Archiv für Juli 2007

Das Erste Mal: Kultur Im ORF (Update)

Theater

Egal ob amerikanische Sitcoms oder Newsflashes, ZIBs oder Eigenproduktionen. Die scheinbar missglückte Reform zeigt nach und nach ihre bombastische Kraft.

War die Reform ein vollkommener Fehler? Zwar war das Aushängeschild, die Daily-Sitcom made in Austria, Mitten Im 8en, ein unglaublicher Misserfolg. Doch durch die Forcierung auf Nachrichten, und dem Ausbau von erfolgreichen Eigenproduktionen scheint der ORF nun besser dazustehen als er es noch vor einem Jahr tat.

Was mir besonders ins Auge springt, und das im wahrsten Sinne des Wortes, sind die Kulturabende. lebens.art (die Nachfolgesendung von Treffpunkt Kultur) wurde um einige Sendezeit verlängert, die Beiträge sind umfangreicher und Clarissa Stadler stresst sich nun nicht mehr von einem Thema zum anderen. Durch die verschieden Independent-Film – Schwerpunkte wie art.film oder euro.film kommt man nun im ORF in den Genuss anspruchsvoller Filme. Und vor allem auch die Themenabende, welche man früher immer nur von ARTE gewohnt waren, hielten Einzug in den österreichischen Rundfunk.

Natürlich erinnert man sich, wenn man an „neue“ Kultur im ORF denkt an die Live-Übertragungen der Opern „La Traviata“, „Le Nozze di Figaro“, „Tosca“ und eben gestern Tschaikovskys „Eugen Onegin“. Dachte man früher, während der Zeit Monika Lindners, dass es wohl am besten sei, den Zusehern leicht zu verdauende, anspruchslose Alltagskost vorzulegen, so bestätigen die Zuseherzahlen dieser Live-Mitschnitte, dass Wrabetz mit diesem Schwerpunkt richtig gelegen hat.

So kann man abschließend eigentlich sagen: So schlimm wurde es nicht nach dieser Reform. Uns wurde nichts Weltbewegendes weggenommen (außer vielleicht die legendäre „Sendung Ohne Namen“), und uns wurde viel gegeben. Vor allem für Kulturbegeisterte, oder eben jene, die es noch werden wollen, hat ORF nun viel mehr Möglichkeiten.

Ich entschuldige mich hiermit, mich nicht genug über den Titel der Sendung und den Namen der Moderatorin informiert zu haben. Treffpunkt Kultur heißt jetzt lebens.art und die Moderatorin ist nicht Barbara Rett sondern Clarissa Stadler (abwechselnd mit Martin Traxl). Ein peinlicher Fehler. Es tut mir Leid.

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Nachgedacht: Der Schießbefehl

Krieg und Militär

Lange Zeit wurde verhandelt. Von 24 auf 18 auf 15 reduziert. Und vor kurzem ist er gelandet. Der erste österreichische Eurofighter. Und obwohl eigentlich nun über den Deal von Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) diskutiert hätte werden sollen, kam nun eine neue Frage auf. Wer darf / muss den Schießbefehl geben?

Der Schießbefehl darf gegeben werden, wenn ein Flugzeug aus terroristischen Zwecken entführt und auf eine österreichische Stadt zugesteuert wird. Und, wenn ein Flugzeug ohne Funkkontakt über den österreichischen Luftraum fliegt. Das Abfangen, das Abschießen dieser Flugzeuge hätte auch Kollateralschaden zufolge. Denn nicht nur die Terroristen würden getötet, auch die oft zweihundert Passagiere. Natürlich bleibt immer noch die Frage, was schlimmer ist, 200 getötete Flugzeugpassagiere oder 3000 Opfer dieses Terrorismus. Das ist eine ethische Frage, doch Peter Pilz (Die Grünen) meinte dazu, dass der Artikel 2 der Menschenrechtskonvention uanfechtbar sei. Dieser besagt:

Artikel 2: Recht auf Leben

Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt. Niemand darf absichtlich getötet werden, außer durch Vollstreckung eines Todesurteils, das ein Gericht wegen eines Verbrechens verhängt hat, für das die Todesstrafe gesetzlich vorgesehen ist.

Über dieses Thema zu diskutieren, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Jeder hat hier seine eigenen Ansichten. Was natürlich bleibt, ist die Frage, wer den Schießbefehl im Falle eines schrecklichen Falles geben muss.

Anfangs wäre aus aufgeteilt. Ein unbekanntes Flugzeug im Luftraum Österreich wäre Sache des Verteidigungsministers. Ein entführtes Flugzeug mit Ziel Österreich hat sicherheitspolizeilichen Einsatz zur Folge, deshalb ist hier Ex-Verteidigungsminister und Neo-Innenminister Platter zuständig. Was in der gestrigen Sitzung festgesetzt wurde, bleibt aber immer noch eine Frage. Denn nun liegt die Entscheidung auf Flugzeuge zu schießen, schlussendlich beim Piloten. Das heißt, gäbe ein Minister die Freiheit zu schießen, würde ein Pilot bei einer späteren Gerichtsverhandlung verurteilt werden können. Und einem Piloten drohen in diesem Fall bis zu zehn Jahre Haft.

Warum haben wir eigentlich Politiker? Haben wir einfach nur gewählt, damit diese armen Leute mehr verdienen, dann und wann einmal in Sitzungen gehen müssen, um dann doch die Verantwortung für ihre Tätigkeiten auf andere abzuwälzen? Österreich, oh, Österreich


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Nachgedacht: Das Kindergeld

Kinder

Von Jörg Haider in Kärnten erfolgreich probiert, von Minister Herbert Haupt auf Bundesebene entgültig ausgeführt. Und von Familienministerin Andrea Kdolsky wird nun von jenen Familien das Geld zurückgefordert, die die Zuverdienstgrenze überschritten haben. Chaos pur.

Das Kindergeld ist eine wichtiger Fortschritt in Richtung Sozialstaat. Familien, oder auch die vielleicht nicht gerade neue, aber immer weiter verbreitete Version der Alleinerzieher, werden durch dieses Geld unterstützt und erhalten Hilfe bei wichtigen Anschaffungen.

Natürlich gibt es Gesetze, natürlich will dieses Gesetz verhindern, dass man zuviel dazuverdient. Aber nun eine Rückzahlung zu fordern ist eine sehr schwierige Sache. Ich denke, kaum eine Familie hat das Kindergeld kassiert, dazuverdient und dann das Geld sinnlos verprasst. Das Geld ist gut angelegt worden. Um dem Kind und der ganzen Familie einen gewissen Lebensstandard zu geben.

Ich persönlich bin für eine, von Bundeskanzler Gusenbauer, geforderte Amnestie. Jetzt einfach besser überprüfen, ob das Gesetz eingehalten wird … aber nicht Geld fordern, dass Monate zuvor ausgezahlt wurde.

Natürlich ist das ein sehr heikles Thema. Ich selbst habe kein Kind. Noch nicht.

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Nachgedacht: Einen Mord Planen

Gesellschaft

Der Fall der drei jungen Steirer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren erschreckt wohl einen jeden. Wie kommt man auf den irrsinnigen Wunsch, einen Menschen beim Sterben zusehen zu wollen? Ich versuche, die Hintergründe etwas in den Vordergrund zu schieben.

Für Unwissende, die Fakten: diese drei Burschen planten die Vergewaltigung der erstbesten Mädchen, die ihnen an jenem geplanten Tattag über den Weg lief zu vergewaltigen, und sie anschließend umzubringen um sie in die Mur zu werfen. Durch Zufall und das Aufeinandertreffen der drei mit vier bekannten Mädchen, vor denen sie sich mit ihrem Plan als die großen Helden auftun wollten, wurden sie geschnappt, und ihre Tat wurde vereitelt.

Das Schreckliche: man kann hier nicht von jugendlichem Spaß, von Affekt oder Zwang sprechen. Nein, es war pure Blutrünstigkeit, purer Gefühlslosigkeit und eben dieser eine Wunsch, Szenen aus Horrorfilmen selbst mitzuerleben.

„Wir sind horrorgeil“ – Ein Satz, den man in den Medien immer wieder hört. „Inspiriert“ wurden die Burschen von Horrorfilmen. Welchen Massenkonsum müssen die drei Jugendlichen genossen haben, um so abgestumpft, so agressiv zu werden? Filme wie Hostel oder auch noch viel blutigere Filme lassen einen zurückschrecken. Selbst Filme wie Sin City erzeugen bei manchen Menschen Brechreiz. Mit Horrorfilmen verhält es sich wie die sogenannten Killerspiele. Man darf nach so einer Tat, oder eben einer geplanten Tat nicht alles auf diesen Faktor reduzieren.

Ein Scheidungskind (15), ein Adoptivkind (19) und ein Mitläufer (16). Lassen die Familienumstände Menschen zu mordenden „Maschinen“ werden? Als „Chef“ der ganzen Aktion wurde der 15-Jährige erkannt. Er wollte, bevor er ins Jugendheim kam, noch einmal einen Spaß haben.

Man kann nach solchen Begebungen nie eine Antwort finden. Warum ist das alles geschehen. Wie konnte es dazu kommen. Man kann immer nur weiter Fragen stellen. Die Antworten bleiben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, unbeantwortet. Das Einzige, was bleibt, ist das bloße Entsetzen.

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Das Erste Mal: Hochwertiger Fußball

Sport

Während es wohl das Beste ist, nicht über die österreichische Bundesliga zu sprechen, bereitet sich die Nationalmannschaft mehr oder weniger erfolgreich auf die, in Österreich und der Schweiz ausgetragenen Europameisterschaft vor. Österreich sieht eigentlich neidisch zu den großen Fußballländern wie Frankreich, Italien, Deutschland oder auch die Schweiz, die bei der letzten WM überraschte.

Und doch lockt der ORF mehr und mehr Menschen vor den Fernseher. Junge Burschen schaffen das, was die „Großen“ zwar immer und immer wieder versuchten, es aber nie schafften. Sie schossen sich in der U20-Weltmeisterschaft in Kanada überraschenderweise ins Viertelfinale.

Das Fußballfieber erwischt uns alle, und vor allem in meinem Heimatort Pinsdorf, aus welchem zwei Spieler (Ingo Enzenberger und Peter Hackmair) ihr Können in Kanada zeigen, kann man vermehrt beobachten, dass nicht der typische Montags-Dienstags-Mittwochs-Krimi aus der Röhre entgegenspringt, sondern wunderbarer, schön anzusehender Fußball einer hochwertigen österreichischen Mannschaft. Und das Schöne daran … man muss nicht mit Doping rechnen, wie beim Radsport, man kann / muss einfach nur ihr Können loben und einsehen, dass der Nachwuchssport in Österreich nicht unbedingt übersehen wird. Aber erst jetzt schreit eine kleine Menge dem Trainer der österreichischen Nationalmannschaft zu, er solle doch diese jungen Ausnahmetalente bei EM-Spielen einsetzen.

Damit wäre wahrscheinlich die kühnste Vorstellungskraft eines jeden dieser Spieler übertroffen. Denn während die großen Nationen wie Deutschland, Frankreich und neuestens auch Brasilien nicht an dieser U20-WM teilnehmen, scheint eine EM mit all diesen großen Nationen und großen Spielern wie das Ultimative.

Beeindruckend anzusehen ist auch das Teamgefühl, dass man selbst durch eine 70 cm Bildröhre vernehmen kann. Go On, Österreich. Auf zum Weltmeistertitel. Auch wenn jetzt noch die USA, dann vielleicht Spanien und schließlich der Finalgegner geschlagen werden müssen. Wir vertrauen auf euch. Und euer nächstes Spiel werde ich mir mal auf einer 4 mal 3 Meter großen Leinwand am Pinsdorf Ortsplatz zu Gemüte führen.

UPDATE: Sie haben es geschafft. Mit einem 2:1 gegen die USA hat sich Österreich ins Halbfinale durchgekämpft. Der Blick auf das Finale fällt nun immer leichter, und das Zweifeln wird mal nach hinten gestellt. Fußball hat uns Österreicher wieder.

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