Posts Tagged 'Ausländische Medien'

Gibt es Ethik im Web 2.0?

Das “Mitmach-Internet” ist nun schon seit mehreren Jahren in aller Munde. Ob nun Blogs, Wikipedia, Facebook oder der neue Superhype Twitter … die Userzahl steigt ins Unvorstellbare. Und damit auch die Gefahr, dass man in der Welt des unentgeltlichen und globalen Selbstpublizierens möglicherweise auf ein ganz kleines Detail vergisst: Ist es nicht manchmal auch wichtig, Schweigen zu können?

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#iranelection – declared the result invalid?

Neben dem BarCamp in Wien, meinem dort entstandenen Sonnenbrand und Stress aufgrund dem nahenden Uni-Ende hat mich ein Thema sichtlich gefesselt. Die Wahl im Iran. Und diesmal ist es auch für mich klar: Die “alten” Medien sind machtlos. Ich beziehe seit Tagen meine Informationen von unzähligen Twitter-Accounts, die “live” aus dem Iran twittern.

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Die Wahl im Iran

Sollen es also doch nur die westlichen Medien gewesen sein, die Moussavi schon im Vorhinein zum nächsten Präsidenten des Iran machten? War die Euphorie und die Hoffnung auf “Change” nach den Jahren Ahmadinejad nur vereinzelt und doch zentral in den Augen der ausländischen Medien? Haben denn wirklich mehr als 60 Prozent der wählenden Menschen diesen schrecklichen Menschen wiedergewählt?

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Der Fall Denisa S.

Die aktuelle Ausgabe des Falters (20/09) brachte mich auf einen Fall, der mich wieder einmal hochschrecken ließ. Am 29. Jänner 2008 wurde eine Frauenleiche in der Ager gefunden, etwas außerhalb von Vöcklabruck. Die Polizei legte den Fall mit der Begründung “Selbstmord aus Liebeskummer” ad acta, selbst eine Obduktion fand nicht statt. Eine Stadt und ein Land hüllen sich in Schweigen. Was ist hier nur los?

 
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Die WAZ, die Krone und der Mediamil-Komplex

„Im übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplex muss zerschlagen werden“ – Jede Woche endet Armin Thurnher seinen Leitartikel im Falter mit diesem Ceterum Censeo (übrigens macht er das schon seit 1994). Durch den Ausstieg der WAZ aus dem Krone-Imperium könnte dieser Wunsch möglicherweise in Erfüllung gehen. Weiterlesen ‘Die WAZ, die Krone und der Mediamil-Komplex’

Paul Krugman, ÖSTERREICH und der Staatsbankrott

Neben der Strafanzeige gegen Karl-Heinz Grasser (Es muss leider die Unschuldsvermutung gelten; es ist aber für mich eine der größten Genugtuungen seit vielen Jahren), dem glücklicherweise missglückten PISA-Boykott und Bo, dem portugiesischen Wasserhand mit Nachnamen Obama, fand noch ein weiteres Thema den Weg in die Medien. Paul Krugmans Diagnose, wie Österreich in der Weltfinanzkrise betroffen sein könnte.

Paul Krugman
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Der Fall F. und die Medien

Morgen startet das Verfahren gegen Josef F. am Landesgericht St. Pölten. Ich möchte nicht zu viele Worte über den Fall verlieren. Aber für mich wird dieses Gerichtsverfahren vor allem wegen einem Punkt spannend. Die Reaktion der Medien. Dass ausländische Medien nicht viel von Ethik halten (The Sun zeigte es uns schon mal zur Genüge vor) wissen wir ja. Aber ist dieses Verfahren nicht ein gefundenes Fressen für den überbordenden Gratiszeitungsmarkt? Verliert sich der österreichische Boulevard in verachtungswürdigen Berichten? Und wie berichten die österreichischen “Qualitätszeitungen”, wie Der Standard oder Die Presse?

Für (österreichische) Journalisten ist dieser Fall wirklich gefährlich. Und für Medienbeobachter wie mich nicht minder spannend.

Vom Blogger zum Publizisten

Einige wenige wissen es vielleicht: Ich möchte irgendwann einmal, in naher Zukunft aber, als Journalist arbeiten. Und schon seit einiger Zeit werden mehr und mehr die Medien 1.0 auf das Web 2.0 aufmerksam. Am 1. August 2007 druckte die österreichische Tageszeitung “Die Presse” zum ersten Mal einen Text von mir ab. Die Kategorie “Fangnetz“, welche Einträge der “besten internationalen Blogs” abdruckte [wobei ich meinen damaligen Meinungsblog beileibe nicht dazuzähle], wurde leider scheinbar mangels fehlender Interesse eingestellt. Die “Salzburger Nachrichten” geben Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis zum Alter von 25 Jahren) die Möglichkeit in ihrer Kategorie “MeinJung” Beiträge zu Wochenthemen zu veröffentlichen, 3 an der Zahl finden dann ihren Weg in die Montagsausgabe. Ich wurde bisher, seit dem 16. Juni 2008, acht Mal abgedruckt, das Honorar von 20 Euro sehe ich als weiteren Ansporn. Was mir aber immer wieder sauer aufstößt ist die Beschränkung auf 900 Zeichen. Es ist schwer, innerhalb dieser geringen Zeichenanzahl auf den Punkt zu kommen. Die Einleitung hüpft zum Hauptteil und schnell noch das Fazit. Wirklich “schöne” Texte sind somit unmöglich.

Und nachdem in Amerika das Projekt “The Printed Blog” einige kleine Wellen schlägt, hat es sich nun eine deutsche Zeitung zur Aufgabe gemacht, bei ihrem Relaunch das nicht mal mehr neue Medium Blog besser einzubinden. Man bloggt auf ihrer Seite, die Community bewertet und kommentiert, Moderatoren werden darauf aufmerksam und leiten es an die Redaktion weiter. Und so findet ein Blogeintrag auch den Weg in Richtung Printausgabe. der Freitag, eine selbstbetitelte “linke Wochenzeitung” (welche übrigens dubioserweise am Donnerstag erscheint), schafft es so, Blogger zu Publizisten zu beförden, so Herausgeber Jakob Augstein im Falter-Interview. Und noch dazu gibt es Zeilenhonorar.

Auch ich habe mir jetzt einen Blog angelegt und werde von nun an auch dort regelmäßig bloggen. Vielleicht schaffe ich es manchmal in die Printausgabe. Die Texte werden zudem auch hier veröffentlicht und werden sich meist mit den Themen (internationale) Politik und Gesellschaft beschäftigen. Sie werden darüber hinaus umfangreicher werden und ich möchte mich auch viel mehr in die Recherche stürzen.

Links:
derFreitag
mein Blog (muss erst freigeschaltet werden)

The Printed Blog – Die Tageszeitung aus Weblogs

The Printed Blog

Am 27. Jänner 2009 erscheint die erste Ausgabe von “The Printed Blog”.

Viele Zeitungen schaffen es schon, verschiedene Blogeinträge zusammen zu suchen, um sie dann abzudrucken. Die Presse, zum Beispiel, veröffentlichte 2008 jede Woche die besten Blogeinträge, stellte diese Idee aber aufgrund zu hohen Aufwandes wieder ein. “The Printed Blog” macht es jetzt anders.

Was kann man sich also unter dieser Zeitung vorstellen?

Joshua Karp, Gründer und Herausgeber von “The Printed Blog” beschreibt es in kurzen Worten jedenfalls so: ”Wir versuchen, die erste gedruckte Tageszeitung auf die Beine zu stellen, die ausschließlich aus Blog-Einträgen und anderen User-generierten Inhalten besteht” Sozusagen bekommt man hier eine Zeitung, nur mit user-generated Content. [In österreichischen Zeitungen ist der einzige regelmäßige user-generated Content die Leserbriefsparte; in einer ganz bestimmten Zeitung hat er sogar schon Kultstatus]

Durch die rege Beteiligung der Web-Community verspricht sich “The Printed Blog” nämlich einen bedeutenden wirtschaftlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Tageszeitungen, die für Mitarbeiter und Recherche bereits einen gewichtigen Anteil des eigenen Budgets aufwenden müssen. derstandard.at

Aktuell gibt es die Zeitung in Chicago und San Francisco. Je nach Erfolg der ersten, wöchentlich erscheinenden Gratisausgaben wird der Erscheinungszyklus an die Nachfrage angepasst. 

Genau so etwas bräuchte man in Österreich, um den Blogs zu mehr Popularität zu verhelfen und Blogs selbst professioneller werden zu lassen. Die Idee dahinter ist, meiner Meinung nach, genial: Die Webcommunity schlägt Texte vor, man kann für sie voten bzw. eine Redaktion wählt sie aus. Und ich denke, dass auch die Werbeindustrie schnell darauf aufmerksam wird. In Österreich könnte es wohl maximal eine Wochenzeitung werden, von minimalem Umfang. [Also nicht im Umfang klassischer Wochenzeitungen]. Aber es wäre zumindest ein Versuch wert, um so das Web 2.0 mit dem Real Life 1.0 zu verbinden. 

Link: theprintedblog [iPod Touch-Verlosung]

Neue Informationen zum Tod von Jörg Haider

In den frühen Morgenstunden des gestrigen Samstags verstarb mit Jörg Haider Kärntens Landeshauptmann, der Parteivorsitzende des Bündnis Zukunft Österreichs und die konstanteste politische Figur in Österreich. 

Laut heutigen Berichten soll Jörg Haider mit seinem relativ neuen VW Phaeton (ein normalerweise sehr sicheres Auto) mit 142 km/h auf der Landstraße in Richtung des Bärentals unterwegs gewesen sein. Die Geschwindigkeitsbeschränkung an der Unfallstelle liegt bei 70 km/h, einhundert Meter danach nur mehr 50 km/h. Somit hat er mit stark überhöhter Geschwindigkeit nach einem Überholmanöver die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Damit das Bündnis Zukunft Österreich nun nicht lange ohne Frontmann dasteht, wurde Stefan Petzner (er und Haider waren laut eigenen Aussagen beste Freunde, er war seit 2004 persönlicher Sprecher von ihm, zuletzt Generalsekretär) bei einer Vorstandssitzung in Wien zum Nachfolger von Jörg Haider gewählt.

“Es sind sehr große Schuhe, aber ich werde gehen, nicht fallen” – Stefan Petzner nach seiner Ernennung zum neuen Parteichef des BZÖ

Alle ausländischen Medien berichteten vom Unfalltod des Kärntner Landeshauptmannes. derStandard.at hat diese hier gesammelt und veröffentlicht. 

Und auch wenn Haiders Tod immer noch das Titelthema aller Nachrichtenhomepages und Blogs ist, hat sich u.a. derStandard.com dazu entschlossen, die Kommentarfunktion zu jenen Themen zu deaktivieren.

Aufgrund der großen Anzahl an pietätlosen Postings sieht sich derStandard.at gezwungen, zu diesem Thema ausnahmsweise kein Forum einzurichten.

Meine Meinung zu Kommentaren und Einträgen

Auch ich habe überlegt, ob ich denn für diesen einen Eintrag die Kommentarfunktion wegschalten sollte. Ich wusste, dass Haider der wohl umstrittenste Politiker Österreichs war, und dass sich hier im Web 2.0 genug radikal linke als auch radikal rechte Menschen tummeln. Und dass Pietät gerade zu einem solchen Thema oftmals nicht vorhanden ist, habe ich befürchtet, einfach nur geschmacklose Kommentare zu bekommen. Schließlich habe ich mich dagegen entschieden, da dies nicht dem Konzept des Web 2.0 entspräche. Aber ich distanziere mich hiermit noch einmal ausdrücklich von allen Kommentaren und betone erneut, dass man vom Politiker halten könne was man möchte, dass der Tod eines Menschen – egal ob er nun mit überhöhter Geschwindigkeit selbst Schuld war, oder nicht – tragisch ist. Wenn man das menschliche Leben nicht genug achtet, und einen Unterschied zwischen Menschen macht, stellt man sich vielleicht sogar auf jene Ebene, desjenigen, über dessen Tod man sich freut. 

Ich war übrigens beeindruckt von der Interesse an meinem Artikel. Und jeder mir bekannte Politblog in Österreich und Deutschland berichtete ebenfalls darüber. Überraschend und ebenso erschreckend, wie viele persönliche Blogs, Blogs über Gott und die Welt, es nötig fanden, ihre “Freude” über den Tod des Rechten in Form von niveaulosen Witzen, oder pietätlosen Einträgen zum Ausdruck brachten. Traurig, wenn wirklich so viele so denken.


Aktuelles Gezwitscher

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