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Nachgedacht: Erinnerungen An Den Tod

Ich war gerade erst neun Jahre alt. Ich weiß gar nicht mehr genau warum ich damals um 1 Uhr früh noch einmal aufgestanden bin. Warum ich noch mal den ORF gekuckt hatte. Aber an eines kann ich mich erinnern. Den Satz, der durchgehend unten eingeblendet war. „Lady Di bei Autounfall gestorben“. Ich konnte mit dem Namen nicht viel verbinden, war in meiner kindlichen Unwissenheit nur geschockt. Es musste irgendjemand wichtiger sein, irgendeine Persönlichkeit. Und so schlich ich mich in das Schlafzimmer meiner Eltern, weckte meine Mutter auf und erzählte ihr diese Neuigkeit. In ihrer Schlaftrunkenheit zeigte sie sich zwar anfangs geschockt, schlief aber bald wieder ein. Und ich legte mich dann auch endlich schlafen.

Die folgenden Tage verfolgten wir die Bilder. Ach, das ist Lady Diana. Eine Ikone. Ein Star. Die Prinzessin von Wales. Und durch das Begräbnis, durch das „Candle In The Wind“ von Elton John war ich damals nicht mehr in der Lage, meine Emotionen zu kontrollieren und ich heulte einfach los. Auch wenn ich viele Epochen ihres Lebens nicht mitbekommen habe. Die Welt schien einen außergewöhnlichen Menschen verloren zu haben.

Aber manchmal gibt es einfach Ereignisse, die einem so stark in Erinnerung bleiben. Wo man weiß, was man getan hat, mit wem man gesprochen hat usw. So etwas wie der Elfte September. An dem ich zum ersten Mal überhaupt in Wien war, auf der ehemaligen Computermesse Ifabo. Und als mein Papa und ich dann im Zug nach Hause saßen, ich meinen kleinen Weltradio auspackte und sich plötzlich 6 unbekannte Menschen rund um unseren Platz versammelten und die Nachricht dieser schrecklichen Tat lauschten. Die Bilder bleiben im Kopf. Die Flugzeuge, die in die WTC crashen. Die Explosion. Die, in purer Todesangst, aus dem Fenster springenden Menschen. Der Einsturz. Auch wenn man nicht selbst davon betroffen war, selbst wenn man niemanden in diesem Anschlag verloren hat. Solche Erinnerungen bleiben. Sie gehen einfach nicht weg. Und selbst jetzt bekomme ich tränenschwere Augen und einen mächtigen Kloß im Hals. Die Welt ist aus den Fugen geraten.

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Das Erste Mal: Politikverdrossenheit

Ich war schon immer ein interessiertes Kind. Und durch meine Erziehung kam ich auch schon früh in den Kontakt mit der Politik. Natürlich war dann letztes Jahr die Freude groß, als ich zum ersten Mal meine … ja, wirklich meine eigene Stimme abgeben durfte. Ich hatte mir damals meine eigene Meinung gebildet, habe ohne direkten Einfluss eine Partei gewählt und war stolz, als ich endlich das Kuvert in die Wahlurne werfen durfte.

Würde es nächsten Sonntag Wahlen geben, wen würde ich wählen? Eine typische Kronen-Zeitung- oder NEWS-Frage. Und wenn sie irgendwann mal mich erwischen würden, ich könnte es ihnen nicht sagen. Wer steht denn nun zur Auswahl? Die SPÖ, die für jede Versprechung vor der Wahl ihre Hand ins Feuer legt, und sich nach der Regierungsbildung die Fingern ganz heftig verbrennt? Die ÖVP, die ihren Spartrip, aktuell beim Gesundheitsbudget, fortsetzen möchte? Die Grünen, die sich stets um die Umwelt sorgen, aber nie alleine in einer Regierung überleben könnten? Die Freiheitlichen, die vor allem durch Jugendaktivitäten auffallen und mindere Oppositionspolitk vollführen? Das Bündnis Zukunft Österreich, welches sich erst selbst mal finden muss, um überhaupt weiterhin existieren zu müssen? Ich weiß es nicht.

Meinem Wahlrecht möchte ich nachkommen. Nie und nimmer würde ich nicht wählen gehen oder einen ungültigen Zettel abgeben. Irgendein Kreuzchen würde ich sicher machen. Aber nach exzessivem Studium der verschiedenen politischen Ansichten, und nach der Arbeit in der Regierung und in der Opposition, verstehe ich immer mehr diese Menschen, die sich selbst bei ihrer ersten Wahl nicht informierten. Und sich einfach gegen Information über Politik verwehren. Ist doch sowieso alles Lüge. Heiße Luft. Leere Versprechungen. Politik eben.

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Nachgedacht: Auf Nimmerwiedersehen, Neutralität?

 

Die ÖVP-Perspektiven-Gruppe „Europa“ möchte, dass sich Österreich von der Neutralität distanziere. Und auch der Nationalfeiertag solle abgeschafft werden. Ein Plädoyer für das neutrale Österreich.

Zuallererst: Was bedeutet Neutralität? Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Sowjetunion in ihrem Moskauer Memorandum die „immerwährende Neutralität“ als Bedingung für einen Abzug der sowjetischen Besatzer. Im Allgemeinen versteht man unter dem Begriff, dass sich ein neutraler Staat bei einem konkreten Konflikt zwischen anderen Staaten in keinster Weise beiteiligt.

Die ÖVP-Perspektivengruppe „Europa“, die der steirische Klubobmann Christopher Drexler leitet, fordert das Ende der Neutralität und ein klares Nein zum EU-Beitritt der Türkei. Drexler möchte daraus folgend auch den Nationalfeiertag, den Tag der Beschlussfassung des Neutralitätsgesetzes abschaffen.

Prescht hier die „Perspektivengruppe“ nicht etwas zu weit vor? Die Neutralität, in ihrem Grundgedanken, wurde schon soweit verändert, dass Österreich seit 1995 zu einer Gemeinschaft (der EU) gehört. Und während wir uns eigentlich, dem Neutralitätsgesetzes folgend, bei keinem gemeinsamen europäischen Heer beteiligen dürfen, scheint die Neutralität uns zu schützen. Denn ebenso wie die NATO würde dann auch die EU uns um Hilfe bitten. Bisher konnten wir uns aus internationalen politischen Konflikten soweit heraushalten, dass wir nur für friedenssichernde Einsätze der Vereinten Nationen eingesetzt wurden.

Würde das Ende der Neutralität nicht bedeuten, dass wir etwas aufgeben, für was Österreich in seiner Zweiten Republik stand? Würde man nicht eine großartige Idee, ein großartiges System für Kriege aufgeben, von welchen Österreich bisher verschont wurde?

Wir sind in Europa neben der Schweiz nicht die einzigen Neutralen. Belgien, Finnland, Schweden, Luxemburg und Lichtenstein sehen sich als neutrale Länder. Würde ein Ende der Neutralität nicht die Vergangenheit lächerlich erscheinen lassen. Wir haben uns für etwas verpflichtet, wir wurden durch den Staatsvertrag und die Erklärung der Neutralität wieder ein souveräner Staat. Für einige scheint der Begriff zwar veraltet, aber welchen Schaden haben wir durch unser Bekenntnis zur Neutralität zu spüren bekommen?

Und somit erteile ich der Perspektivengruppe eine Absage. Nein zur Abschaffung der Neutralität. Nein zur Abschaffung des Nationalfeiertags. Und Nein zum Beitritt der Türkei. Warum das? Das erörtere ich in Kürze.

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Nachgedacht: Das Ende der NPD?

Immer mal wieder erhebt sich ein Politiker aus seinem Stuhle und fordert den Verbot der NPD. Neuestes Beispiel: SPD-Chef Kurt Beck.

Von 1967 bis 1988 gab es auch in Österreich die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands). Bis sie schließlich der Verfassunggerichtshof wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verbat. Doch warum schreckt Deutschland vor einem Verbot zurück?

Schon 2001 wurde von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat ein Verbotsantrag gegen die NPD am Bundesverfassungsgericht eingereicht. Aber durch sogannente V-Männer des Verfassungsschutzes scheiterte das Verbotsverfahren, da das Gericht nicht mehr unterscheiden konnte, welche Aktivitäten von der NPD selbst und welche vom Verfassungsschutz initiiert wurden. Und nach dieser lautstarken Debatte um einen Verbot gelang der NPD unter Udo Voigt das Unerwartete.

2004 zieht die NPD mit 9,2 % zum ersten Mal seit 1968 in das Landesparlament von Sachsen ein. Der heraufbeschworene Rechtsruck ging durch die deutschen Köpfe. Es wurde befürchtet, dass sie auch bei der Bundestagswahl einen so immensen Erfolg erzielen könnte. Was jedoch, Gott sei Dank, nicht geschah.

Und so fordert nun der Chef der SPD, Kurt Beck, den Verbot der NPD. Höchstwahrscheinlich hat ihn die Jagd auf und die Verprügelung von acht Indern zu diesem Gedanken bewegt. Aus den Reihen seiner eigenen Partei bekommt er geteilten Zuspruch, Mitglieder anderer Parteien fordern eine Wiederaufnahme des Verbotverfahrens erst, wenn die NPD denn auch wirklich verboten werden würde. Überraschende Zustimmung bekommt Beck auch auf EU-Ebene. EU-Justizminister Franco Frattini würde einen Verbot begrüßen, noch dazu, da Deutschland zu den fünf Ländern mit den größten rechtsextremen Problemen zählt.

Was nun wirklich passieren wird, steht in den Sternen. Ich wünsche mir nur eben mal ein Deutschland ohne No Go Areas. Ein Deutschland, das endlich in der Gegenwart angekommen ist. Ein tolerantes und ein schönes Deutschland. Vielleicht geht dieser Wunsch irgendwann einmal in Erfüllung. Hoffen wir es.

Ein gutes Buch zu diesem Thema: Moderne Nazis von Toralf Staud

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Das Erste Mal: Bock Ma’s!

Eine 65 Jahre alte Frau namens Ute Bock ist über die Grenzen hinaus für ihren Einsatz für Asylwerber bekannt. Denn nicht ohne Grund bekam sie 2000 den UNHCR-Flüchtlingspreis. Mehr als 350 Asylwerber erhalten durch von ihr organisierte Wohnungen Unterkunft und Verpflegung. Seit 2002 ist Frau Bock in Pension. Aber ruhig es ist noch nicht geworden.

Denn seit drei Jahren veranstaltet der „Kulturverein Sozialforum Freiwerk“ ein Benefiz- und Integrationsfestival namens „Bock Ma’s“, natürlich zu Gunsten des Flüchtlingsprojektes von Ute Bock. Dieses Jahr wirkten rund 150 ehrenamtliche MitarbeiterInnen aktiv mit, und so wie es aussieht, wird das Festival auch dieses Jahr wieder ausverkauft sein.

Und so treffen sich auch dieses Jahr ab Donnerstag wieder hunderte, wenn nicht tausende Musikbegeisterte auf der Burgruine Altwartenburg in Timelkam (Oberösterreich), um dem Sound von Bauchklang, Binder&Krieglstein, der Roithauma Buschbuam Combo und 30 weiteren Bands zu lauschen.

Auch ich werde anwesend sein und wünsche dem ganzen Projekt sehr viel Glück für die kommenden Jahre und ein angenehm warmes Festivalklima

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Nachgedacht: Team Österreich


Immer öfter liest man die Nachrichten von Familien, die mit einem Tag ihre gesamte Existenz neu aufbauen müssen. Deren Häuser zu unbewohnbaren Mauern wurden. Katastrophen scheinen mehr und mehr zum Alltag in Österreich dazuzugehören.

Der österreichische Radiosender Ö3 und das Rote Kreuz starteten nun das Projekt „Team Österreich“. War zwar die Hilfsbereitschaft der Freiwilligen z.B. beim Jahrhunderthochwasser unglaublich, so soll mit dieser Einrichtung die Verteilung und Betreuung dieser Freiwilligen verbessert werden. Durch die Abgabe einiger Daten wird man dann durch SMS über Katastropheneinsätze informiert und kann sich sogleich bereit melden, seine Hilfe anzubieten.

Ein tolle Nebengeschmack ist die Einschulung, die jeder angemeldete Freiwillige bei der zuständigen Rotkreuz-Dienststelle bekommt. So etwas kann man ja immer brauchen. Man kann aber nur hoffen, dass die Freiwilligen nicht allzuoft ausrücken müssen. Es ist zwar schön, ein Team Österreich zu haben, aber es ist wohl jedem lieber, nicht in eine Katastrophe involviert zu sein. Aber das steht ja leider nicht in unserer Macht.

Und so hat Österreich, Spendenweltmeister und Land der Freiwilligen, nun endlich eine große Plattform, um in Katastrophenfällen schnell und effizient zu helfen. Vielen Dank Ö3 und Rotes Kreuz!

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Nachgedacht: Darfur. Ein Vergessener Krisenherd.

Krieg und Militär

Immer mal wieder konnte man über den Bürgerkrieg in Darfur lesen. Manchmal sah man auch Bilder im Fernsehen. Die Zahlen ließen einen hochschrecken. Und doch schienen die offiziellen 200.000 Toten schnell wieder vergessen zu sein. Jetzt ruft die UN zur Hilfe auf und schickt eine riesige Friedenstruppe ins Krisengebiet. Aber warum erst jetzt?

Der Konflikt in Darfur ist eine, seit 2003 andauernde, bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den in Darfur in Sudan ansässigen schwarzafrikanischen Stämmen und der Zentralregierung in Khartum. Um die Rebellenbewegung niederzuschlagen, bedient sich die Zentralregierung hauptsachlich an lokalen Milizen, bestehend aus arabischen Reiter-Nomaden, die unter der Bezeichnung Dschandschawid bekannt wurden. Inoffizielle Zahlen sprechen von 400.000 getöteten und zweieinhalb Millionen vertriebenen Menschen.

Endlich haben die Vereinten Nationen eingegriffen. Sie schicken 20.000 Militärangehörigen und rund 6000 Polizisten nach Darfur. Eine tolle Sache, könnt man sich denken. Aber man fragt sich dann doch, warum es so lange gedauert hat. Warum es vier Jahre und Abertausende Ermordete überdauern musste, bis die UN reagiert.

Denn nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 beschloss der Sicherheitsrat schon im Dezember den Einsatz einer UN-Schutztruppe. Natürlich bedeutet ein „Heer“ von 20.000 Mann eine größere logistische Herausforderung. Doch das kann keine Ausrede für diese lange Wartezeit sein.

Irgendwie kommt man schom immer wieder auf den Gedanken, dass einige Länder einen zu großen Einfluss auf die „Vereinten Nationen“ haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel.

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