Archiv für März 2009

2 Stunden und ihre Folgen

Es war beinahe wie ein Feiertag für die Medien. Anstatt vom ständigen „Kuschelkurs“ zu berichten, konnten die Medien wieder einmal ihr Minister-Bashing starten. Wovon ich rede? Von Claudia Schmied und ihrer Rolle als Unterrichtsministerin. 

Man fragt sich natürlich: Was kann man eigentlich alles falsch machen? Schmied offenbarte den Medien ihre Pläne von budgetorientierter Schulreform. Ohne die Lehrergewerkschaft in irgendeiner Art und Weise getroffen, dazu befragt, und mit ihnen diskutiert zu haben. Alleine schon deshalb kann ich den Unmut der Lehrer verstehen. Anschließend sah sie sich auf verlorenen Posten: Sie müsse einfach die Verpflichtung der Lehrer um zwei Stunden erhöhen, denn jeder müsse seinen Beitrag zur Finanzkrise leisten. Und das Budget für Bildung ist sowieso auch dieses Mal nicht wirklich groß. Und das wäre auch schon Fehler Nummer zwei: Wie konnte man die finanziellen Mitteln für Bildung nur wieder so knapp berechnen? Sind sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied (ehemaliges Vorstandsmitglied der Kommunalkredit) und Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll nicht bewusst, dass vor allem in Zeiten des globalen Erzitterns das Investieren in die Bildung langfristig nur Positives bringen würde? Und warum zieht sich plötzlich Herr Pröll ganz heimlich aus der Affäre? Ist doch er einer der zwei wichtigen Personen im Bezug auf das Budget für ein Ministerium. Oder ist das nur der abgewürgte Neustart nach dem Molterer-Stillstand? Kehren sie etwa zur alten VP-Politik zurück? Und was macht Faymann? Er stellt nur die Forderung, doch bitteschön bis Ende April mit den Streitereien fertig zu sein. 

Und zu den Lehrern selbst: Ich glaube, dass engagierte und vor allem Lehrer mit wirklich pädagogischer Ausbildung mehr als ihre 20 Stunden (+ geschätzter 20 Stunden Vor- und Nachbereitung) für die Schule aufbringen. Natürlich kenne ich auch Lehrer, ich habe selbst mal solche gehabt, die mit dem geringsten Aufwand gearbeitet haben: alte Unterlagen, fehlende Technik-Affinität, pädagogischer Griff ins Klo. Aber die Mehrheit der Lehrer meiner Schullaufbahn war engagiert, schaffte es, das zu unterrichtende Thema interessant aufzubereiten. Deswegen finde ich es schade, dass Lehrer vor allem in den Boulevard-Medien ebenso schlecht wegkommen wie Airbrush-Lady Schmied.

Eines Tages (Nachforschungen ergaben: es war der 4. März dieses Jahres) drohte Unterrichtsministerin Claudia Schmied sogar mit ihrem Rücktritt. Auch das zeigt ihr Unvermögen an, Politik zu betreiben. Jahrelang motzten Lehrer (und das waren wirklich Lehrer aller politischen Richtungen) gegen Unterrichtministerin Elisabeth Gehrer und ihren Reformunwillen. In kürzester Zeit schafft es aber nun Claudia Schmied mithilfe schrecklicher Kommunikationsfehler, einer falschen Budgetpolitik und überzeugenden politischen Auftritten Frau Gehrer als Feindbild der Lehrer abzulösen.

Wie das nun ausgehen soll? Vielleicht mit einer Erhöhung des Budgets (denn, und das sagt wohl ein jeder Experte: Sparen ist natürlich super … aber nicht an der Bildung!) Oder mit einem Kompromiss zwischen der Lehrergewerkschaft und der Unterrichtsministerin. Oder vielleicht aber auch mit dem vorangekündigten Rücktritt. Aber damit wäre zumindest erneut ein neues Kapitel aufgeschlagen, um zu zeigen, wie sozialdemokratische Politik (sozial: von lat. socius = gemeinsam, verbunden, verbündet; demokratisch: gr. Δημοκρατία, von δήμος [démos], „Volk“, und κρατία [kratía], „Herrschaft“, vgl. -kratie) nicht aussehen sollte. 

Und nein: Ich konzentriere mich hier nicht auf das Bashing der österreichischen Sozialdemokratie. Es ist sicherlich keine Absicht. Aber zurzeit scheinen sich die SP-Politiker einfach nur zu gerne nebeneinander aufzustellen, um eine Ohrfeige abzubekommen.

Welche Angst hat Faymann?

PROFIL schaffte es, mit der Titelreportage zum im letzten Jahr verstorbenen Wiener Altbürgermeister (und Landeshauptmann) Helmut Zilk die Medienberichterstattung der letzten Tage zu bestimmen. Die Vorwürfe, er sei Spion für den tschechoslowakischen Geheimdienst gewesen, sind zwar nicht wirklich neu, aber das Wochenmagazin konnte mit neuen Akten aufwarten und einige neue Rätsel in die Welt streuen.

Auf ORF.at las ich gestern sogar noch, dass Zilk möglicherweise als Doppelspion tätig war. Auch für den US-Geheimdienst CIA soll er in den 60ern gearbeitet haben. Die Meldungen überschlagen sich, alte Freunde versuchen ihn in Schutz zu nehmen. Und Innenministerin Maria Fekter erklärt, dass die Akte zu Helmut Zilks Zeiten als Spion scheinbar schon vor beinahe 50 Jahren vernichtet wurden.

Man kann jetzt nun über Zilk denken, was man will. Aber den allergrößten Fauxpas hat sich dieser Tage wieder einmal der österreichische Bundeskanzler (und bekennender Sozialdemokrat) Werner Faymann. Er sprach sich gegen eine Historikerkommission aus, da diese ja den Anschein geben würde, an den Vorwürfen gegen den verstorbenen SP-Altbürgermeister sei etwas dran. 

Welcher Gedanke spielt da mit? Hat Zilk selbst in der neuen „Genug gestritten“-SPÖ und nach seinem Tod immer noch einen so hohen Stellenwert? Oder klebt Herr Faymann doch noch etwas zu stark an der Kronen Zeitung eines Herrn Dichand, in welcher Zilk ja jahrelang als Ombudsmann agierte? Darüber kann man ja bekanntlich nur mutmaßen.

Aber dass ein SPÖ-Politiker nicht mal den Hauch eines Vorwurfes aufkeimen lassen will,  nur weil diesmal ein Anhänger derselben Partei am Pranger steht, ist ein weiteres Zeichen, wie die „neue Politik“ unter Herrn Faymann aussieht. Beständen die Vorwürfe gegen einen FP-Politiker, wäre das wohl kein Problem und würde sogar nicht mittels Dringlichkeitsanfrage im Nationalrat durchgeboxt.

Sie sind ein Dummkopf, Herr Bundeskanzler! Und ein absolut erschreckender Sozialdemokrat!

Der Fall F. und die Medien

Morgen startet das Verfahren gegen Josef F. am Landesgericht St. Pölten. Ich möchte nicht zu viele Worte über den Fall verlieren. Aber für mich wird dieses Gerichtsverfahren vor allem wegen einem Punkt spannend. Die Reaktion der Medien. Dass ausländische Medien nicht viel von Ethik halten (The Sun zeigte es uns schon mal zur Genüge vor) wissen wir ja. Aber ist dieses Verfahren nicht ein gefundenes Fressen für den überbordenden Gratiszeitungsmarkt? Verliert sich der österreichische Boulevard in verachtungswürdigen Berichten? Und wie berichten die österreichischen „Qualitätszeitungen“, wie Der Standard oder Die Presse?

Für (österreichische) Journalisten ist dieser Fall wirklich gefährlich. Und für Medienbeobachter wie mich nicht minder spannend.

Über Amokläufe.

20. April 1999 Columbine 
26. April 2002 Erfurt
20. November 2006 Emsdetten
16. April 2007 Jokela
7. November 2007 Blacksberg
23. September 2008 Kauhajoki
11. März 2009 Winnenden

And nothing ever happens, nothing ever does. 
And the needle returns to the start of the song,
And we all sing along
Like before. 

Jedes Mal wenn genau so etwas passiert, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Wie eingebrannt sind diese Bilder von den sich rettenden Schülern an der Columbine High School, die Sprachlosigkeit in Erfurt. Und heute eben wieder. Winnenden hat es heute zu trauriger Berühmtheit geschafft. Mindestens 1z Menschen starben durch Tim Kretschmer. Tim schoß scheinbar wahllos um sich bevor er, auf der Flucht, von der Polizei getötet wurde.

Es gibt viele Bücher, die versuchen, all das zu erklären. Welche Umstände es wohl gewesen waren, die Menschen zu Amokläufern werden lassen. Für ein umfassendes Referat in der vierten Klasse meiner Schule (also im zarten Alter von 14) wagte ich mich an dieses Thema heran. Erfurt lag nur wenige Monate zurück. Und doch fand ich etwas Literatur. Morton Rhue, der Autor des Klassikers „Die Welle“ schuf mit „Ich knall’ euch ab“, eine mehr als halbgare Kost. Mit aller Gewalt versucht er die Opfer zu Tätern werden zu lassen, und die Täter zu Opfern. „Der Amoklauf von Erfurt“ (vom Archiv der Jugendkulturen e.V.) befasste sich mit dem ersten großen deutschen Schulmassaker. Hier wird der Fall wiedergegeben, nach all den Fakten, die man zu diesem Zeitpunkt wusste.

Die Politik, und in diesem Punkt verachte ich sie auf das Allerhöchste, versucht erst gar nicht einmal, die genaueren Umstände zu erforschen. Stichworte wie „Killerspiele“, „Waffengesetz“ oder einfach purer „Wahnsinn“ geben keine Erklärung. Und lassen auch keine Aufklärung erwarten. Wer hat denn nun Schuld? War der Amokläufer einfach wahnsinnig? Ist das Waffengesetz zu locker? Spielte er Egoshooter? Was hat das alles nur mit der Erklärung zu tun.

Tim Kretschmer (und all seine Vorgänger auf der traurigen Liste der Schulamokläufer) hat keinen Brief geschrieben, keine Erklärung. Er hätte es uns sagen können, was ihn zu dieser Tat bewegte. Wir werden es nie erfahren. 

Vielleicht wäre ein totales Waffenverbot in Deutschland angebracht? (Und vielleicht ist Strache einer dieser Dummköpfe, die jetzt auch noch fordern, dass jeder Schüler bzw. Lehrer eine Waffen tragen sollte, um sich vor eben so einen Amokläufer zu wehren.) Vielleicht sollten Spiele ab 18 eben nur an Leute ab 18 verkauft werden? Vielleicht sollte jeder seiner Eigenverantwortung nachkommen? Ich weiß es nicht.

Einen sehr passenden Titel schrieb der Lindwurm zu diesem Thema.

Die Banalität der aktuellen Politik

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Vor einer Woche blickte man erschrocken nach Kärnten: das BZÖ, ein planloser Verein, schaffte dabei, entgegen allen Behauptungen, mehr als 45 Prozent der Wählerstimmen. In Salzburg gewinnt die FPÖ stark hinzu und lässt die vierte Partei im Landtag, die Grünen, weit hinter sich. Und das Wahlergebnis des vergangenen Septembers, mit welcher der sogenannte Rechtsruck seinen Anfang genommen hatte (bzw. sein Wirkung in den Wahlergebnissen ersichtlich wurde), ist uns wohl allen noch in trauriger Erinnerung. Damals haben viele noch nach dem Motto „Denn sie wissen nicht was sie tun!“ oder mit dem Glauben an Proteststimmen über die Wähler von FPÖ und BZÖ geurteilt. Doch darf man es sich denn wirklich so leicht machen? Nimmt man denn da die Demokratie nicht ernst?

Ich bin definitiv kein Wähler der Rechtsparteien. Aber es ist schon bemerkenswert, wenn man zwar seine eigene politische Einstellung kennt, aber keine Ahnung hat, wem man die Stimme geben könnte. Keine der Parteien links von rechts (also ÖVP, SPÖ, Grüne, LIF, KPÖ …) arbeitet so, wie ich es mir wünschen würde. Man propagiert neue Politik, und trotzdem sieht rein gar nichts nach diesem neuen Weg aus. Die Sozialdemokratien machen so seichte Politik, dass man als Außenstehender wohl kaum erkennen könnte, wie die österreichische Sozialdemokratie zu verschiedenen Themen steht; Hauptsache, man eckt gerade nirgendwo an. Die ÖVP unter Josef Pröll ließ einen Wechsel erhoffen. Doch so wie es zurzeit scheint, setzen sie davon nichts um. Die Grünen verlieren sich in Machtkämpfen in den eigenen Reihen und irgendwie scheint es, als müssten die Grünen erst wieder einen neue Richtung finden um auch in Zukunft bestehen zu können und so vielleicht irgenwann einmal zu einer Regierungspartei reifen kann.

Die Stimmen, die die FPÖ und das BZÖ erhielten, haben sie mitunter vielleicht sogar verdient. Jede einzelne. Diese beiden Parteien, sei nun die eine gemäßigter als die andere oder auch nicht, haben an ihrer Spitze Paradepopulisten. Und bevor ich auf das Thema Populismus noch weiter eingehe, zitiere ich gerne dessen Definition:

Populismus (v. lat.populus = Volk) bezeichnet eine um „Volksnähe“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert, wobei verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend außer Acht gelassen werden. Populistische Bewegungen entstehen in Phasen raschen gesellschaftlichen Wandels und sind häufig an eine charismatische Persönlichkeit gebunden. [Wikipedia]

Der ersten Aufstieg Haiders in den Neunziger war eben von seiner ungewöhnlichen Macht populistische Politik zu machen geprägt. Er zeigte Probleme auf, die die großen Parteien (siegessicher, wie man eben so ist) zu verschweigen pflegten. Vielleicht auch, weil man einfach selbst Dreck am Stecken hat. Und auch heute noch sind es vor allem die beiden Rechtsparteien, die Probleme, die den Normalösterreicher betreffen, ansprechen. Ich persönlich hatte noch nie Probleme mit Menschen mit migrantischen Hintergrund. Aber es gibt diese Angst, manche haben auch schon Negatives erlebt. Man spricht von Ghettobildung und von unwilligen Immigranten in Bezug auf Integration. Und da ja natürlich die „Islamisierung“ das ganz, ganz Große im rechten Spektrum ist, möchte man auch einfach niemandem mehr Asyl gewähren. Stiege doch durch die Ausländer die Kriminalitätsrate so rießig an. (Ich musste lachen, als in einer der letzten Sitzungen im Hohen Haus erklärt wurde, dass die größte Sparte der kriminellen Ausländer die Deutschen sind). Aber hey, es gibt also Probleme. Und genau das spricht keine der drei Parteien an. Und wenn, dann kann man Aussagen einiger Politiker nur schwer von jenen der ausländerfeindlichen Demagogen unterscheiden.

Was liefern also ÖVP, SPÖ, Grüne? Nichts. Und FPÖ und BZÖ? Sie möchten am Liebsten den Rechtstaat außer Kraft setzen und sodann auch gleich ganz viele Asylwerber in ihre Heimatländer zurückschicken. Oder man schickt sie unter dem Vorwand (und das Gegenteil wurde nun schon definitiv bestätigt) auf eine Alm, wie es Gerhard Dörfler in seinem Kärnten tut. Sind das die Lösungen, die wirklich weitreichend wirken? Oder ist es, wie Wikipedia schreibt so, dass dabei „verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend außer Acht gelassen werden“? Und deshalb muss man sich endlich dazu aufraffen, an einer Lösung zu arbeiten. All diese Dinge, die in den letzten Jahren passierte, von verpflichtenden Deutschkursen oder dem aktualisierten Asylrecht (inklusive Asylgerichtshof), wirken so hilflos unausgegoren. Und sind nur für kurze Zeit möglicherweise wirksam. Wie kann man die Integration fördern? Wie kann man die Ghettobildung verhindern? Wo bleiben sie also, diese Lösungen?

Mich stört an der aktuellen Politik der beiden Regierungsparteien, dass man, egal welche Sympathien man für welche der beiden Parteien pflegt, einfach nur enttäuscht wird. Ich will jetzt nicht von Kuschelkurs sprechen; dieser Terminus kommt mir so herzhaft unpassend vor. Wenn man aber etwas hinter die Fassade blickt, könnte einem beinahe das große Kotzen kommen. Beinahe schamlos nützen die beiden Parteien ihre Macht aus, und man merkt plötzlich, wie rasant die Staatsanwalt z.B. in Bezug auf BZÖ (Westenthaler) und FPÖ (Winter und Graf) arbeiten kann, die Anklage gegen Günther Platter und Josef Pühringer aber selbst nach einem Jahre noch nicht steht (bzw. erscheint einfach überhaupt keine Meldung der Staatsanwaltschaft zu diesem Fall). Nur weil es möglicherweise den gerade im Wahlkampf befindlichen Landeshauptmann von Oberösterreich nicht zu stören. Und die Regierung Faymann ist in allen Belangen so unglaublich untransparent. Man entscheidet, die Medien berichten, die Opposition streitet, und das war es. Was wurde genau entschieden, was wird sich dadurch ändern? Ich weiß, das Erwähnen Obamas nervt zum Teil schon, aber wie seine Regierung all seine Aktionen im Internet promotet und somit vielen Menschen Zugang zu solch wichtigen Informationen gibt, ist einfach nachahmungswürdig. Um nicht so abgehoben zu wirken, wie es diese Politiker der aktuellen Riege 

Und so wird meine überübernächste Wahl, die Landtagswahl in Oberösterreich (nach der ÖH- und der EU-Wahl) eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Und ja, ich finde es traurig, dass meine favorisierte Partei so schlechte Politik macht. Und vielleicht wäre es auch hier von Nöten, dass die FPÖ dazugewinnt, um Josef Pühringer (ÖVP) und Erich Haider (SPÖ) endlich von der Spitze der beiden Parteien wegzubringen. Denn auch sie halten an einer nicht zukunftsorientierten Politik fest. Es wäre ein Erdbeben im Land Oberösterreich, aber irgendwie wünsche ich es mir.

Man muss nicht unbedingt Populist sein, um Stimmen zu erlangen. Manchmal hilft da einfach nur gute politische Arbeit. Denkt doch mal bitte dran, liebe ÖVP, liebe SPÖ und liebe Grünen! Und sonst werde ich einfach meine Vision einer neuen Partei doch noch umsetzen.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:
Wohin soll sich die Politik entwickeln? - Andreas Lindinger

Unterlassungsschreiben wegen Facebook-Message

Heute mache ich mich mal daran, eine kleine Geschichte zu erzählen. So zugetragen, aktuell in Wien.

Hannes Offenbacher suchte mittels Twitter und paralleler Facebook-Statusnachricht nach kreativen Filmemachern in Wien:

offenbacher 

Noch am gleichen Tag und als erster Kommentar erklärte Michael Hollauf in einem kurzen Kommentar zu seiner Facebook-Nachricht:

Was immer Du tust, Finger weg von der Firma Nuntio. Gaaanz schlechte Erfahrungen…

Dann passierte erst mal einige Tage nichts. Ein Kommentatorin meinte sogar, dass sie eigentlich keine schlechten Erfahrungen mit dieser Firma gehabt hatte.

Drei Tage später landet plötzlich ein Brief bei Herrn Hollauf. Absender? Die Rechtsanwaltskanzlei, die die rechtlichen Angelegenheiten für die Firma Nuntio Audio-Video-Solutions regelt. Hier einige Auszüge aus dem Brief:

anwaltsbrief
anwaltsbrief-2

Nach einem „Spread the story“-Aufruf macht diese Geschichte gerade per Twitter die Runde, und ich habe es zum Anlass genommen, hier einen Blogeintrag zu verfassen (für alle, die bei Facebook nicht angemeldet bzw. keine Freunde von Hannes sind; und damit die Geschichte nicht genau erfahren).

Was kann man also dazu sagen? Soll man aufpassen, was man in Communities schreibt? 

Klar, man sollte aufpassen. Aber dieser Kommentar zeigt nicht wie vom Anwalt beschrieben unrichtige Tatsachen, sondern spiegelt einzig und allein die Meinung bzw. die Erfahrung von Michael wieder. Und wenn sie glaubten, dass ein kleiner Kommentar unter einer Facebook-Nachricht für sie kreditschädigend sei, dann sollen sie einmal sehen, wie kreditschädigend ihr Vorgang in dieser Sache ist.

Und auch ich fordere hiermit alle auf: Spread the story!
Und natürlich würde ich gerne eure Meinung dazu erfahren … 

UPDATE:

Der Geschäftsführer der Firma Nuntio hat sich nun mit mir per Mail in Verbindung gesetzt. Natürlich kann ich jede Firma vollkommen verstehen, wenn sie ihre Anwaltskanzlei einsetzt, um offene (und längst überfällige) Rechnungen endlich bezahlt zu bekommen. Aber leider verstehe ich in keinster Weise die Reaktion auf eine in einer Teilöffentlichkeit veröffentlichten Meinung (schließlich konnten nur Facebookfreunde von Hannes diese Nachricht lesen). Dies hätte man viel einfacher und besser lösen können.

Einen weiteren, sehr guten Blogeintrag zu diesem Thema findet man hier:

Politik der Paranoia

Im Kritiklager: Robert Misiks Gedanken über die Politik der Paranoia. weiterlesen ‘Politik der Paranoia’

Kärnten hat gewählt. Und Salzburg.

Ich habe mit vielem gerechnet. Ich dachte, dass der Kampf um Platz eins in Salzburg und Kärnten knapp werden würde. Und zumindest in Salzburg bewahrheitete es sich, denn nur mit rund einem Prozent Vorsprung kann die SPÖ ihren ersten Platz und den Anspruch auf den Landeshauptmann/-frau-Sessel behaupten.

Kärnten hingegen. Ja. Wie soll ich es sagen: Kärnten hat mich überrascht. Der Tod Jörg Haiders vor rund 5 Monaten ließ in manchen Köpfen zumindest die Hoffnung aufkeimen, dass eine der beiden rechten Parteien bald in der Versenkung verschwinden würden. „Das BZÖ ist/war Jörg Haider“ hieß es in so manchen Zeitungen und manchmal konnte das beinahe schon glauben. Zuerst weinte sich Stefan Petzner aufgrund des Verlustes seines Lebensmenschen durch die Medien, danach fiel der Nachfolger von Jörg Haider als Landeshauptmann, Gerhard Dörfler, durch mehr und mehr wirklich dumme Dinge negativ auf. Dieser Tag heute sollte das Ende sein. Für das BZÖ, für eine schrecklich-orange Herrschaft in Kärnten. Die SPÖ würde es schlagen, zwar knapp, aber doch fand man zuletzt in drei von vier Wahlumfragen großer österreichischer Unternehmen die SPÖ auf Platz eins. Es würde als knapp werden.

Das BZÖ schafft mit 45,5 % einen Erdrutschsieg, wie es niemand erwartet hatte. Selbst die orange Parteispitze hatte ihr Ziel auf 40 % festgelegt. Die SPÖ stürzt auf 28,9 % ab. Kärnten wird für die nächsten fünf Jahre von einer Truppe regiert, die das südlichste Bundesland mehr und mehr in die Schuldenfalle führt.

Georg Holzer zeigte auf, wie viel Steuergeld die BZÖ für ihren Wahlkampf benutzte. Tom Schaffer trauert um Kärnten (und ich kann es ihm definitiv nicht verübeln). Gerald Bäck versteht die Welt nicht mehr. Und der Lindwurm berichtet aus erster Hand. Und ich?

Ich. War sprachlos. Im ersten Moment. Jetzt muss ich (so ist das in einer Demokratie) das Wahlergebnis akzeptieren, aber ich kann einfach nur den Kopf schütteln. Warum nur? Wie kann man eine solche Truppe, welches sich Bündnis Zukunft Österreich nennt, sich aber viel mehr mit der österreichischen Vergangenheit identifiziert, wählen. 45 Prozent der wahlbeteiligten Kärntner haben diese Menschen gewählt. Oder ihren verstorbenen Gründer. Ich hoffe immer noch auf den Untergang dieser Parteien bei den kommenden Wahlen, aber dieses Ergebnis heute in Kärnten lässt anderes erwarten. Kärnten ist und bleibt anders. Das ist leider so. Ich hoffe nur, dass sich die 50 Prozent der Kärntner, die nicht rechts wählten, nicht unterkriegen lassen um 2014 endlich die erhoffte Veränderung herbeizuführen. Und Kärnten wünsche ich, dass es nicht innerhalb kürzester Zeit vollkommen pleite ist.

Und Salzburg? Es war vorhersehbar.

Die Rückkehr

Es ist schon lange her, seit meinem letzten Eintrag hier. Ich bin es nicht müde, über Politik, Web 2.0 und die Medien im Allgemeinen nachzudenken und mir eine Meinung zu bilden. Aber die Ferien gaben mir einfach mal dazu Anlass, die freien Tagen mit meinen Freunden und tollen Aktivitäten zu genießen. Heute, passend zum vorangegangen Ende des Februars und den an diesem schönen Sonntag stattfindenden zwei Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten melde ich ich zurück. 

Die letzten Tage und Wochen hätten oft genug dazu Anlass gegeben, dass ich die Möglichkeiten der Selbstpublikation in Anspruch hätte nehmen können.

  • Die Diskussion um den Vatikan, der mit Williamson und Wagner einmal mehr gezeigt hat, dass die falsche Richtung eingeschlagen wurde. Und das schon seit Hunderten von Jahren. Und eben nun wieder durch die Ernennung Benedikt XVI.
  • Ein ewiges Thema wäre da natürlich auch noch die Finanzkrise. Natürlich. Noch immer. 
  • Und man könnte auch über die krankhafte Homosexualität diskutieren. Aber meiner Meinung nach gibt es da nichts zu diskutieren. Homosexualität ist nicht heilbar, weil sie eben keine Krankheit ist. Man kann einen Menschen ja auch nicht vom Menschsein heilen. 
  • Erschreckend auch die Tatsache, dass mehr als 40 Prozent der Österreicher wieder einmal den Juden die Schuld geben. Sie seien an der Finanzkrise schuld oder sind zumindest mitschuldig. Die restlichen 60 Prozent geben wahrscheinlich den Moslems die Schuld. 
  • Und dann natürlich auch noch die österreichische Politik. Mit Unterrichtsministerin Schmied, mit Gesundheitsminister Stöger oder auch mit der Diskussion um die Korruptions- und Rassismusvorwürfe gegen die Polizei.
  • [und wahrscheinlich noch ganz viel anderes, was mir zurzeit aber nicht mehr einfällt]

Mit dem heutigen Tag melde ich mich zurück (obwohl die Ferien für mich noch einige Tage andauern werden). Ab 17 Uhr (oder wenige Minuten davor) beginne ich mit dem Live-Kommentieren zu den beiden Landtagswahlen auf WalJournal LIVE. Davor beschäftige ich mich vielleicht noch mit ein oder zwei anderen Themen. Ich hoffe, dass ich wieder in die Bloggerei zurückfinde und freue mich auf nette Kommentare.


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