (zwischen 14 und 17 Prozent) der Befragten meinen, dass der Islam verbiete an Wahlen bzw. der österreichischen Kultur teilzunehmen, oder sie lehnen die österreichische Verfassung ab, weil sie im Widerspruch zum Islam steht, zeigt, dass rund ein Fünftel aller islamischen Religionslehrer – meiner Meinung nach – auf gar keinen Fall Kinder und Jugendliche unterrichten sollen.
Aufmerksam gemacht wurden alle Medien durch die aktuelle Titelstory des heute erscheinenden Falter. Scheinbar wird die oftmals belächelte, aber meiner Meinung nach absolut hochwertige “Stadtzeitung” zum Aufdecker der Nation. Und das im Gegensatz zu den oft selbstbenannten Aufdeckern aus der Boulevardpresse. Die Studie wurde demnach schon 2008 fertiggestellt und ist ab Februar 2009 in gedruckter Fassung käuflich zu erwerben.
Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), ließ sich im ZIB24-Interview zu wenig Aussagekräftigem hinreißen. Sollte man offensichtliche Hinweise bekommen, würde man den/die LehrerIn natürlich entlassen. Aber aufgrund der Anonymität dieser empirischen Studie kann man jetzt nur “besinnlich und seriös” die Studie durcharbeiten und an der Veränderung arbeiten. Der Falter beschreibt die Gründe wie folgt: Als 1982 der islamische Religionsunterricht in Österreich eingeführt wurde, gab es im Land keine qualifizierten Lehrkräfte, dafür wurden Religionslehrer aus der Türkei “importiert”. Erst seit 1998 gibt es die Islamische Religionspädagogische Akademie (IRPA). Khorchide erklärt dazu in seiner Studie, dass die zweite Generation der Religionslehrer schon stärker mit Österreich verbunden sei.
Von „besserer Aufsicht“ (Grüne) über „eingreifen“ (ÖVP) bis „sofort suspendieren“ (FPÖ) und „Ausweisung von Lehrern“ (BZÖ) reichten die Stellungnahmen aus den Parteibüros.*
Ich bin gespannt, wie diese Geschichte nun weitergeht. Wie reagiert das Unterrichtsministerium (bisher forderte es nur einen umfassenden Tätigkeitsbericht)? Und wie will die Islamische Glaubensgemeinschaft weitere Aktionen in Angriff nehmen? Ich persönlich hoffe nur, dass bald kein fundamentaler Religionsunterricht mehr in Österreich stattfinden wird (ob es diesen auch im römisch-katholischen, bzw. evangelischen Religionsunterricht gibt, kann ich nicht bewerten, da ich selbst stets nur sehr liberale LehrerInnen hatte; aber ich denke, dass es auch hier einige schwarze Schafe gibt)
Weitere Informationen und Quellenangaben:
Islam-Lehrer als Problemfall – diePresse.com (*)
Islam-Lehrer an Österreichs Schulen teils Fanatiker – diePresse.com
Die Islamlehrer – Falter.at
Anas Shakfeh im Interview – Falter.at
Islamischer Religionsunterricht – religion.orf.at

Wenn man bald schon auch mit Lehre und 900 Schulstunden in vier Jahren zur Matura kommt, wer bitteschön besucht dann noch eine HAK, eine HTL oder eine AHS?
In Burgenland startet ab November 08 in drei Orten ein Pilotversuch. welches jungen Menschen ermöglicht, mit dem Abschluss des Lehrberufes auch die Matura zu erlangen. Das Land fördert Unternehmen, die das ihren Lehrlingen zur Verfügung stellen, mit insgesamt 2500 Euro. Mittelfristig sollen 10 Prozent der 800 Lehrlinge im Burgenland ihre Lehre mit der Matura abschließen.
Das Wissen für die Matura erlernen die Lehrlinge jeweils freitags. Auf vier Jahre verteilt insgesamt neunhundert Unterrichtsstunden. Unterrichtet werden Deutsch, Englisch, Mathematik und EDV. Ist schlussendlich diese Matura mit der Matura in AHS, BHS oder HTL vergleichbar? Wo man dort doch fünf mal die Woche mit unzähligen Wochenstunden und einem beinahe unüberschaubarem Fächerspektrum konfrontiert wird?
Wenn man nach dem Ende der Schulpflicht vor der Entscheidung steht, ob man nun eine weiterbildende höhere Schule besucht oder eine Lehre beginnt, spricht jetzt natürlich viel für eine Lehre. Man verdient Geld, kann die Matura machen und steht abschließend als junger Mann/junge Frau da, welche/r den Abschließenden der höheren Schulen in manchen Dingen bei weitem voraus sind. Durch dieses Pilotprojekt werden höhere Schulen und im weiteren Sinne auch die Matura abgewertet.
Wenn man technisch begabt ist, und danach ein technisches Studium beginnen möchte, ist man meiner Meinung nach in einer HTL um einiges besser aufgehoben. Und die Bildung eines Maturanten, der vier oder fünf Jahre lang fünf Tage wöchentlich in die Schule geht, ist weiter über dem Bildungsniveau eines Lehr-Maturanten. Das kann man wohl unumstritten feststellen. Denn nie könnte man in 900 Stunden in 4 Jahren und 4 Fächern so viel lernen, wie man es in weiterbildenden höheren Schulen tut.
Deswegen bin ich diesem Versuch der burgenländischen Landesregierung sehr abgeneigt. Zu wenig durchdacht, zu schnell beginnend. Und vielleicht auch nur ein verzweifelter Versuch, die Akademikerquote zu steigern.
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