Man betrachte diesen Eintrag hier als ein kleiner Einschub zum reinen Dampf ablassen. Mehr soll er auch nicht sein. Aber der Ärger ist da. Ich bin schon ganz still und blicke mit bösen Augen ins Nichts. Hmpf.

Wie ja manche von euch wissen, studiere ich dieses Semester noch an der Univerisität Wien. Publizistik. Dieses Massenstudium, welches gerne belächelt wird. Und das, meiner Meinung nach zurecht. 70 Prozent haben keinen blassen Schimmer vom Tagesgeschehen (ein Wissenstest, der aber anonym gemacht wurde, gab mir diese Information), 80 Prozent haben wahrscheinlich auch keine Ahnung von Medien. So ist das nun mal leider. Ich bin hier ein Gegenteil, das gebe ich ganz gerne zu.
Ab nächstem Semester, dem Wintersemester 2009/10, werde ich an der FH St. Pölten Medienmanagement studieren. Statt 1500 nur mehr 80 Studierende dieser Fachrichtung. Und definitiv auch viel besserer Unterricht und sinnvollere Organisation. Organisation?
Ja, denn genau diese hat mich heute quer durch Wien gestresst und meine Wut inklusive Atemlosigkeit ins schier Unendliche treiben lassen. Weil bis gestern (soweit ich weiß) noch “nur” Audimax als ”Veranstaltungsort” einer Prüfung dastand, war ich auch der festen Überzeugung, dass diese Prüfung dort stattfinden würde. Als ich dann, pitsche-patsche-nass vor dem Audimax der Hauptuni stand und mein Netbook herausfischte (wieder einmal ein Grund, warum dieses kleine Ding so genial und wichtig für mich ist), konnte man plötzlich “Audimax des Instituts für Translationwissenschaften”. Laut Google Maps am anderen Ende von Wien, nicht im 1. sondern im 19. Bezirk.
Und ich war nicht allein! (Meine Mutter behauptet ja gerne, dass so etwas bevorzugt nur mir passiere.) So latschten wir durch von Straßenbahn zur U-Bahn und von U-Bahn zum Institut, um dann auch noch betteln zu dürfen, doch noch anfangen zu können.
Liebe Universität Wien, du gehst mir mächtig auf den … Senkel. Ich bin froh, dass du nach diesem Jahr für mich zumindest für die kommenden drei Jahre Geschichte bist. Ich hoffe, ich schaffe jetzt noch die restlichen drei Prüfungen (und ich sehe jetzt minütlich nach, ob sie denn noch mal den Austragungsort verändern), um die nötigen ECTS-Punkte zu sammeln. Und dann … Auf (vorübergehendes) Nimmerwiedersehen!
Story: Wäre zum Toben, würde ich mich nicht schon drei Jahre in diesem kafkaesken Raum namens Alma Mater Rudolfina bewegen.
Bild: Sehr schönes leeres Audimax – so hab ich’s definitiv noch nie gesehen.