Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl fällt immer wieder mit fragwürdigen Aktionen auf. Eine kleine Sammlung seiner Aktionen. Und die Frage: Warum gibt es ihn immer noch?

Manche kennen seinen Namen vielleicht schon. Bei jedem medienwirksamen Fall für die Polizei springt Herr Lißl vor die Kameras und spricht ganz frei über all Wichtigkeiten. Dies wäre ihm 2007 beinahe zum Verhängnis geworden, als die Welser Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch und der Verletzung des Amtsgeheimnisses ermittelte. Als Neonazis verhaftet wurden, spielte Lißl die Namen der Verhafteten ganz ungeniert einem Medium (den Oberösterreichischen Nachrichten) weiter. Und auch in nicht aufgeklärten Mordfällen ging er zu unsorgfältig mit den Namen der Involvierten um. Erwartungsgemäß resultierte aus diesen Vorwürfen rein gar nichts. Aber es sollte ja noch weitergehen.
Auch im Fall Denisa Soltisova taucht Herr Lißl wieder auf. Diesmal ließ er sich in den OÖN mit den Worten zitieren, dass es „klare Hinweise in Richtung einer möglichen Selbstötung gegeben habe“. Nicht nur, dass dieser Satz so unschlüssig wie unaussagekräftig ist, er widerspricht auch der Obduktion der slowakischen Ermittler. Aber nachdem Denisas Leiche schon wenige Standen nach dem Fund ihrer Leiche zur Beerdigung freigegeben wurde, kann es natürlich leicht passieren, dass die österreichische Polizei und ihr Sicherheitschef ein paar kleine Fehler macht.
Aktuellstes Beispiel ist die berühmtgewordene 1. Mai Demo, in der Polizisten völlig ohne Grund auf friedliche Demonstranten einprügelten. Nicht nur Landeshauptmann Josef Pühringer stellte sich hinter das unverständliche Verhalten der Polizei, auch Alois Lißl meldete sich zu Wort. Josef Barth, Journalist für PROFIL schreibt es so:
Kurz nach dem Vorfall versuchte Oberösterreichs Sicherhetsdirektor Alois Lißl in der „Rundschau am Sonntag“ sogar Amateurvideos kleinzureden und den Verprügelten als Gewalttäter anzuschwärzen: „Was man im Video nicht sieht, ist, dass die Person massiv mit einem Schlagstock auf den Polizisten einschlägt.“
Die eine Person, um die es hier geht, ist ein Familienvater, der auf dieser Demo von der Polizei zusammengeschlagen wurde. Nicht nur, dass die Polizisten in ihren Akten davon sprechen, dass er sich weigerte, sich auszuweisen und er sich auch mit Füßen und Händen wehrte (und sie somit, dank eines aufklärenden Videos, gelogen haben), nein: Lißl spricht sogar davon, dass er „bewaffnet“ war, mit einem Schlagstock.
Und so stehe ich nun am Ende eines Eintrages, den ich schon vor Wochen veröffentlichen wollte. Erst die neuesten, offiziellen Erkenntnisse zum 1. Mai haben mich dazu bewogen, ihn schlussendlich doch online zu stellen. Alois Lißl ist wohl einer der unfähigsten, mediengeilsten und scheinbar auch heißgeliebtesten Sicherheitsdirektoren, die man sich vorstellen kann. Hoffentlich hat sein Handeln irgendwann noch einmal Konsequenzen für ihn. Denn so wie er jetzt agiert, ist er eine Person der Allgemeingefährdung.
Und was Josef Pühringer so unter „Sicherheit“ versteht (ach, wie hasse ich dieses Wort seit kurzem), sollte man sich auch merken. Und bitte nicht vergessen, bis zum 27. September.








die berühmte 1. Mai-Demo, dass ich nicht lache. vielen ist das komplett wurscht. Nur weil es hier im Internet in einige Blogs diskutiert wird, heißt es nicht, dass ganz OÖ diesen Fall kennt.
Tut mir leid dich aus deinen Träumen zu reißen.
Damit meinte ich, dass die Demo es zu trauriger Berühmtheit gebracht hat. Ohne diesem Vorfall wäre sie eine unter hunderten Demos. Und zumindest wurde einige Tage danach noch darüber berichtet und selbst jetzt versuchen einige Medien, neue Wahrheiten zu entlocken.
Und bei „berühmt“ muss man natürlich zuvor immer die Öffentlichkeit deklarieren, auf die das Ganze abzielt. Im Internet zumindest ist der Fall seit dem 1. Mai omnipräsent (dank ~andreame).
Und keine Angst: mein Traum war/ist es nicht, dass diese 1. Mai Demo so bekannt ist. Sie war nur perfekt zum Abschluss meines Lißl-Eintrages.
Diese ganze Geschichte klingt doch etwas eigenartig. Aber für mich als Deutschen ist eines sehr auffällig: Parteien spielen in Österreich in vielen gesellschaftlichen Institutionen wie auch in öffenltichen Ämtern eine große Rolle.
Es würde mich also nicht wundern, wenn auch hier politische Aspekte dafür sorgen würden, dass der Mann seinen Posten nicht verliert…