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Medienwirksames Opfer der Gesetze

Warum der Fall Arigona Zogaj wichtig ist, und jener des Denis Zeqaj kaum Beachtung findet. // Oder: Wenn die Politik so weitermacht, fühle ich bald in meinem eigenen Land fremd.

Man kann ja vieles meinen. Dass alle Asylwerber abgeschoben werden sollen, ist hier wohl die dümmste Meinung von allen. Auch ein automatisches Bleiberecht für alle Asylwerber ist nicht die Lösung für das Problem. Was die zuständigen Politiker also machen? Entweder sie bleiben stur um nicht von der Parteilinie zu fallen, oder sie heucheln mit Versprechungen, die in ihren Positionen nicht eingehalten werden können.

Die Nachrichten waren ja voll von den Bildern der (ehemals) verschwundenen Arigona Zogaj. Ihr Ort Frankenburg stellte eine Demonstration auf die Beine, Unterschriftenaktionen wurden gestartet und selbst der Gemeinderat hat sich einstimmig für die Familie eingesetzt. Dass der Fall eigentlich rechtlich gesehen schon abschlossen wäre, da drei Asylanträge längst abgelehnt worden sind, erfuhr man erst viel später. Von Erpressung war die Rede und die Betitelung als Göre zeigten den Unmut gegenüber dem Untertauchen dieses Mädchens. Nach dem Wiederauftauchen und der Rückführung in den österreichischen Alltag einer Fünfzehnjährigen wurde es wieder ruhiger.

Bis jetzt plötzlich das Verschwinden von Denis Zeqaj, seiner Mutter und seinem kleinen Bruder bekannt wurde. Der mehrmals vorbestrafte Vater wurde schon in den Kosovo abgeschoben, der Rest der Familie will aber auf keinen Fall zurück. In Wieselburg (NÖ) steigen Asylrechtsgegner auf die Barrikaden und forden, wie auch in Oberösterreich, ein Bleiberecht dieser Familie. Die Tatsache, dass der Vater selbst gewalttätig gegen seine Frau wurde, und der Rest der Familie somit zurück zum Täter geschickt werden, lässt diesen Fall noch banaler erscheinen.

Und so medienintensiv der Fall Arigona auch behandelt wurde, so hatte er trotzdem eines erreicht. Eine offene Diskussion in Österreich um das Fremdenrecht in Österreich. Dass davon ein Teil menschenunwürdig ist, und auch gegen die Menschenrechtskonvention verstößt, wurde auch hier schon breitgetreten. Künstler und linke Politiker forderten ein Handeln. Bundeskanzler Gusenbauer fand alles anfangs nur „grauslich“, und Innenminister Platter sah keinen Handlungsbedarf. Jetzt hat die Regierung eine Integrationsplattform gestartet. Und auch der 2008 kommende Asylgerichtshof soll Fälle beschleunigen. Ob dann wirklich alles besser wird, ist zu bezweifeln.

Und so steht die Familie Zeqaj im langen Schatten von Arigona. Ihre „Berühmtheit“ hat zwar Österreich aufgerüttelt, doch bis zum wirklichen Beginn des Asylgerichtshof scheint kein Einzelfall mehr die Medien so zu interessieren. Besser gehts ja nicht. Informationen bekommen, untergetauchen, von OÖ nach Wien fahren, tagelang verstecken, von einem couragierten Pfarrer aufgegriffen und zurückgebracht werden. Kein spannender Film hätte es bewegender machen können. Nur leider handelt es sich hier nicht um einen Film. Mit Drehbuch. Hier sind die Emotionen echt und die Opfer real.

Was bleibt ist der Wunsch um Objektivität. So sehr einen das Schicksal des Mädchens beeindruckt und erschrocken hat, so darf man sich nun nicht beeinflussen lassen. All diese Fälle, die jahrelang auf Asyl hoffen, müssen nun überprüft werden. Wie gut die Integration fortgeschritten ist, ob die Eltern berufstätig sind und man die deutsche Sprache schon gelernt hat. Das wäre mein Wunsch. Dann würde man nämlich auch sehen, wer nun wirklich in diesem Land bleiben möchte. Denn wenn gut integrierte Familien abgeschoben werden, fühle ich mich bald in meinem eigenen Land fremd.

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Britney Spears – Der Nächste Medienmord?

Immerwieder erzählt man Geschichten, die davon erzählen, wie Menschen,Prominente oder Wannabes durch die ständige Medienpräsenz, der sieausgesetzt waren, durch die Verfolgung durch Paparazzis oder was auchimmer, mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kamen, und so in den Suizidgetrieben wurden. Wer wird wohl der Medien nächstes Opfer?

BritneySpears, eigentlich ein Phänomen, lebende Musiklegende und eine dererfolgreichster MusikerInnen aller Zeiten. Mit …. Baby, One More Timeoder Oops! I Did It Again schuf sie einen Hit nach dem anderen, wurdeder erfolgreichste Jungstar und das Idol für so viele Mädchen. Ob diesdenn jetzt nun positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt.

Wasaber das Traurige daran ist. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr ist sieim Zentrum der Medien. Anfangs in den Jugendmusikzeitschriften, durchdas Heranwachsen und Reifen dann auch in der normalen Regenbogenpresse.Auf jedem Cover war diese Frau mindestens einmal. Man fieberte ihrenneuen Alben entgegen, freute sich mit ihr über ihre Kinder und dasscheinbare Eheglück mit Kevin Federline. Doch dann kam es zum Sturz.

DieEhe mit ihrem Extänzer verlief glücklos, es kam zur Trennung. IhreKarriere war in einer Pause, sie musste also hart arbeiten, um wiederzurückzukommen. Und währenddessen musste sie auch noch feiern. Viel zuexzessiv, viel zu wenig bekleidet. Alles wusste man von ihr, diePaparazzi verfolgten sie überall hin. Sie war das gefundene Futter fürjeden armseligen Boulevard-Fotografen. Die Welt um sie brach zusammen,die Medien, die sie zuvor in den Himmel lobten und das PhänomenPop-Prinzesschen feierten ließen sie fallen. Ihr Comeback-Versuchmisslangte total und Ms. Spears steht vor den Ruinen ihres Erfolges.

Natürlichschimpft jetzt jeder, dass diese Frau keine Kinder erziehen kann //darf. Dass sie sowieso komplett krank im Kopf ist. Und ihre Musik wirdschon längst nicht mehr gespielt. Auf den Wannabe-Musikkanälen VH1, MTVoder VIVA macht man sich über die Eskapaden lustig und Zeitungenbetiteln sie als schlechteste Mutter. Ihr Über-die-Stränge-Schlagenmuss doch auch irgendwelche Gründe haben. Daran denkt mal wiederkeiner. Man nimmt nicht einfach so Drogen, säuft, lässt sich die Haareabrasieren, und lässt sich einfach so gehen.

Man kann jetztnatürlich noch lange so weiter machen. Sie mit Argusaugen beobachten,während nicht nur ihre Karriere sondern ihr ganzes Leben den Bachhinunter läuft. Man kann über sie schimpfen und mit den Finger auf siezeigen. Aber genauso wie es für einen solchen Star wie sie es ist,schwer ist, ein Working-Class-Leben zu führen, genauso wenig können wiruns vorstellen, wie schwer es sein muss, das Leben der Britney Spearszu führen.

Also würde ich mich freuen, ein kleines bisschen mehrObjektivität von all diesen Kritikern zu hören. Nicht nur Vorwürfe,sondern vielleicht Mitleid oder Hilfe. Lassen wir nicht einen weiterenMenschen zugrunde gehen, nur um einen weiteren Skandal in der Zeitunglesen zu können.

// zur info. nie ein fan von ihr gewesen. aber entsetzt von ihrem absturz.

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Free Burma.

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