Irgendwann einmal habe ich die Wahl in Oberösterreich schon mal als Wahl zwischen Pest und Cholera bezeichnet. Warum ich mir bevorzugt Verluste für die Parteien wünsche? Because we need … change, liebe Leute.
Eigentlich möchte ich mich ja mit diesem Eintrag nur sehr kurz zu Wort melden.
Oberösterreich wählt, soweit ich weiß am 27. September. Zur Wahl stehen die ÖVP (unter Landeshauptmann Josef Pühringer), die SPÖ (mit Erich Haider), die Grünen (mit Rudi Anschober), die FPÖ (mit dem frischen Spitzenkandidaten Manfred Haimbuchner) und das BZÖ (mit Ursula Haubner). Und möglicherweise auch die NVP, die Nationale Volkspartei, ein Pack rechtsrechter Leute (mit Spitzenkandidat Robert Faller), doch die Zulassnug dieser Partei wäre natürlich auch ein unwiderrufbarer demokratischer Fehler [einen NVP-Watchblog gibts auf rigardi.org].
Josef Pühringer, bekannt für den Verdacht des Geheimverrat [welcher schließlich fallen gelassen wurde, ohne die wichtigsten Verdächtigen überhaupt zu befragen], ist nun schon seit 14 Jahren Landeshauptmann von Österreich. Seine Politik ist … ja, wie soll man sagen: durch und durch ÖVP. Ich tue mir, als Gegner der aktuellen ÖVP-Linie (mit “mehr Sicherheit”, “weniger Menschenrechte für Asylanten” usw.), sehr schwer, auch nur ein kleines bisschen Sympathie für diese Partei zu gewinnen. Ansonsten werden sie wieder nur auf den Landeshauptmannsbonus hoffen (und ich hasse es, wenn sich Parteien daraufb verlassen; wie ich Personenwahlkämpfe im Allgemeinen für doof halte)
Dann … überspringen wir vorerst die SPÖ und die Grünen, wäre da die FPÖ. Manfred Haimbuchner lächelt nun schon (sie eröffnen wieder einmal den Wahlkampf) wieder mit Heinz-Christian Strache (dem geborenen Wahlkämpfer) von den Plakaten. Laut neuesten Umfragen liegen sie nun auf Platz 3. Dass ich sie mir (und mit nicht zu geringen Abstand) auf Platz 4 (oder auch 5) wünschen würde, ist wohl auch offensichtlich. Und das BZÖ unter der Führung von Ursula Haubner, der Schwester von Jörg Haider, kämpft um den Einzug in den Landtag. 4 Prozent müsste man erreichen, ob sie es schaffen steht aber noch in den Sternen.
Dann hätten wir die Grünen. Andreas Lindinger hat natürlich Recht, wenn er all die positiven Entwicklungen im Umweltbereich, den die Grünen in der Landesregierung umsetzen konnten, hervorzuheben. Sie sollten auch dazu gewinnen. Hatten sie sich doch keine großen Schnitzer, können Erfolge vorweisen (und macht das bitte auch! Beschränkt euch nicht wieder auf einen grünen Stuhl!) und haben es sich definitiv verdient. [Vielleicht müsste für mich persönlich nur Rudi Anschober den Hut nehmen, um die Grünen theoretisch wieder wählbar zu machen. Aber die Enttäuschung über die EAG-Privatisierung sitzt irgendwie tief.]
Und nun die SPÖ. Sie schlägt, und das meine ich definitiv nicht positiv, in die gleiche Kerbe wie die Bundespartei. Zwar sind sie nicht fürs Kuscheln gebohren (und es will auch niemand wirklich mit ihnen), aber sie zeigen wenig Profil. Auch nicht nachvollziehbare Entscheidungen in der Landesregierung, lassen selbst Sozialdemokraten manchmal den Kopf schütteln. Mit LR Josef Ackerl haben sie zwar einen sehr aktiven und wirklich guten Soziallandesrat, doch gerade dieser wird nicht mehr kandidieren, wie ooe.orf.at heute berichtet.
Die ÖVP werde etwas verlieren und trotzdem siegen. Die SPÖ, wird, trotz theoretisch möglicher Aufholjagd, Zweiter bleiben. Die Grünen, und ich wünsche es ihnen, wirklich, sollen Dritter werden, sogar noch etwas dazugewinnen. Und damit auch gleich wieder ab in die Landesregierung. FPÖ und BZÖ sollten am Besten so gering wie möglich gehalten werden.
Nachdem die Liste der SPÖ nun total erneuert ist, würde ich mir noch eines wünschen: Einen Wechsel an der Spitze. Erich Haider ist, wie soll ich sagen … kein Sympathieträger (und womöglich schon viel zu vorbelastet). Und ebenso frage ich mich, was in der ÖVP nach Josef Pühringer kommen könnte. Das ist vielleicht sogar die spannendere Frage.
[Und es wurde doch wieder ein langer Eintrag.]
Ich denke in der ÖVP kommt nach Pühringer Stockinger.
Aber den erwünschten frischen Wind würde das nicht unbedingt in die Landes-VP bringen.