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Der ORF – Die Unfähigkeit sich neu zu erfinden.

Neben der Post hat auch der ORF für Schlagzeilen gesorgt. Alexander Wrabetz sprach jetzt erstmals offiziell von einem Minus von 100 Millionen Euro. Und das trotz Gebührenerhöhung (vor dieser Erhöhung kamen insgesamt 700 Millionen Euro zusammen, 475 Millionen gingen an den ORF, den Rest teilten sich Bund und Länder | Made in Austria?). Ein Text auf Wissen belastet, dem Blog von Max Kossatz stolperte ich erst kürzlich wieder über das Thema.

Man erinnere sich noch an den ORF zur Zeit der Generalintendantin Monika Lindner. Der ORF kam einen so unbeweglich vor, wie das Bildungssystem unter der langjährigen Herrschaft Elisabeth Gehrer. Dann schaffte es Alexander Wrabetz an die Spitze und wurde Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks. Was er dann ankündigte, erinnert irgendwie an die Arbeit Alfred Gusenbauers. Große Worte: Von der größten Programmreform war die Rede, von unglaublich fortschrittlichen neuen Techniken. Das Resultat sieht wie folgt aus: Die Wannabe-lustige Sitcom „Mitten im 8en“ floppte vollkommen, und auch genügend andere neue Sendeformate bekamen nicht den nötigen Zuspruch. Die größte Programmreform endete in einer Misere. Und das Resultat nun ist das Minus von 100 Millionen Euro.

Nun fordert man mehr Geld vom Staat um den ORF wieder auf die Sprünge zu helfen. Doch das ist der falsche Weg. Denn dieses Geld sollte dann auch den privaten Fernsehsendern, ATV, Puls 4, Austria 9 und wie sie alle heißen, ebenso zur Verfügung stehen. Diese rackern sich ab, und schufen zur Nationalratswahl die eindeutig unterhaltsameren (und Puls 4 vor allem die interessanteste) Wahldiskussionen. Und probieren mal etwas wirklich Neues.

Dass der ORF 2007 nur mehr 12 Filme eigen produziert hat (zum Vergleich: 2001 waren es noch 20), sei mal dahingestellt. Dass er mit der Berichterstattung zur Euro und zu Olympia teilweise einfach übertrieben hat, darüber wollen wir auch nicht reden (wobei man auch noch anfügen könnte, dass die wahren Helden, die Sportler der Paralympics vollkommen unbeachtet blieben). Dass der ORF einfach schlechte Sachen immer und immer wieder spielt … nein. Schweigen wir darüber.

Ich möchte nur sagen: 1 gegen 100 nervt. Ebenso wie die Wiederholung der Bezaubernden Jeanny. Die fünfte Auflage der Dancing Stars und die vierte von Starmania ebenso. Und dass man nächstes Jahr auch eine „Österreichs next Topmodel“-Show vorgesetzt bekommt, nervt. ORF, wo bleibt euer Bildungsauftrag. ATV und Puls 4 betreiben den viel stärker und besser. Probiert doch einfach mal etwas Neues, ihr Lieben.

Und vielleicht hört ihr einfach nicht auf Wolfgang Lorenz. Das Internet ist wichtig. Wirklich. Aber wahrscheinlich haben sich die Internet-affinen Menschen im ORF schwer getan. Denn auch ich kann meiner Oma noch nicht genau erklären, wie das Internet denn nun genau funktioniert. Was der ORF braucht, ist eine Erneuerung. Eindeutig. Und das wünsche ich mir hiermit auf diesem Weg.

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One Response

  1. suderant sagt:

    Es ist eben schwierig etwas innovatives zu präsentieren, wenn sich das Publikum schon vollgesehen hat mit allem möglichen Schund. Innovativ wäre wieder auf Qualität zu setzen. Leider ist das aus wirtschaftlichen/politischen Gründen nicht möglich.

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