Regierungskrise hin oder her. Die Bundesregierung versinkt in Lächerlichkeit und die SPÖ zieht plötzlich ganz andere Seiten auf.
Als Bundeskanzler Gusenbauer den Posten als Parteichef abgeben musste, und ihn Bundesminister Faymann nachfolgte, meinte die ÖVP, dass die Sozialdemokraten nun regierungsunfähig wären. Eine Woche später wandert Bundesminister Platter (VP) in die Landesregierung von Tirol und nun muss auch die Volkspartei umbauen.
Viele unwichtige SP-Kommunalpolitiker haben ihren Unmut über die Doppelführung der SPÖ geäußert, doch zumindest die beiden glauben an eine erfolgreiche Arbeit. Doch mit ihrer Aussendung gestern haben sie wohl einen riesig großen Fehler gemacht.
Ausgerechnet an den Herausgeber der Kronen Zeitung (Dichand) schickten sie nun ihre Kehrtwende in der EU-Politik. Bis vorgestern waren sie immer noch der Meinung, dass die Ratifizierung des EU-Vertrages richtig war, und man nicht das Volk abstimmen lassen sollte. Und ich stimme ihnen dabei auch zu. Jetzt haben die beiden, Gusenbauer und Faymann angekündigt, dass bei Abänderungen des Vertrages von Lissabon nun auch in Österreich das Volk gefragt wird. Ein Kniefall vor der Boulevard-Presse.
Lächerlich. Armselig. Schwach. Populismus steht ihnen einfach nicht, liebe (aktuelle) österreichische Sozialdemokratie.
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Barack Obama, mein Wunschamerikapräsident, spricht sich für die Todesstrafe von pädophilen Gewalttätern aus. Das oberste US-Gericht hat erst gestern diese Höchststrafe für solche Menschen verboten. Und auch Johnny McCain stimmt hier mit Obama überein.
Ich frage mich immer noch, warum man die Todesstrafe braucht. Sollen sie doch in ihrer Zelle dahinsiechen und irgendwann, nach Jahrzehnten hinter Gittern sterben. Das sehe ich als viel größere Strafe an. Die Todesstrafe nimmt einem zwar das Leben, aber auch die Bürde, mit der begangenen Tat leben zu müssen. Und dann überrascht es mich, wenn mir nahestehende Menschen plötzlich auch für Täter wie Josef Fritzl oder Prikopil (hätte er nicht Suizid begangen) die Todesstrafe fordern. Dabei übersehen wir, dass die Todesstrafe eine Strafe in Entwicklungsländern ist. Alle halbwegs zivilisierten Länder, mit Ausnahme der USA, haben schon andere Wege gefunden, um für Recht und Ordnung zu sorgen.
Aber für die USA ist die Todesstrafe unbedingt nötig. Für wenige Jahre in den Siebzigern wurde sie abgeschafft, Menschen, die auf die Vollstreckung warteten, wurden in normale Zellen gesteckt. Und das ist auch ein Grund, warum Charles Manson, seines Zeichens Massenmörder, immer noch in seine Zelle ist.
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Die UNO drückt zwar stets ihren Unmut aus, etwas verändern können und wollen sie aber nicht.
Schon in „Darfur. Ein vergessener Krisenherd“ habe ich mich über die Unfähigkeit der UNO mokiert. Man sieht zu, lässt Massenermordungen und Vergewaltigungen zu, und stellt aber trotzdem keinen Anführer, keinen Diktator unter Druck.
Bei Burma und Tibet war es ähnlich. Diese bemerkenswerte Aufschrei, der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit wurde von der UN zwar gehört, aber aus reiner Angst vor China hat sich rein gar nichts geändert.
Und nun zum aktuellen Thema: Simbabwe. Robert Mugabe, der Diktator und Massenmörder lässt keine demokratischen Wahlen zu, und setzt die Opposition unter Druck. Lässt töten und was macht der UN-Sicherheitsrat? Er verurteilt dieses Vorgehen. Ähm. Er verurteilt. Was sind das bitte nur für Warmduscher?
Der Oppositionsführer Morgan Tsvangirai fordert eine Friedenstruppe der UN. Um Sicherheit zu schaffen. Das wäre nach Jahren (seit ich mich erinnern kann, dümpelt die UN dahin, im Schatten der USA und der NATO) die erste richtige, und gute Entscheidung.
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Der Spielwettenanbieter „bet-at-home“ hat mit seiner großen Werbekampagne zur Euro 08 für Aufsehen gesorgt. Nun wurden sie vom Werberat verurteilt.
Eine Frau mit der rotweißroten Fahne im Gesicht. Ein Mann, mit der schwarzrotgolden. Zwei Zungen. und die Berührung. Dieses Werbekampagne habe keine Vorbildwirkung. und auch das Motto „Life is a game“ stößt so manchen etwas auf.
Ich frage mich warum. Ein Kuss ist wohl etwas so wunderschönes. Und in der Werbung habe ich noch so manch anderes entdeckt, welches man als Schund und als unvorbildlich bezeichnen könnte. Zum Beispiel die Kinder, die in der Persil-Werbung ihre Shirts so dreckig wie möglich machen, und die Mutter alle Flecken wieder rausbringt. Das funktioniert nämlich auch nur in der Werbung so. Eine verrückte Welt.
Beschwerden. Auf der Homepage des Gremiums finden sich zahlreiche Beschwerden über die Kampagne, in denen sich Bürger über die „Aufdringlichkeit“ und die „sexististische Darstellung“ sowie mangelnden Respekt Kindern gegenüber beklagen. Laut der Entscheidung des ÖWR widerspricht das Sujet den ethischen Grundsätzen der Werbung.
Und für alle, die es nicht wissen. Österreich hat gewonnen. Gegen Deutschland. Beim Nackt-Fußball, wo sechs österreichische Frauen und sechs deutsche Frauen Beach-Soccer spielen.
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Eine Kochsendung ist eine Kochsendung ist eine Kochsendung. Außer, wenn der Starkoch aus Australien kommt und heruntergekommene Lokale aufpeppelt.
Und dank seiner schottischen Wurzeln hat er auch eines schön gelernt. Den übernatürlich häufigen Gebrauch des Wortes „fuck“. Aber er meint es ja nicht böse. Manchmal (zugegeben: relativ minimal) benutzt er dieses Wort im positiven Sinne als Ausdruck vollkommener Überraschung. Aber nach einem Eklat nach 40 Minuten Gordon Ramsay und 80 Mal das Wort „fuck“, fordert die australische Regierung ein Gesetz gegen das Fluchen im Fernsehen.
ORF.at zeigt wiederum die australische Politik:
Gerade australische Politiker haben allerdings zuletzt die meisten Beispiele für Sittenverfall geliefert. Labour-Politikerin Belinda Neal etwa soll Kellner in einem Nachtclub bedroht haben. Zudem soll die Hobbyfußballerin ein Match genützt haben, um eine Kontrahentin zu treten.
Internes Schmutzwäschewaschen
Einer schwangeren Kollegin soll Neal wiederum gesagt haben, sie würde einen „Dämon“ gebären. Labour-Premier Kevin Rudd gelobte, Neal werde ein Seminar für Aggressionsmanagement besuchen – und löste damit einen internen Schmutzwäsche-Wettkampf in der Labour-Partei aus.
Die Labour-Politikerin Julia Irwin etwa prangerte an, dass Ex-Labour-Chef Mark Latham von niemandem zu Aggressionsmanagement verdonnert worden sei, als er einem Taxifahrer volltrunken im Streit über den Fahrtpreis den Arm brach.
Na denne. Das haben wir jetzt davon. Einer kocht im Fernsehen und die ganze Politik lernt von ihm.Und in der deutschen Ausgabe seiner Sendung wird fuck Gott sei Dank nicht mit fick übersetzt. Sondern eher mit „Verdammt“. Ist ja auch ein Ausdruck des Fluchens.
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So wie Putin damals die objektiven Medien verschwinden ließ, lässt unser aller Liebling Silvio Berlusconi ganz einfach Gesetze ändern, um einer Klage zu entkommen.
Der neue Gesetzesantrag sieht vor, dass alle Tatbestände bis 2002 für die Dauer von einem Jahr auf Eis gelegt werden. So entkommt auch er zumindest für die nächsten 365 Tage einem Verfahren wegen Bestechung.
Ist es nicht schön, wie einfach sich Machthaber eines etwas größeren Landes, sich der Macht bemächtigen, um ein Leben nach ihren Vorstellungen aufzubauen. Und noch dazu steht Berlusconi Putin in Sachen Medien in nichts nach. Denn Signore Berlusconi ist der größte Medienmogul des Landes und lässt die Nachrichten seiner unzähligen Sender nach seinem Geschmack berichten.
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Ich gebe es ja zu: Ich war einer der acht Millionen, der sich, sobald die Server die Last der Zugriffe im Griff hatte, die dritte Version des Open-Source-Browsers Firefox runtergeladen hat. Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden, Firefox hat sich brav weiterentwickelt und bleibt auch jetzt stabil.
Der Weltrekord scheint geknackt zu sein. Man muss Mozilla eigentlich gratulieren. Durch virales Marketing (diesen Begriff finde ich hier sehr angebracht) wurden mehr und mehr Leute auf den Weltrekordversuch und die neue Version aufmerksam. Die Idee mit dem Weltrekord und dem möglichen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde wollte natürlich viele Menschen Teil des Ganzen werden lassen.
Und zu guter Letzt muss man auch zugeben, dass wohl die meisten Casual-User von Firefox mit dem Umfang und der Entwicklung zufrieden sind. Da bekommt man schon mal schnell acht Millionen an einem Tag zusammen. Gratulation, Mozilla. Lang lebe Firefox.
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In der aktuellen Ausgabe des wahrscheinlich besten Filmmagazins, nämlich RAY, las ich einen schönen Kommentar zur Serie Sex & the City. Ja, zur Serie, denn der Film konnte bis zum Redaktionsschluss noch nicht gesichtet werden. Aber das ist ja auch okay. Die Serie, eine Kultproduktion von HBO. Für viele Frauen das größte Ereignis eines jeden Fernsehabends. Für Männer oft genug Horror.
Man sprach von der neuen Form der Emanzipation, als die Serie nach dem großen Erfolg in Amerika nach Deutschland kam. Das sind die Frauen von heute, die Frauen von morgen. Selbstständig, im Beruf stehend, einen One Night Stand nach dem anderen und immer diese quirligen Gespräche bei Kaffee über Sex und Penislänge und Orgasmusvortäuschung. Und ich dachte mir schon damals: Wenn das die neuen Frauen sind, na dann Gute Nacht.
Und am Schluss des Berichtes kam man auf jene Schlussfolgerung: So emanzipiert man sich auch zu geben vermag, in jeder einzelnen Folge von SATC, es geht doch alles nur um den richtigen Mann. All die Folgen und Staffeln bauen auf der Idee auf, dass die vier Hauptcharaktere irgendwann ihren Mr. Right bekommen. Eine selbstständige Frau sieht da schon etwas anders aus. Und so sehe auch ich es. Von Emanzipation kann hier nicht mehr gesprochen werden, es ist die beginnende wiederkommende Akzeptanz der Abhängigkeit von Frau zu Mann.
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Irland. Bis zum EU-Beitritt in den siebziger Jahren zählte es zu den ärmsten Ländern des westlichen Europa. Nachdem es nun jedoch zu einem der reichsten zählt, bringt man einen umstrittenen, aber unglaublichen Vertrag von Lissabon zu Fall.
Ich kann mich noch daran erinnern, als im Geografie-und-Wirtschaftskunde-Buch die Wirtschaft in der EU erklärt wurde. Deutschland zählte da zum größten Nettozahler (es zahlt mehr in die EU ein, als es zurückbekommt) und Irland zählte, Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, zum Top-Bruttoempfänger.
So haben wir alle für den wirtschaftlichen Aufschwung eines wunderschönen Landes bezahlt. Und nachdem eine weltweite Rezession die Wirtschaft in allen Ländern zurückgeht, bekommen die Irländer den Eindruck, die EU habe versagt.
Ein Nein bei der einzigen Abstimmung eines Landes wirft die Europäische Union in eine neue Krise. Und es mag auch niemanden verwundern, dass die Irlander Iren nun als undankbar und naiv eingestuft werden. Danke, liebes Irland. Für diese dumme Entscheidung.
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Mit 238 Tonnen Cannabis wurde in Afghanistan das größte jemals gesehene Grashäufchen gefunden.
Und was machen die Briten? Sie bombadieren das Haschisch mit drei fünfhundert Kilo Bomben mithilfe der königlichen Luftwaffe. Ob denen wohl bewusst ist, dass sie hierbei 400 Millionen Euro zerbombt haben? Und ist man sich denn der Folgen bewusst, die so ein Haschisch-Super-GAU durch die vorbeiziehenden Rau(s)chschwaden auslösen könnte?
Vielleicht bekämpfen die Radikalen dann wenigstens nicht mehr die westliche Welt, sondern rosa Elefanten. Oder so.
Zur Info: Ich distanziere mich von jeder Art von Drogen. Nur die Geschichte (230 Tonnen Haschisch und 3 Bomben) und die möglichen Folgen ließen mich diesen Eintrag hier schreiben.
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