
In den frühen Morgenstunden ist Jörg Haider bei einem Autounfall tödlich verunglückt.
Auf dem Heimweg von Feierlichkeiten am 10. Oktober (Volksabstimmung 1920) machte sich Haider am Steuer seines Dienstwagens auf den Weg nach Hause. Nach einem Überholmanöver kam er von der Straße ab, und fuhr mit seinem Wagen frontal auf einen Betonpfeiler, das Auto überschlug sich mehrmals. Durch schwere Verletzungen im Kopf- und Brustbereich soll er laut Aussage der Einsatzkräfte auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben sein.
Für mich ist es vor allem eine menschliche Tragödie. Ruhen sie in Frieden, Herr Haider. Mein Mitgefühl der Familie und Freunden.
Hier [derstandard.at] findet man Reaktionen der Spitzenpolitiker aller Parteien sowie des Bundespräsidenten.
So tragisch der Unfalltod ist, so kann ich in keinster Weise verstehen, wie Politiker aller Coleurs scheinbar nur lobende Worte für ihn finden.
Zum Beispiel Wilhelm Molterer:
Der BZÖ-Chef sei eine Persönlichkeit gewesen, die in den letzten Jahren die Politik in Österreich mitgeprägt und mitgestaltet habe. Haider habe immer einen eindeutigen Standpunkt bezogen und sei jemand gewesen, der sich nie ein Blatt vor den Mund genommen und Dinge beim Namen genannt habe: “Dafür gebührt ihm großer Respekt.”
Für mich wird bei solch tragischen Umständen oft vergessen, welche Vergangenheit die Person hatte. Nachrufe von Politikern für Politiker sind meist wenig politisch. Und dann heben die Politiker oft nur das Positive hervor. Deswegen möchte ich, bezugnehmend auf die Biografie auf Wikipedia, seine Lebensgeschichte zusammenfassen.
Das Leben des Jörg Haider
Jörg Haider wurde 1950 im inneren Salzkammergut, in Bad Goisern (Oberösterreich). Schon als er das Gymnasium in Bad Ischl besuchte, war er auch in der schlagenden Schülerverbindung “Albia” aktiv. Während seines Studiums der Rechtswissenschaften und Staatswissenschaften an der Universität Wien war er in der fakultativ schlagenden Burschenschaft Silvania Wien aktiv. Man möge dies alles möglicherweise als Jugendsünde abtun, und doch ist das keine Dummheit aus frühen Tagen.
Erste öffentliche Aufmerksamkeit gewann Haider 1966, als er sich an einem Redewettbewerb des als deutschnational eingestuften Österreichischen Turnerbundes in Innsbruck beteiligte. Er gewann mit einem Beitrag mit dem Titel „Sind wir Österreicher Deutsche?“. Von 1971 an war er Vorsitzender (die Funktionsbezeichnung: Bundesjugendführer) des Rings Freiheitlicher Jugend.
1979 zog Haider als damals jüngster Abgeordneter in den Nationalrat ein. Als die SPÖ 1983 eine Koalition mit der FPÖ bildete, hatte er Ambitionen auf das Amt des Sozialministers. In den Folgejahren kritisierte Haider häufig den liberalen Flügel der FPÖ um Vizekanzler Norbert Steger.
Mit Hilfe des deutschnationalen Flügels schaffte es Haider 1986 an die Spitze der FPÖ. Bundeskanzler Franz Franitzky beendete die Koalition. Von nun an wurden die liberalen Anliegen der FPÖ in den Hintergrund gedrängt. Vor allem durch Haider schafften sie bei den kommenden Wahlen eine Verdopplung des Ergebnisses. Im Inlandsreport bezeichnete er die österreichische Nation als “ideologische Missgeburt”.
1989 schaffte es Haider in Kärnten Landeshauptmann zu werden. Aufgrund der Aussage in einer Debatte über Arbeitslosigkeit im Kärntner Landtag am 13. Juni 1991 („Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen.“ ) schafften es die ÖVP und die SPÖ durch einen Misstrauensantrag ihn wieder aus diesem Amt zu heben.
1999 wurde die FPÖ mit Haider als Spitzenkandidat zum ersten Mal stimmenstärkste Partei in einem Bundesland. Nur mit den Stimmen seiner Partei wurde er anschließend zum zweiten Mal zum Landeshauptmann gewählt. Darauf folgend wurde die FPÖ auf Bundesebene knapp zweitstärkste Partei und ging mit der ÖVP in die Koalition. Ab 2000 zog er sich dann aus der Bundespolitik weitesgehensd zurück. Nach internen Konflikten (Knittelfeld) und einer miserablen Wahl mit Herbert Haupt als Spitzenkandidaten (Verlust von 2/3 der Wählerstimmen) gründete er 2005 das “Bündnis Zukunft Österreich”. 2006 schaffte es seine Partei überraschend in den Nationalrat, und dieses Jahr konnten sie ihre Stimmen mehr als verdoppeln.
Warum Jörg Haider für mich politisch ewig gestrig war
„Dass es in dieser regen Zeit, wo es noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind. Und das ist eine Basis, meine lieben Freunde, die auch an uns Junge weitergegeben wird. Und ein Volk, das seine Vorfahren nicht in Ehren hält, ist sowieso zum Untergang verurteilt. Nachdem wir aber eine Zukunft haben wollen, werden wir jenen Menschen, den politisch korrekten, beibringen, dass wir nicht umzubringen sind und dass sich Anständigkeit in unserer Welt allemal noch lohnt, auch wenn wir momentan nicht mehrheitsfähig sind, aber wir sind den anderen geistig überlegen.“ – Jörg Haider, 1995, in einer Ansprache gegenüber Veteranen der Waffen-SS.
Gegenüber anderen Politikern benutzte Haider oft und bewusst beleidigende Worte, welche Kritiker als „verbale Entgleisungen“ ansahen. Hierbei äußerte er sich auch über international angesehene Persönlichkeiten nicht selten abfällig. Beispielsweise behauptete er 1991, dass das polnische Volk „arbeitsscheu“ sei, könne man am polnischen Präsidenten Lech Wałęsa sehen, der „mehr breit als hoch“ geworden sei. Den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac bezeichnete er 2000 als „Westentaschen-Napoleon“, und über den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, sagte er am 28. Februar 2001 in einer Anspielung auf das Waschmittel „Ariel“, er wundere sich, wie jemand, der Ariel heißt, „soviel Dreck am Stecken haben“ könne. Die beiden zuletzt genannten Aussagen stammen von seinem langjährigen Gag- und Redenschreiber Herbert Kickl. Weiters äußerte er sich am 13. Februar 2002 über den Präsidenten des österreichischen Verfassungsgerichtshofes,Ludwig Adamovich: „Wenn einer schon Adamovich heißt, muss man zuerst einmal fragen, ob er überhaupt eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat.“ Den österreichischen EU-Kommissar Franz Fischler bezeichnete er am 8. Juni 2004 wegen seines Verhaltens in Sachen Gentechnik als „Vaterlandsverräter“ und fügt hinzu: „normalerweise müsste man so jemandem die Staatsbürgerschaft entziehen“.
Der Nationalratsabgeordnete Peter Pilz bezeichnete Haider als „politischen Ziehvater des rechtsextremen Terrorismus“ und als „Verharmloser der NS-Vergangenheit“, wogegen sich Haider erfolglos mit einer Klage zur Wehr setzte. Der Oberste Gerichtshof wertete die Aussagen im Rahmen der politischen Auseinandersetzung als gerechtfertigt. [übernommen von Wikipedia]
Weiters erinnere ich mich noch auf die Treffen Haiders mit Saddam Hussein (oder einem seiner Doppelgänger) und Muammar al-Gaddafi. Zwei Herrscher, die ihr Volk unterdrückten oder immer noch unterdrücken. Dafür hege ich kein Verständnis. Und darüber hinaus eben die Sache mit den Ortstafeln. Im Staatsvertrag und der Verfassung verankert. Von Haider belächelt, und immer noch nicht umgesetzt.
Zum Abschluss
Noch einmal möchte ich seiner Familie und seinen Freunden mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Österreich hat mit ihm einen Menschen verloren, welcher die letzten 20 Jahre durch sein Auftreten geprägt hat. Er war die Konstante der österreichischen Politik. Seinen politischen Weg, seine Ideologie, möchte ich ausklammern. Er ist aber zumindest der einzige Mensch der österreichischen Politik, welcher seit meiner Interesse für dieses Metier ständig aufgefallen ist und omnipräsent war. Nach seinem Tod bleiben seine Frau und zwei erwachsene Töchter zurück. Seine Mutter, die heute ihren 90. Geburtstag erlebt, seine Schwester und viele Freunde. Vor allem Stefan Petzner zeigte mir zum ersten Mal seit Langem, wie menschlich Politik sein kann. Auch ihm mein ehrliches Mitgefühl.
Ruhen sie Frieden, Herr Haider.
Weitere Nachrufe:
- NEUWAL.com – Viel zu früh.
- Feuerhaken – Jörg Haider *26. Jänner 1950, †11. Oktober 2008
- rigardi.com – Jörg Haider tot. Gedanken
- ZurPolitik.com - Jörg Haiders Tod und was es über Pietät zu sagen gibt
Foto: sugarmelon.com
Ich war schon einige Male Gast auf Deinen Seiten.
Jetzt würde ich gerne einen Link zu diesem Artikel legen. Ist das für dich in Ordnung.
Mit lieben Grüßen
@NiRAk Natürlich, vielen Dank! Liebe Grüße
Gut nehme Ihn in Angriff. Bis bald ..
Ich stimme dir im Großen und Ganzem zu, wir konnten heute wirklich erleben wie menschlich Politk sein kann. Haiders Poltik war immer umstritten, ich denke aber, dass uns in Zukunft, besonders in Kärnten, ein wichtiger Faktor fehlen wird.
So tragisch der Unfalltod ist, so kann ich in keinster Weise verstehen, wie Politiker aller Coleurs scheinbar nur lobende Worte für ihn finden.
Welcher Politiker will sich schon beschmieren? War doch klar, dass nur Lobhudeleien dabei herauskommen. Danke, mir ist schon schlecht…
Überholmanöver und dabei von der Staße abgekommen: Klingt für mich wie betrunken und zu schnell Auto gefahren… Sorry, aber sollte das stimmen, war es die gerechte Strafe.
Wenn nicht, dann eben Pech gehabt. Einem Rechten kann ich nicht hinterher trauern… egal aus welchem Land er kommt.
Er war einer der besten Politiker Europas, er hat vielen Menschen Hoffnugn auf Besserung gegeben. Schade um ihn.
Menschlich tragisch, politisch war er als Politiker indiskutabel. Nichtumsetzung der Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes (Ortstafelfrage), Lager für Asylwerber auf Verdacht krimineller Tätigkeiten (Anzeige reichte, ohne Verurteilung),… -> http://tinyurl.com/3f3oj5
Mein ehrlich gemeintes Mitleid gilt der Familie und FreundInnen, aber seine (menschenverachtende) Politik werde ich nicht vermissen
Wenn jemand mit Bleifuß fährt, und nichts weiter passiert, als dass er erwischt wird, dann gönnen alle vernünftig fahrenden Autofahrer demjenigen das Bußgeld.
Warum wird jemand, der sich selbst in den Tod kutschiert, weil er Tempolimits nicht akzeptieren will, zu einer “tragischen” Figur, der man auf Teufel komm ‘raus nichts anhaben darf?
@buchstaeblich: GUT gesagt!
Danke, wortman,
es war mir ein inneres Bedürfnis.
Letzte Worte an den, der die Kurve nicht kriegte, kann man [Link entfernt] richten.
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@ buchstäblich: Ganz meine Meinung. Wenn jemand mit 140km/h ins Ortgebiet rast, ist das nicht tragisch, sondern kriminell. Da ist es egal, ob ich diese Person schätze oder nicht. Seien wir am Ende froh, dass Haider dabei nicht noch andere Menschen umgebracht hat. Mein Mitleid hält sich dementsprechend in Grenzen. Mehr braucht man dazu eigentlich nicht sagen.
Eines möchte ich noch klarstellen: Auch wenn ich keine Trauer für einen rücksichtslosen Fahrer (egal welchen Namens) habe, so gilt mein ehrliches Mitleid der Familie. Denn abseits der politischen Richtung war Haider auch Vater und Ehemann.
@wortman Vielen Dank für diesen Kommentar!
@Dominik: Gern geschehen.
Leider musste ich bei den meisten Blogs feststellen, dass alle über diesen Mann herziehen, aber irgendwie keiner einen Gedanken an die Familie übrig hat.
Mein erster Kommentar war sicherlich auch nicht grade pietätsvoll, geb ich auch zu. Deswegen auch der Nachtrag.
Mit den Zitaten ist das immer so eine Sache. Man sollte sie im Zusammenhang sehen, etwas das hier leider unterblieben ist.
Zu dem Zitat “Arbeitsmarktpolitik”: Sie vergessen den zweiten Teil des Zitats, ohne den es nicht vollständig ist: “Und das ist nicht als Kompliment gemeint.”
Haider mußte trotzdem gehen, aber nicht wegen dieses Zitats, das war den Rot-Schwarzen in Kärnten nur der Aufhänger. Ihnen wurde der beim Volk beliebte Haider zu mächtig, und so warteten sie nur auf die passende Gelegenheit, ihn abzuservieren. Das wurde auch später auch offen eingestanden. Wäre es nicht dieses Zitat gewesen, dann eben ein anderes.
Zu der “SS-Rede”: Die Geschichte des Zweiten WK und damit der Waffen-SS war keineswegs so simpel als es uns heutige Geschichtspolitiker und Moralisten gerne weißmachen wollen. Etwas sarkastischer ausgedrückt: Jörg Haider hätte niemals einen größeren Beitrag zur Relativierung der Waffen-SS leisten können als Günther Grass mit seinem *etwas verspäteten* Eingeständnis, eben Mitglied dieser Truppe gewesen zu sein. Spätestens hiernach sollte einem die Vielschichtigkeit solcher Zeiten eigentlich offenbar sein.
Was die übrigen Äußerungen Haiders zu Muzicant, Adamovic und Fischler angeht: man wüßte als unbedarfter Leser auch hier gerne, aus welchem Zusammenhang heraus sie uns hier präsentiert werden. Was war denn diesen Äußerungen vorausgegangen? Haiders Gegner warfen ja nun nicht gerade mit rhetorischen Wattebällchen, gelle. Bitte nachtragen! Wird bestimmt interessant!
Zu den Treffen Haiders mit Gaddafi und Saddam Hussein: Sie studieren Politologie und sind so naiv? Wissen Sie eigentlich mit welchen Verbrechern und Massenmördern sich amerikanische Präsidenten schon freundschaftlich an einen Tisch setzten und sogar verbündeten? Einer davon hieß sogar Saddam Hussein! Dass der im Krieg gegen den Iran Giftgas einsetzte, juckte die Amis überhaupt nicht.
@Peacelines2000
Man kann so manches schönreden. Die Arbeitsmarktpolitik-Vergleich aber ist für mich, egal ob mit Zusatz oder nicht, einfach nur dumm. Wenn man weiß, wie der Arbeitsmarkt im Dritten Reich aufgebaut war, denke ich, dass man sich nicht wünscht, dass die Bundesregierung dies wieder aufnehmen solle. Tut mir Leid, das ist meine Ansicht. Und dass SPÖ und ÖVP dies benutzten, um Haider des Amtes zu entheben, sei dahingestellt.
So, nun zur SS-Rede. Das lässt sich nicht relativieren. Zumindest ich kann in keinster Weise dies verstehen, die Vielschichtigkeit der Kriegszeit ist dafür auch keine Ausrede. Er meinte, dass jene bei der SS die einzig wahren Vertreter des Volkes sind, anständig und “geistig überlegen”. Nein, auch das ist für mich einfach falsch.
Über die Hintergründe der anderen Äußerungen werde ich weiter recherchieren und wahrscheinlich in einem eigenen Eintrag veröffentlichen.
Und sie vergleichen den Landeshauptmann eines kleinen Bundeslandes in Österreich mit dem amerikanischen Präsidenten. Von mir brauchen sie politisch gesehen keinen Pro-Amerikanismus erwarten. Und auch ich weiß über die dubiosen Machenschaften der amerikanischen Politik im Nahen Osten Bescheid. Doch auch das ist hier wieder nur rein meine Meinung: Als sich Jörg Haider mit Hussein und Gaddafi traf, das war alles reine Provokation, und für mich mehr als unnötig. Eine (wenn womöglich auch nur private) Verbündung mit diesen Menschen ist für mich Grund genug, um dies als falsch hinzustellen.
“Und sie vergleichen den Landeshauptmann eines kleinen Bundeslandes in Österreich mit dem amerikanischen Präsidenten.”
Ja, wie denn? Gelten jetzt unterschiedliche Regeln, wenn zwei dasselbe zun?
“Von mir brauchen sie politisch gesehen keinen Pro-Amerikanismus erwarten. Und auch ich weiß über die dubiosen Machenschaften der amerikanischen Politik im Nahen Osten Bescheid.”
Och Junge, es geht hier nicht im Anti-Amerikanismus, sondern um Ihr naives Politik-Verständnis.
“Eine (wenn womöglich auch nur private) Verbündung mit diesen Menschen ist für mich Grund genug, um dies als falsch hinzustellen.”
Er hat sich mit diesen Menschen ja nicht verbündet. Und seine Treffen mögen falsch gewesen sein. Aber diese waren nur Aufhänger, um ihn wieder einmal zu verteufeln.
@Peacelines2002
Zu Frage 1: Ja, für mich schon.
Zu Frage 2: Politisches Verständnis? Das ist eben meines.
Zu Frage 3: Zu Gaddafi (und seinem Sohn) hielt er ein freundschaftliches Verhältnis. Das ist für mich eine Art der Verbündung.
Wir haben wohl unterschiedliche Ansichten in Bezug auf den Politiker Jörg Haider.
Jörg Haider ist tot; d. h. es werden bald Schulen und Straßen nach ihm benannt werden. Man wird gespannt sein können, wie ein Geschichtslehrer an einer solchen Schule die Schrecken der NS-Zeit unterrichtet und gleichzeitig vor seinen Schülern begründen muss, wieso der Namensgeber der Schule die Beschäftigungspolitik eben jener Zeit verteidigt und die Waffen-SS als Vorbild für die Jugend dieser Schule propagiert hat. Die typisch österreichische Lösung dieses Problems wird folgende sein: Man wird die Schule in Hans-Christian-Strache-Schule umbenennen.
Dem Herrn Petzner kommen die Tränen, wenn Jörg Haider sich alkoholisiert mit 142 Km/h zu Tode fährt. Und die Kirche zelebriert dazu eine Trauerfeier nach der anderen. Mir kommen die Tränen und mein patriotisches und sittliches Empfinden ist dabei sehr empfindlich gestört, wenn ein Heer von zugewanderten Pflegern sich um pflegebedürftige österreichische Staatsbürger kümmern, um im nächsten Augenblick von Herrn Petzner und seinen patriotischen Volksgenossen als „kriminell“ hingestellt zu werden. Kot entsorgen, Eiter beseitigen, Wunden verbinden – das tun diese so genannten „kriminellen“ Zuwanderer für unsere alten Menschen. Wenn Herr Petzner das auch mal tun würde, anstatt sich mit seinen rechten Recken in Szenenlokalen zu alkoholisieren, erst dann hätte er sich als glaubwürdiger Politiker bewährt.