Durch @Luca und @bloegger aufmerksam geworden, werde nun auch ich an dieser neuen Blog Parade zum Thema Link-Kultur teilnehmen. Eine Blogparade? Gab es schon lange nicht mehr, ich weiß. BLÖGGER hat hier alle wichtigen Infos zusammengepackt: das Was, Warum, und auch … wie man ein HP Mini Notebook dabei gewinnen kann.
- Worin siehst Du die Gründe für die Abnahme der Verlinkungen?
Sind die Verlinkungen etwa zurückgegangen? Nein, Scherz. Ich konnte das ja noch auf Technorati (damals, in grauer Vorzeit, als man diese Seite auch noch nutzte) gesehen: In der Zeit vor Twitter wurde man, sofern man gerne gelesen wurde, in die Blogroll gehievt. Das war damals einfach so. Nebenbei noch gemütlich den RSS-Feed abonniert und schon war eine manchmal nur nonverbale Beziehung entstanden.
Und jetzt? Die Blogrolls gibts immer noch, nicht mehr so häufig, aber doch. Nur sind sie meistens wirklich alt. Alte Blogs (die meist gar nicht mehr befüllt werden) befinden sich noch drinnen und neue Blogs finden manchmal nicht den Weg dorthin. Denn weil die meisten Blogger auch auf Twitter sind, und einen Tweet schreiben, wenn sie einen neuen Eintrag geschrieben haben, verschiebt sich das Ganze einfach nur. Durch diesen Tweets und möglichen Retweets erreicht man so wahrscheinlich auf die Schnelle mehr Leute, als man sie durch Verlinkungen am Blog erreichen würde.
Es sind Milliarden von Links unterwegs, nur heutzutage eben nicht mehr bevorzugt in Blogs, sondern nun auf Twitter, inklusive Kurzlebigkeit und der Gefahr, übersehen zu werden.
Andere Verlinkungen (um in Einträgen auf Einträge von anderen Bloggern hinzuweisen) werden relativ gesehen – glaube ich – auch nicht weniger. Nur die Einträge auf den Blogs sind stark vermindert, dank all der neuen Kommunikationswege hier. Gab es früher noch alle zwei Tage bis täglich neues Lesefutter, so jetzt vielleicht alle zwei Wochen oder so. Dadurch sinkt natürlich die Verlinkung, weniger Inhalt, weniger Verweise.
Und es kommt ja immer auf die Blogger an. Nehmen sie sich Zeit für ihre Einträge, lesen sie zuvor auf anderen Blogs, gibt es natürlich mehr Verlinkungen, als bei jenen Bloggern, die nur wenige Minuten in einen Eintrag investieren. Da liegt es ganz einfach nur am Menschen.
- Welche Folgen ergeben sich daraus für uns als Blogger?
Ergeben sich denn ernsthaften Folgen daraus? Ich glaube nicht. Ich verspüre es zumindest nicht. Natürlich freut es mich, wenn ich auf anderen Blogs verlinkt werde, und ich versuche auch, so gut wie möglich in meiner näheren Blogosphäre Links hinauszuschicken. Aber das Einzige, was durch diese Verlinkungen sinken würde, wären die Leserzahlen. Und die womöglich auch nur vorübergehend. Denn wo ein Link untergeht, geht irgendwo ein neuer Link auf. Oder so.
- Wie gehst Du in Deinem Blog mit Verlinkungen und Blogroll um?
Ich seh’ gerade: hier bei POLILOG und auch bei Neon|Wilderness (!) habe ich irgendwann einmal die Blogroll rausgekickt. (Und ich füge sie jetzt wieder ein, dachte eigentlich, dass sie zumindest bei einem der beiden Blogs noch existent sei). Und nein, ich überarbeite sie auch nur in den wenigsten Fällen. Leider.
Auf Neon|Wilderness ist es nicht oft (weil es ein persönlicher Blog ist) nötig, zu verlinken. Auf POLILOG hingegen versuche ich, passende Texte anderer Blogger zu verlinken. Andere machen das zwar noch umfangreicher, aber dafür fehlt mir, ehrlich gesagt, wohl die Zeit.
- Was können wir für ein Wiederbeleben einer aktiven Link-Kultur tun?
Jetzt gerade habe ich etwas überlegt: Am Liebsten würde ich Blogs “favorisieren” wie auf Twitter. Mit einem Sternchen, oder eben einem ganz einfachen Button. Und somit wäre der Blog aufgenommen in eine sich stets veränderte (Blogroll-)Liste. Vielleicht werden dann in der Sidebar nur mehr die Top 20-Verlinkungen angezeigt, der Rest landet im Archiv (eine Unterseite am Blog). Das wäre ganz schön einfach. (Und nein. Nicht um einzelne Einträge zu favorisieren, sondern ganze Blogs.) Hört sich wie del.icio.us oder ähnliches an? Ja. Vielleicht. Aber ich möchte das noch einfacher. Und es soll überall funktionieren, egal ob auf WordPress, blogspot oder twoday und all den selbstgehosteten Blogs.
Um die Verlinkungen zu erhöhen, müsste man den Beruf des Vollzeitbloggerers erfinden; oder ausbauen. Die einen machen es, sitzen auch mehr als ein, zwei Stunden an einem Eintrag, und bekommen womöglich daher auch eine viel größere Resonanz auf ihre Artikel. Andere Menschen schreiben einfach drauf los, erinnern sich an ein oder zwei Beiträge, die sie mal auf diesem und jenen Blog gesehen haben und verlinken eben “nur” diese beiden Blogs.
Ist das schlimm?
(Und wir haben eine aktive Link-Kultur. Ich wiederhole es nur ungern, nur hat sich diese Kultur eben von Blogs auf Twitter verlagert. Das finde ich nicht wirklich schlimm. Nur sollte es zumindest einmal Gang und Gebe sein, bei den Verlinkungen auch all die Links in den Tweets zu zählen. Dann sieht nämlich die Welt ein kleines bisschen schöner aus. Zumindest für die Link-Lover.)
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Das wars von meiner Seite. Ich hoffe, ich konnte Einblicke in meine Gedanken zur Link-Kultur geben. Und ich möchte mich hiermit bei Blögger für diese tolle Blogparade (und vor allem mit diesem coolen Bild) bedanken. Ich werde am Mittwoch, den 3. Februar mit dabei sein, bei meinem ersten Blogtail, und ich muss sagen, ich freue mich darauf, wieder so viele Menschen wiederzusehen, die ich das letzte Mal im Sommer 09 gesehen habe. Und natürlich ist es eine ganz besondere Vorfreude, wieder viele neue Menschen kennenzulernen. (Und vielleicht … ja, vielleicht gewinne ja ich dieses neue HP Mini Notebook, nachdem mein EeePC schon böse Abnützungsspuren zeigt. Wär zumindest sehr, sehr cool!)
Die anderen Teilnehmer der Blogparade:
Hannes Offenbacher: Bitte verlinken sie diesen Beitrag in ihrem Blog
Kurt Schwab: Linkkultur
Dominik Leitner: Zeig mir deine Links, und ich sag dir…
Heinz Peter Wallner: Ist Bloggen eine Kunst? Ein Beitrag zur Linkkultur
Susanne Mandl: Die Link-Kultur lebt. Sie wohnt nur woanders.
Frank Hübner: Moderne Linkkultur
Wolfgang Tonninger: Lasst uns nicht allein!
Martin Prechelmacher: To link or not to link…
Daniel Imrich: Ein paar Gedanken zum Thema Links
Marcus Ambrosch: Qualität & Wertschätzung virtueller Wissensarbeit
Robert Lender: Blog Parade Linkkultur
Richard Haderer: Brauchst du Link?
Winfried Huber: Links, Zwo, Drei, Vier
Walter Krivanek: Link-Kultur
Anabella Lamprecht: Von einer Link Kultur zu Datawell
Andreas Lindinger: Frage zum Sonntag: Worunter leidet die Linkkultur in (grünen) Politikblogs?
Teresa Hammerl: freedom of opinion
Martin Sauer: Rettet die Trackbacks!
Ilda Osmancevic: Die Ära der Linkkulturbanausen?
Meral Akin-Hecke: Blogtail & Blogparade zur Linkkultur
Michaela Ambos: Das langsame Verschwinden der Verlinkungen
Armin Soyka: Mit 100.000 Klicks jemand werden
Stefan Mey: Where have all the Bloggers gone?
Manuel Gruber: Ey Mann, wo sind die Links?

13 Antworten zu „Zeig mir deine Links, und ich sag dir …“